Stuttgart, 11.02.2025 (lifePR) – Im Rathaus der Landeshauptstadt Stuttgart wurde die Wanderausstellung „So geht Verständigung – dorozumění“ des Sudetendeutschen Rates feierlich eröffnet. Die Ausstellung beleuchtet in fünf Modulen die Themen Verständigung, Verbinden, Vertreibung, Vermitteln und Versöhnen. Sie dokumentiert das historische Zusammenleben von Deutschen und Tschechen in Mitteleuropa, die Ereignisse des 19. und 20. Jahrhunderts sowie die heutige Rolle der Sudetendeutschen als Brückenbauer zwischen den Völkern. Die dreisprachige Ausstellung (Deutsch – Tschechisch – Englisch) soll zur Auseinandersetzung mit dieser Geschichte und zu einem vertieften Dialog beitragen.
Die Eröffnung begann mit einer Begrüßung durch Klaus Hoffmann, Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Baden-Württemberg. In seiner Ansprache dankte er der Stadt Stuttgart, namentlich dem Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper für die Bereitstellung der Räume. Hoffmann betonte die Bedeutung der Verständigung zwischen den Völkern und erinnerte an den langwierigen Aussöhnungsprozess zwischen Deutschland und Frankreich nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Mit einem Zitat des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder würdigte er die Sudetendeutschen für ihre Verdienste um die Verständigung: „Die Sudetendeutschen haben den Friedensnobelpreis verdient.“
Ein Grußwort sprach Alexander Kotz, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat. Er unterstrich die Notwendigkeit der Verständigung im gesellschaftlichen Miteinander und lobte die Sudetendeutschen für ihre Hartnäckigkeit und Spontaneität, mit der sie zur Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte beitragen.
Die feierliche Eröffnungsrede hielt Christa Naaß, Generalsekretärin des Sudetendeutschen Rates. Sie erläuterte das Ausstellungskonzept und hob einzelne thematische Schwerpunkte hervor. Einleitend zitierte sie Oskar Böse, langjähriges Vorstandsmitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft, „Wer Europa bauen will, muss seine Völker versöhnen.“ Dieses Zitat bildet den Beginn und steht sinnbildlich für die Ausstellung. Sie ging insbesondere auf das Kapitel der Ausstellung ein, das die Entrechtung und Enteignung der deutschen Bevölkerung in der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert. Darüber hinaus schilderte sie die Herausforderungen des Neubeginns für die Vertriebenen sowie den fortschreitenden Verständigungsprozess zwischen Sudetendeutschen und Tschechen, der durch Initiativen wie „Meeting Brno“, die vielen Städtepartnerschaften oder wie zuletzt, die von ihr initiierte Partnerschaft zwischen Mittelfranken und Südmähren, gefördert wird.
Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Familie Preisenhammer begleitet.
Zu den vielen Gästen zählten unter anderem Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Vertriebenenverbänden. Darunter waren u.a. Michael Schrade (Freie Wähler Stuttgart); Christoph Zalder (stv. Bundesvorsitzender der UdVA); Steffen Hörtler (Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bayern); Reinhold Frank (Vorsitzender des Landesverbandes der Heimat- und Trachtenverbände Baden-Württemberg e.V.); Hartmut Liebscher (Vorsitzender des Bundes der Vertriebenen Landesverband Baden-Württemberg); Richard Jäger (Geschäftsführer des BdV); Adelheid Bender-Klein, Vorsitzende des Südmährerbundes; Ruth Junkert, Stiftungsratsvorsitzende der Alten Heimat – heimattreuer Kuhländer; Hannah Zakhari, ehemalige Vorsitzende des Kulturvereins Begegnungszentrum Brünn; Rudolf Tauber, Vorsitzender der Heimatguppe Stuttgart des Deutschen Böhmerwaldbundes und Franz Longin MdL a.D.
Im Anschluss an den offiziellen Teil nutzten die Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch bei einem Stehimbiss.
Die Ausstellung „So geht Verständigung – dorozumění“ ist noch bis 26.2.2025 im dritten Stock des Rathauses der Landeshauptstadt Stuttgart zu sehen.
Adresse:
Rathaus
Marktplatz 1
70173 Stuttgart
Öffnungszeiten:
Montag 08:00 – 18:00
Dienstag 08:00 – 18:00
Mittwoch 08:00 – 18:00
Donnerstag 08:00 – 18:00
Freitag 08:00 – 18:00