Der neue „Polizeiruf 110“ aus dem deutsch-polnischen Grenzgebiet widmet sich einem brandaktuellen Thema: Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg mitteilt, sind die Dreharbeiten zu „Stalker“ abgeschlossen worden. Der Fall behandelt Cybermobbing, digitale Gewalt sowie Deepfakes.

Kommissarin Alexandra Luschke (Gisa Flake) und Kommissar Karl Rogov (Frank Leo Schröder) werden nach Słubice gerufen: Dort wurde Masha Janko (Katarzyna Obidzinska), eine Mitarbeiterin des polnischen Zolls, erwürgt aufgefunden. Die Ermittlungen fördern schnell zutage, dass die Frau bereits in den Wochen vor ihrem Tod unter anderem Opfer eines Einbruchs wurde. Aber Masha wurde nicht nur im echten Leben verfolgt, sondern auch Opfer von Cybermobbing. In einem Online-Forum finden sich unter einem Deepfake jede Menge sexistischer und frauenverachtender Kommentare über sie.

Besonders heikler Fall

Angesichts der Komplexität des Falls bekommen Luschke und Rogov Unterstützung: Hauptkommissar René Klein (Johannes Kienast) vom Cyber Competence Center Eberswalde stößt zum Team. Die drei müssen gemeinsam herausfinden, wer es auf Masha abgesehen hatte – und ob der digitale Hass und der reale Mord zusammenhängen. Weitere Rollen übernehmen etwa Lavinia Nowak, Malik Blumenthal, Merlin Rose, Franziska Junge und Robert Gonera.

Gedreht wurde seit dem 10. April unter anderem in Frankfurt (Oder), Słubice und Berlin. Regie führte Oliver Schmitz, das Drehbuch stammt von Mike Bäuml. Die Ausstrahlung ist für den Spätherbst 2026 im Ersten geplant – also nach der Sommerpause, in der die Sonntagskrimis traditionell bis September pausieren. Mit „Goldraub“ lief am 29. März der bis dato letzte „Polizeiruf 110“ aus Brandenburg, der erstmals nach 17 Jahren Pause wieder in Potsdam spielte.

Aktualität durch den Fall Collien Fernandes

Der Krimi greift hochaktuelle Themen auf. Im März hatte Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) ihrem Ex-Mann Christian Ulmen (50) in einem „Spiegel“-Bericht schwere Vorwürfe gemacht, darunter Identitätsdiebstahl und die Verbreitung von pornografischen Bildern, die ihr sehr ähnlich sehen. Deepfakes im eigentlichen Sinne warf sie ihm nicht vor, doch der Fall hat eine breite gesellschaftliche Debatte angestoßen, wie gefährlich digitale Gewalt ist und wie hilflos das Strafrecht ihr gegenübersteht. Ulmen, einst selbst „Tatort“-Star, ließ die Vorwürfe über einen Anwalt bestreiten.

(eyn/spot)

Bild: Am 12. Mai endeten die Dreharbeiten für den neuen „Polizeiruf 110: Stalker“ mit Klaudiusz Kaufmann als Wiktor Krol, Gisa Flake als Alexandra Luschke, Regisseur Oliver Schmitz, Johannes Kienast als René Klein und Frank Leo Schröder in der Rolle des Karl Rogov (v.l.n.r.). / Quelle: rbb/Oliver Feist