Wenn im Herbst die ersten Blätter fallen, beginnt für viele Gartenbesitzer das große Aufräumen. Doch längst nicht jedes Blatt muss im Laubsack oder auf dem Kompost landen. Im Gegenteil: An vielen Stellen ist Herbstlaub ein wertvoller natürlicher Schutz für Boden, Pflanzen und Tiere. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt deshalb, im Herbst möglichst wenig aufzuräumen. Entscheidend ist vor allem, wo das Laub liegt.
Unter Sträuchern und auf Beeten darf das Laub bleiben
Unter Hecken, Sträuchern und zwischen geeigneten Stauden kann das Laub einfach liegen bleiben. Eine dünne Schicht schützt den Boden vor Frost und Austrocknung und bietet gleichzeitig Lebensraum für zahlreiche kleine Gartenbewohner. Beim natürlichen Abbau entstehen organische Substanzen, deren Nährstoffe später wieder den Pflanzen zur Verfügung stehen, erklärt die Bayerische Gartenakademie.
Auch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen empfiehlt, Laub an windgeschützten Stellen im Garten zu sammeln. Solche Laubhaufen dienen Kleintieren als Winterquartier. Auf Beeten kann eine Laubdecke außerdem die Bodenfeuchtigkeit regulieren und die Auswirkungen von Frost abmildern.
Allerdings sollte die Schicht nicht zu dick werden. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt als Mulchschicht etwa fünf Zentimeter. Zu viel Laub kann feucht werden und faulen.
Auf dem Rasen muss das Laub weg
Anders sieht es auf dem Rasen aus. Dort sollte Herbstlaub regelmäßig entfernt werden. Bleibt nasses Laub über längere Zeit liegen, bekommen die Gräser zu wenig Licht und Luft. Die Folge können abgestorbene Stellen und eine stärkere Ausbreitung von Schadpilzen sein, warnt die Bayerische Gartenakademie.
Wer sich das Rechen erleichtern möchte, kann das Laub bei der letzten Rasenmahd mit dem Mäher aufnehmen und gleichzeitig zerkleinern. Das zerkleinerte Material lässt sich anschließend auf dem Kompost weiterverwenden. Auch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen rät dazu, Laub möglichst schnell vom Rasen zu entfernen.
Auf Wegen und Terrassen wird Laub zur Rutschgefahr
Auch auf Gehwegen, Treppen und Terrassen sollte das Laub nicht liegen bleiben. Besonders nasses oder gefrorenes Laub kann rutschig werden. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt deshalb, diese Flächen regelmäßig freizuräumen.
Das gesammelte Laub muss allerdings nicht entsorgt werden: Es kann unter Sträuchern verteilt, als Mulch auf Beeten verwendet oder zu einem Laubhaufen für Tiere aufgeschichtet werden.
Laub im Teich sollte entfernt werden
Eine weitere Ausnahme ist der Gartenteich. Eingetragenes Laub sollte möglichst herausgefischt werden. Zersetzen sich die Blätter im Wasser, setzen sie Nährstoffe frei. Das kann laut Bayerischer Gartenakademie im folgenden Jahr ein verstärktes Algenwachstum begünstigen.
Bei krankem Laub ist Vorsicht geboten
Auch krankes Falllaub sollte nicht einfach im Garten liegen bleiben. Die Bayerische Gartenakademie nennt beispielsweise Rosen mit Sternrußtau oder Buchsbäume mit Blattbräune. Das befallene Laub sollte entfernt werden, um das Risiko einer erneuten Infektion im nächsten Jahr zu verringern.
Bei stark von Krankheiten oder Schädlingen befallenen Pflanzenteilen ist außerdem Vorsicht beim Kompost angesagt. Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass manche Krankheitserreger widerstandsfähige Dauersporen bilden können, die im Kompost überdauern. Befallenes Pflanzenmaterial sollte deshalb je nach Erkrankung nicht auf den Kompost gegeben werden.
Wohin mit dem übrigen Laub?
Am sinnvollsten ist es, das Laub im eigenen Garten weiterzuverwenden. Auf dem Kompost sollte es allerdings nur in dünnen Schichten landen und am besten mit anderen Gartenabfällen wie Rasenschnitt, Staudenresten oder kleinen Zweigen vermischt werden. Schwer verrottbare Blätter, etwa von Walnuss, Eiche oder Kastanie, können vorher zerkleinert werden.
Auch ein eigener Laubhaufen ist eine gute Möglichkeit: Laut Bayerischer Gartenakademie können solche Haufen Insekten und Igeln als Rückzugsort dienen. Auf Laubsauger sollte dagegen möglichst verzichtet werden, da sie neben den Blättern auch kleine Tiere und Nützlinge einsaugen können.
Die einfache Faustregel für den Herbst lautet also: Auf dem Rasen, auf Wegen und im Teich sollte das Laub weg. Unter Sträuchern, auf geeigneten Beeten und in einer ruhigen Gartenecke darf es dagegen bleiben. So wird aus vermeintlichem Gartenabfall ein natürlicher Winterschutz.
(ncz/spot)
Bild: Im Herbst fällt jede Menge Laub an. / Quelle: Creative Family/Shutterstock.com