Endlich wieder „Star Wars“ auf der großen Kinoleinwand, mögen sich viele langjährige Fans der Sternenkriege-Saga angesichts des Starts von „The Mandalorian and Grogu“ am 20. Mai denken. Der erste „Star Wars“-Kinofilm seit dem eher enttäuschenden „Der Aufstieg Skywalkers“ aus dem Jahr 2019 bringt ein Wiedersehen mit dem mandalorianischen Kopfgeldjäger Din Djarin (Pedro Pascal, 51) und seinem putzigen kleinen Schützling Grogu. Unzweifelhaft das derzeit beliebteste Figuren-Duo in der weit, weit entfernten Galaxis.
Und tatsächlich kann das neue, actionreiche und fantasievolle „Star Wars“-Abenteuer, das „The Mandalorian“-Schöpfer Jon Favreau inszeniert hat, durchaus begeistern, auch wenn es sich gelegentlich dann doch wie eine extra-lange Bonusfolge der Streaming-Serie auf Steroiden anfühlt.
Darum geht es in „The Mandalorian and Grogu“
Nach ihrem Sieg über den Ex-imperialen Warlord Moff Gideon in der Serie „The Mandalorian“ ist die Arbeit für Din Djarin und Grogu noch lange nicht getan. Im Auftrag der ehemaligen Rebellenpilotin Ward (Sigourney Weaver, 76), die jetzt Oberst in der Neuen Republik ist, jagen sie im Outer Rim weitere Überbleibsel des Galaktischen Imperiums – und kriegen es daneben in der gesetzlosen, an den Wilden Westen erinnernden Ecke der „Star Wars“-Galaxis mit allerlei Monstern, Gangstern und üblen Gesellen zu tun…
Grandiose Figuren und ein toller Look
Der Mandalorianer und Grogu, das ist klar, bilden das wohl beliebteste Mensch-Alien-Duo, seit Han und Chewie im zuallererst erschienenen „Star Wars“-Teil aus dem Jahr 1977 die Leinwand eroberten. Der Reiz der in einer Streaming-Serie bekannt gewordenen Figuren ist auch in „The Mandalorian and Grogu“ allerorten zu spüren.
Sei es nun der oft schweigsame Kopfgeldjäger Din Djarin, fulminant verkörpert von Superstar Pedro Pascal und seinen beiden Stunt-Doubles Brendan Wayne (54) und Lateef Crowder (48), der sich einmal mehr packende Kämpfe mit allen möglichen Widersachern liefert, oder der zuckersüße Grogu, der oft Schabernack im Sinn hat, immer hungrig ist, auch hier wieder Memes und unvergessliche Momente am laufenden Band produziert – um dann urplötzlich sein volles Jedi-Potenzial im Umgang mit der Macht aufblitzen zu lassen.
Auch die von Regisseur Jon Favreau und dem Lucasfilm-Team geschaffenen Bilder sehen auf der großen Kinoleinwand schlicht atemberaubend aus. Es geht von verschneiten Planeten, die an die Eiswelt Hoth aus „Das Imperium schlägt zurück“ erinnern, über Cyberpunk-Städte zu Dschungelplaneten. Viele vertraute „Star Wars“-Raumschiffe und Gefährte wie etwa die an Elefanten erinnernden AT-ATs spielen ebenfalls eine Rolle und lassen Sternenkriege-Nostalgie aufkommen.
Wahllose Kämpfe und eher schwache Antagonisten
Doch gibt es auch einige Abstriche bei „The Mandalorian and Grogu“. So setzt sich der schon in Staffel drei von „The Mandalorian“ zu beobachtende Trend fort, dass der Mandalorianer und Grogu gefühlt relativ wahllos immer wieder in kleinere und größere Kämpfe verwickelt werden. Verschiedene Monster und Bedrohungen tauchen oftmals aus dem Nichts auf und sind dabei nicht immer durch die Geschichte gerechtfertigt.
Auch drängt sich gelegentlich die Frage auf, warum der Mandalorianer und Grogu überhaupt in die Schlacht ziehen. Während es in früheren „Star Wars“-Filmen oftmals um nicht weniger als das Schicksal der gesamten Galaxis ging, das sich in atemberaubenden Lichtschwertduellen entschied, wird die große, übergreifende „Star Wars“-Handlung hier nicht weitergebracht. Was auch in Ordnung ist, doch die Schurken aus „The Mandalorian and Grogu“ wirken dadurch stellenweise auch nicht mächtig und bedrohlich genug für einen großen Kinofilm.
Für diese kleineren Abstriche entschädigt jedoch ein ungewöhnliches letztes Drittel des Films, in dem sich einige atmosphärische, überraschend ruhige und angenehm dialogarme Szenen aneinanderreihen, bevor es dann in den großen Endkampf geht.
So begeistert bei der Kinorückkehr von „Star Wars“ vieles, aber nicht alles. Fans und Liebhaber von Grogu werden an dem Action-Adventure-Film allerdings zweifellos ihren Spaß haben.
(lau/spot)
Bild: Machen wieder die „Star Wars“-Galaxis unsicher: der von Pedro Pascal gespielte Mandalorianer und sein Schützling Grogu in „The Mandalorian and Grogu“. / Quelle: Francois Duhamel/ Lucasfilm Ltd™. All Rights Reserved.