Matthias Brandt (65) konnte bei seinem Berufswunsch trotz anfänglicher Skepsis auf seine Eltern zählen. Rut (1920-2006) und Willy Brandt (1913-1992) hätten sich zwar Sorgen gemacht, weil ihr Sohn sich für die „oft brotlose Kunst“ der Schauspielerei entschied, ihn aber immer unterstützt. Das erzählte der 65-Jährige am Freitagabend in der Talkshow „3nach9“ im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo (67).
„Ich habe sehr freie und sehr coole Eltern gehabt“, sagte Brandt. „Wir konnten wirklich machen, was wir wollten.“ Verboten wurde ihm also nichts, auch nicht der Weg auf die Bühne.
Hilfe vom Arbeitsamt
Leicht fiel ihm dieser Weg trotzdem nicht. Für seinen Wunsch, Schauspieler zu werden, habe er sich in mehrerlei Hinsicht überwinden müssen, gab der vielfach ausgezeichnete Darsteller zu. „Ich war ein sehr zurückhaltender, schüchterner Jugendlicher.“
Wen er damals zum Schauspielberuf hätte befragen können, wusste er nicht. Also rief er kurzerhand beim Arbeitsamt an. Gewissheit brachte ihm am Ende eine Broschüre zum Thema. Ausgerechnet ein Behördenanruf lieferte dem schüchternen Jugendlichen also die Antworten, die er suchte.
Wenn der Vater im Publikum saß
Seine Mutter wurde in der Folgezeit zur treuen Zuschauerin. Fast alle seine Auftritte habe sie sich angesehen und „stets behauptet, es habe ihr gefallen“, erzählte Brandt. Bei Willy Brandt lag die Sache anders. Er kam nur selten ins Theater. Saß er aber im Saal, zog er mitunter mehr Aufmerksamkeit auf sich als das, was auf der Bühne passierte. „Das war mir vor meinen Kollegen ein bisschen unangenehm“, gestand der mehrfache Grimme-Preisträger.
Comeback als Hanns von Meuffels
Seine Fans dürfen sich im kommenden Jahr auf ein besonderes Wiedersehen freuen. Gemeinsam mit Barbara Auer und Justus von Dohnányi stand Brandt noch einmal für den Münchner „Polizeiruf 110“ vor der Kamera. Die Dreharbeiten zu „Hotel Bogota“ (Arbeitstitel) wurden im September abgeschlossen, wie der Bayerische Rundfunk damals mitteilte. Das Erste will den Krimi 2027 zeigen.
Für Brandt ist es eine einmalige Rückkehr in seine frühere Rolle als Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels. Zuletzt hatte er 2018 im Münchner „Polizeiruf 110“ ermittelt.
(stk/spot)
Bild: Nach einem Anruf beim Arbeitsamt war Matthias Brandt endgültig klar, dass er Schauspieler werden will. / Quelle: © Radio Bremen_Matthias Hornung