Die Matratze ist mehr als nur ein Möbelstück: Jede Nacht verbringen wir Stunden auf ihr, hinterlassen Schweiß, Speichel und Millionen von abgestorbenen Hautzellen. Ob man das nun romantisch oder eher unappetitlich findet – fest steht, dass dieses Objekt eine regelmäßige Reinigung benötigt. Da man eine Matratze jedoch nicht einfach in die Waschmaschine stecken kann wie ein verschmutztes Hemd, ist bei der Pflege etwas Fingerspitzengefühl und Fachwissen gefragt.
Warum die Reinigung so wichtig ist
Eine verschmutzte Matratze stellt im Normalfall keine unmittelbare Lebensgefahr dar. Das eigentliche Problem entsteht durch die schleichende Ansammlung von Schmutz, die Schimmelbildung begünstigt, Allergien auslösen kann und die Lebensdauer des Materials verkürzt. Experten raten dazu, alle sechs Monate eine gründliche Reinigung durchzuführen.
Der Hauptgrund für die Verschmutzung ist der menschliche Körper. Während des Schlafs werden kontinuierlich Flüssigkeiten und Hautschuppen abgesondert. Bei nächtlichem Schwitzen kann bis zu ein Liter Flüssigkeit pro Nacht in das Bett gelangen. Diese Feuchtigkeit zieht in die Matratze ein und schafft einen idealen Nährboden für Bakterien und bis zu zehn Millionen Hausstaubmilben. Besonders deren Ausscheidungen sind problematisch, da die darin enthaltenen Proteine allergisches Asthma und chronische Nasenbeschwerden verursachen können.
Schritt 1: Das Fundament reinigen
Zuerst sollte das Bett komplett abgezogen werden. Laken, Kissenbezüge und Matratzenschoner sind bei mindestens 40 °C, idealerweise bei 60 °C, zu waschen, sofern die Pflegeetiketten dies zulassen. Während des Waschvorgangs bietet es sich an, die nackte Matratze bei offenem Fenster gründlich auslüften zu lassen, damit gestaute Feuchtigkeit entweichen kann.
Im nächsten Schritt wird die Oberfläche abgesaugt, um Staub und Hautschuppen zu entfernen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Nähten und Kanten, da sich dort Rückstände bevorzugt sammeln. Bei Matratzen mit Naturfüllungen wie Wolle sollte auf den Staubsauger verzichtet werden. Die hohe Saugkraft kann die empfindlichen Fasern verschieben und zu einer Klumpenbildung führen. In diesem Fall ist eine weiche Bürste die bessere Wahl.
Schritt 2: Gerüche neutralisieren
Ein bewährtes Mittel gegen unangenehme Gerüche ist Natron. Das Pulver großzügig auf die Oberfläche streuen und für einige Stunden oder über Nacht einwirken lassen. Es absorbiert Feuchtigkeit und neutralisiert Gerüche, bevor es anschließend abgesaugt oder abgebürstet wird. Bei hartnäckigem Mief kann eine Mischung aus verdünntem weißen Essig oder ein spezielles Enzymspray helfen, das Proteine aus Schweiß und Körperölen effektiv spaltet.
Schritt 3: Flecken gezielt behandeln
Feuchtigkeit im Inneren der Matratze ist der größte Feind, da sie die Schimmelbildung fördert. Flüssigkeiten sollten daher sofort mit einem trockenen Schwamm abgetupft werden. Für oberflächliche Flecken eignet sich eine milde Reinigungslösung aus einem Teil Flüssigwaschmittel und vier Teilen Wasser. Der Fleck wird vorsichtig von außen nach innen behandelt, ohne das Material zu tränken.
Besondere Vorsicht ist bei Memory-Schaum geboten. Dieser ist extrem porös und darf nicht nass werden, da eingeschlossenes Wasser die Struktur dauerhaft schädigen kann. Ein praktischer Tipp für Schaumstoffmatratzen ist die Verwendung von herkömmlichem Rasierschaum. Dieser enthält deutlich weniger Flüssigkeit als andere Reiniger, lässt sich punktuell auftragen und nach etwa 15 Minuten vorsichtig mit einem feuchten Tuch entfernen.
Schritt 4: Richtig trocknen lassen
Bevor das Bett wieder bezogen wird, muss die Matratze vollständig trocken sein. Restfeuchtigkeit führt unweigerlich zu muffigen Gerüchen oder Schimmelbildung unter dem Laken. Idealerweise trocknet die Matratze hochkant an einem sonnigen, gut belüfteten Ort. Das UV-Licht der Sonne wirkt zudem auf natürliche Weise gegen Milben und Bakterien. Für diesen Prozess sollten im Idealfall bis zu 48 Stunden eingeplant werden.
Vorbeugung ist der beste Schutz
Um den Reinigungsaufwand gering zu halten, empfiehlt sich ein hochwertiger Matratzenschoner, der als physische Barriere fungiert. Zudem ist es hilfreich, das Bett morgens nicht sofort akkurat zu machen, sondern die Decke zurückzuschlagen. So können Wärme und Feuchtigkeit entweichen, was den Lebensraum für Milben deutlich verschlechtert. Auch die Schlafkleidung spielt eine Rolle: Naturfasern wie Baumwolle oder Bambus regulieren die Temperatur besser als Synthetik und halten die Matratze somit länger trocken und frisch.
(ncz/spot)
Bild: Bis zu zehn Millionen Hausstaubmilben tummeln sich in einer Matratze. / Quelle: brizmaker/iStock via Getty Images