Heiko „Benno“ Weber ist tot. Wie dessen ehemaliger Verein Carl Zeiss Jena bestätigte, verstarb der frühere Stürmer und Trainer am Montagmorgen im Alter von 61 Jahren. Bei Weber war Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden, öffentlich bekannt war die Erkrankung erst seit Februar.
Das letzte Tor der DDR-Oberliga
Zweimal führte Weber seinen Herzensklub in die Zweite Liga. Das erste Mal als Spieler: Am 25. Mai 1991, dem letzten Spieltag der DDR-Oberliga, siegte Jena in einem Drama bei Energie Cottbus. Kurz vor Schluss traf Weber zum 2:0, das fürs Torverhältnis entscheidend war. Es war zugleich der letzte Treffer, der in der DDR-Oberliga überhaupt fiel.
Das zweite Mal von der Seitenlinie aus. 2004 übernahm er den in die Viertklassigkeit abgestürzten Verein und schaffte mit ihm den direkten Durchmarsch ins Bundesliga-Unterhaus.
Ein Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern
Später trainierte er den FC Erzgebirge Aue, bei Energie Cottbus saß er zuvor sogar einmal als Interimstrainer in der Bundesliga auf der Bank. Ausgerechnet gegen den FC Bayern, die Partie ging jedoch mit 0:5 verloren. 2023 stand er zuletzt beim ZFC Meuselwitz an der Seitenlinie.
Dann wechselte Weber das Fach und wurde pädagogischer Assistent an einer Gemeinschaftsschule in Jena. Die Arbeit habe ihm viel Freude bereitet, erzählte er immer. Bis zu seiner Diagnose kurz vor Weihnachten 2025 war er für die Kinder da.
Tränen in der Kabine von Weida
Wie viel er seinen früheren Spielern bedeutete, zeigte sich Anfang Juni bei einem Benefizspiel in Weida. Dort, beim FC Thüringen Weida, hatte im Jahr 2000 seine Trainerkarriere begonnen. Gegen die Traditionsmannschaft des Klubs liefen alte Weggefährten wie Bernd Schneider, Kais Manai, Alexander Maul und Marco Kämpfe auf, um für Weber Geld zu sammeln.
Weber saß ein letztes Mal auf der Trainerbank, in der Kabine hielt er eine sehr emotionale Ansprache. Es sei viel gelacht worden, doch auch Tränen seien geflossen.
„Ich habe viel von Benno mitnehmen können“, sagte Ex-Nationalspieler Schneider damals laut der „Ostthüringer Zeitung“. „Er ist einfach ein Original: sehr sympathisch, sehr humorvoll und immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen – sogar in dieser für ihn schweren Zeit.“
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Bild: Heiko Weber schrieb Fußball-Geschichte der DDR. / Quelle: ddp