Motsi Mabuse (45) wagt sich abseits von „Let’s Dance“ an neue TV-Projekte. Nach der Personality-Doku „Motsi & Oti – Meet the Mabuses“ folgt nun das Social-Reality-Format „Vibes – Find Your Fire“, das ab dem 5. November in der ARD-Mediathek zu sehen ist. Die WDR-Produktion begleitet neun Frauen, die sich in persönlichen Umbruchphasen befinden. Auf Rhodos wollen sie Vergangenes hinter sich lassen und neues Selbstvertrauen gewinnen.
Dabei stehen nicht nur vor der Kamera ausschließlich Frauen: Auch hinter den Kulissen lag die Produktion vollständig in weiblichen Händen. „Das ist ein Geschenk und gleichzeitig eine Verantwortung“, erklärt Mabuse im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.
In „Vibes – Find Your Fire“ begleiten Sie neun Frauen auf dem Weg zu sich selbst. Einige sprechen dabei über sehr private Probleme. Hat Sie diese Offenheit überrascht?
Motsi Mabuse: Mir war von Anfang an wichtig, dass die Frauen mit Würde und Respekt aus diesem Format herausgehen. Im Fernsehen ist man schnell bereit, sehr viel von sich preiszugeben. Da trägt man als Produktion eine besondere Verantwortung, gemeinsam darauf zu achten, dass persönliche Grenzen gewahrt bleiben. Ich mache seit 21 Jahren Fernsehen und weiß: Wir zeigen unsere Gesichter, das wird öffentlich und es wird Reaktionen geben. Deshalb wollte ich darauf achten, dass sich die Frauen mit dem, was sie erzählen, auch im Nachhinein wohlfühlen können. Gleichzeitig brauchen wir solche Geschichten. Frauen können andere Frauen damit inspirieren.
Das unterscheidet die Sendung auch von vielen klassischen Reality-Formaten. Trotz der persönlichen Themen geht es nicht um Krawall oder Streit. War Ihnen dieser respektvolle Umgang besonders wichtig?
Mabuse: Absolut. Wir hatten die Chance, so ein Format erstmals auf diese Weise umzusetzen. Vor und hinter der Kamera haben ausschließlich Frauen gearbeitet. Das ist ein Geschenk und gleichzeitig eine Verantwortung. Alle wollten es richtig machen, auch das Produktionsteam. Entscheidend ist doch: Wie stellen wir Frauen andere Frauen dar? Ich glaube, genau das spürt man in der Sendung.
Wie war die Arbeit in einem reinen Frauenteam?
Mabuse: Großartig. Kommunikation ist im Leben alles. Wir haben uns alle sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt. Auch das Thema „Duty of Care“ wurde sehr ernst genommen. Wir hatten beispielsweise eine Schwangere dabei. Da geht es nicht nur um eine Fernsehsendung, sondern um Menschen und ihr Leben. Ich würde es sofort wieder machen (lacht).
Sie sind in der Sendung nicht nur Moderatorin, sondern auch eine Art Mentorin. Wie würden Sie Ihre Rolle selbst beschreiben?
Mabuse: Ich bin Begleiterin. Ich bin der Mensch dazwischen: nah genug, um da zu sein, aber mit genügend Abstand, um manches auch von außen betrachten zu können. Ein wichtiger Teil der Reise war die Arbeit der Frauen mit einer psychologischen Psychotherapeutin und einer Sexological Bodyworkerin. Meine Aufgabe war vor allem zu vermitteln: „Ich bin hier. Ihr seid nicht allein. Und ich habe immer ein offenes Ohr für euch.“
Was haben Sie selbst aus den Dreharbeiten mitgenommen?
Mabuse: Dass der erste Eindruck oft täuscht. Wir alle tragen Fassaden, und dahinter steckt manchmal ein ganz anderer Mensch. Deshalb sollte man nicht sofort über jemanden urteilen. Man sollte Menschen erst kennenlernen, sich ihnen öffnen und herausfinden, wer wirklich hinter dieser Fassade steckt.
Nicht jede Frau kann zwei Wochen nach Rhodos fliegen und dort ein solches Coaching erleben. Was lässt sich aus der Sendung in den Alltag übertragen, gerade wenn Beruf und Familie wenig Zeit lassen?
Mabuse: Ich kann allen Frauen nur raten, sich untereinander nicht als Konkurrentin zu sehen. Wenn ich einer Frau begegne, denke ich eher: „Vielleicht könnte diese Frau eine Freundin werden. Vielleicht gibt es etwas, das uns verbindet.“ Gerade bei Frauen über 40 habe ich das Gefühl, dass wir in einer anderen Lebensphase angekommen sind. Man spart seine Energie. Man ist nicht mehr bereit, sich wegen jedes Unsinns aufzureiben. Wenn einem etwas nicht guttut, geht man eben auf Abstand.
Bisher kannte man Sie vor allem durch „Let’s Dance“. Im Oktober startete in der ARD Mediathek eine Doku mit Ihrer Schwester, nun sind Sie in dieser Social Reality zu sehen. Auf welche Sendungen hätten Sie noch Lust?
Mabuse: Ich bin vor allem dankbar über diese Möglichkeiten, und gleichzeitig bin ich glücklich, dass „Let’s Dance“ weiterhin Teil meines Lebens ist. Und wer weiß, welche Türen sich gemeinsam mit dem WDR und der ARD noch öffnen. Aber ich möchte nicht ständig sagen: „Mehr, mehr, mehr.“ Ich bin dankbar für das, was ich habe. Solange ich Dinge machen darf, die mir Freude bereiten, bin ich zufrieden.
(ae/spot)
Bild: Motsi Mabuse begleitet im Social-Reality-Format „Vibes – Find Your Fire“ neun Frauen, die wieder zu sich zurückfinden wollen. / Quelle: WDR Kommunikation/Multimediakommunikation