Paris Jackson (28) hat die Nachlassverwaltung ihres verstorbenen Vaters Michael Jackson (1958-2009) dazu aufgefordert, 600 Millionen Dollar an einen Treuhandfonds auszuzahlen, der den drei Kindern des King of Pop zugutekommen soll. Das berichten unter anderem das US-Magazin „People“ und die „Page Six“ übereinstimmend und unter Berufung auf vorliegende Gerichtsunterlagen.

In einem entsprechenden Antrag gebe Paris Jackson an, dass mit dem Nachlass seit dem Tod ihres Vaters Milliarden von Dollar erwirtschaftet worden seien. Ein Treuhandfonds, der ihr sowie ihren Brüdern Bigi (24) und Prince (29) zugutekommen sollte, habe bislang allerdings keine Gelder erhalten. Sie beantrage daher eine Teilausschüttung von derzeit umgerechnet mehr als 530 Millionen Euro an ebendiesen Fonds – oder einen Betrag, den das Gericht für angemessen hält.

Das soll die Regelung sein

Der Fonds war laut Berichten ursprünglich so eingerichtet worden, dass die Geschwister ab ihrem jeweiligen 21. Geburtstag Geld aus Einnahmen erhalten sollten. An ihren 30., 35. und 40. Geburtstagen sollten sie demnach zudem in Teilen Ausschüttungen aus dem eigentlichen Vermögen bekommen. Laut Paris Jackson sei dies allerdings nicht so geschehen, wie ihr Vater beabsichtigt habe. „Mehr als siebzehn Jahre nach seinem Tod ist der Familientreuhandfonds von Michael Jackson nach wie vor nicht mit Mitteln ausgestattet“, heiße es in dem Antrag.

Jacksons Seite argumentiere, dass die Geschwister darauf angewiesen seien, dass der Nachlassverwalter John Branca darüber entscheidet, wann und wie viel Geld sie erhalten. Die Nachlassverwaltung erkläre unterdessen, dass der Fonds nicht voll finanziert werden könne, bis mehrere rechtliche Angelegenheiten geklärt seien, darunter eine Forderung der US-Steuerbehörde, die zunächst 700 Millionen Dollar bestehend aus Steuern und Strafzahlungen umfasste.

„Der Nachlassverwaltung ist es gelungen, eine gerichtliche Entscheidung zu erwirken, durch die dieser Betrag erheblich reduziert wurde; die Angelegenheit ist jedoch noch nicht abgeschlossen und könnte sich noch ändern“, teilt die Nachlassverwaltung dem Magazin mit. Dass Zahlungen an die Kinder zurückgehalten oder gekürzt würden, sei demnach „völlig frei erfunden“. Mehr als 200 Millionen US-Dollar seien bereits an Paris Jackson und weitere Begünstigte gezahlt worden. Laut Testament erhalte „keines seiner Kinder eine Ausschüttung, bevor es in seinen Dreißigern ist“.

Ein Sprecher Paris Jacksons bezeichnet die Worte der Nachlassverwaltung gegenüber dem Magazin als Ablenkung. „Paris hat gefordert, den Treuhandfonds teilweise auszustatten – ein Schritt, zu dem Herr Branca schon lange in der Lage und verpflichtet gewesen wäre. Nach jahrelangem Aufschub blieb Paris keine andere Wahl, als selbst einzugreifen“, heißt es in dem Kommentar.

Branca ist nach dem Tod eines weiteren Nachlassverwalters derzeit der alleinige Verwalter. Ein Gerichtstermin in der Angelegenheit ist für den 4. Dezember geplant.

(wue/spot)

Bild: Paris Jackson fordert laut Medienberichten eine Teilausschüttung an einen Fonds, der den Kindern von Michael Jackson zugutekommen soll. / Quelle: imago images/ZUMA Press Wire/Albert L. Ortega