Das Erste hat eine neue Kommissarin: Die österreichische Schauspielerin Ursula Strauss (52) ermittelt künftig als Innsbrucker Chefinspektorin Fanny Gruber. Mit „Tiroler Blut: Der erste Schuss“ (8. Oktober, 20:15 Uhr, das Erste) zeigt der Sender den Auftakt einer neuen Donnerstagskrimi-Reihe – und ihr erster Fall trifft Fanny gleich mitten in der eigenen Familie.

Bei den Grubers ist Polizeiarbeit Familiensache, und das seit drei Generationen. Großvater Hannes Gruber (Sven-Eric Bechtolf) ist inzwischen pensioniert, Fanny gilt als beste Ermittlerin des Kommissariats. Nun zieht auch ihr Sohn Tobi Gruber (Noah L. Perktold) die Uniform an. Privat leben sie alle zusammen auf einem Hof. Zur Wohngemeinschaft gehört auch Fannys Ex-Partner und Vater ihrer beiden Kinder, Günter Gruber (Kai Ivo Baulitz).

Ein Schuss mit Folgen

Schon Tobis erster eigenverantwortlicher Einsatz gerät außer Kontrolle. Ein betrunkener, gewalttätiger Familienvater droht, seinen Hund auf den jungen Polizisten zu hetzen. Am Ende ist das Tier tot und der Mann lebensgefährlich verletzt. Dann behauptet ausgerechnet die misshandelte Ehefrau Nadine (Marlene Hauser), Tobi habe zu schnell abgedrückt.

Fanny glaubt nicht an die einfache Version. Sie ermittelt gegen ausdrückliche Anweisung weiter und riskiert damit ihre Karriere. Für Strauss war dieser Handlungsstrang der härteste. „Als Mutter zuzuschauen, wie der geliebte Sohn vor den eigenen Augen zerbricht, das war hart“, sagt sie im Interview mit dem Sender.

Ein Ritual war Idee der Hauptdarstellerin

Was ihre Figur antreibt, bringt die Österreicherin auf eine klare Formel: „Das Allerwichtigste für Fanny Gruber ist ihre Familie.“ Zugleich wolle Fanny ihrem Vater gefallen und ihm auf Augenhöhe begegnen. Ein Detail hat Strauss der Kommissarin selbst mitgegeben. Das Aromaöl, das Fanny stets griffbereit hat, sei ihre Idee gewesen, verrät Drehbuchautor Christian Jeltsch. Es sei Fannys „kleines Ritual, um in einem belastenden Beruf die Kontrolle zu behalten“.

Das Thema häusliche Gewalt, um das sich der erste Fall dreht, liegt Strauss auch privat am Herzen. Sie ist Botschafterin der UN-Kampagne „Orange the World“. „Noch immer ist die häufigste Todesursache für Frauen und Mädchen weltweit häusliche Gewalt“, sagt sie.

„Tobi muss erwachsen werden“

Der österreichische Schauspieler Noah L. Perktold (geb. 1995) beschreibt seinen Tobi als Sonnyboy, dem das Leben gerade einen Strich durch die Rechnung macht. „Tobi ist ein heilloser Optimist. Das ist sein prägender Charakterzug: Alles easy!“ Diese Haltung werde durch die Ereignisse hart auf die Probe gestellt. Mit Blick auf sich selbst schiebt der Schauspieler nach: „Ich teile seinen Optimismus leider nicht, erwachsen muss ich aber wohl trotzdem werden. Irgendwann.“

Genau solche Brüche interessieren Autor Jeltsch. „Mich interessieren keine Heldinnen und Helden, die alles im Griff haben, sondern Figuren, die Fehler machen, zweifeln und trotzdem weitermachen“, sagt er. Tirol wolle er bewusst nicht als Postkartenidylle zeigen.

Und so geht es weiter

Am 15. Oktober folgt um 20:15 Uhr der zweite Film „Tiroler Blut: Am Abgrund“, in der Mediathek steht er bereits ab dem 8. Oktober bereit. Darin kehrt Fannys Tochter Anna Gruber (Allegra Tinnefeld) von einer Weltreise heim, während die Tochter eines einflussreichen Immobilienmanagers (Cornelius Obonya) entführt wird.

Regie führte bei beiden Filmen Matthias Tiefenbacher. Gedreht wurde im Herbst 2025 in und um Innsbruck und Wien.

(ili/spot)

Bild: „Tiroler Blut: Der erste Schuss“: Drei Generationen Polizeiarbeit am Küchentisch: Fanny Gruber (Ursula Strauss) mit Sohn Tobi (Noah L. Perktold), Vater Hannes (Sven-Eric Bechtolf) und Ex Günter (Kai Ivo Baulitz). / Quelle: ARD Degeto Film/ORF/filmpool fiction GmbH/Rundfilm/Nikolett Kustos