Fast vier Jahre mussten Fans auf neue Musik warten, bevor Harry Styles (32) im Januar sein neues Album „Kiss All The Time. Disco, Occasionally.“ für den 6. März ankündigte und damit nach einer Pause zurück ins Rampenlicht trat. Umso größer war die Freude bei den Fans, als das ehemalige One-Direction-Mitglied wenig später eine Tour ankündigte, um das neue Songmaterial auch auf die Bühne zu bringen. Seine „Together, Together“-Tour startete nun am 16. Mai in Amsterdam. Bis 5. Juni wird er dort insgesamt zehn Mal zu sehen sein.
Die Erwartungen vor dem Bühnencomeback waren hoch. Der britische Superstar wird dieses Jahr nur wenige Stationen auf seiner Tour machen, in den jeweiligen Städten jedoch zumindest an mehreren Abenden auftreten. Seine Fans in Europa kommen durch das Residency-Konzept lediglich in Amsterdam und London in den Genuss. Nicht wenige nehmen deshalb hohe Ticketpreise und lange Anfahrten in Kauf, um ihr Idol auf der Bühne zu sehen. Umso enttäuschter zeigten sich einige Fans, die sich von den bisherigen Shows in der Johan-Cruijff-Arena in Amsterdam mehr erhofft hatten.
Laut der niederländischen Tageszeitung „Het Parool“ berichtete eine Styles-Anhängerin, die ein Ticket für 350 Euro erworben hatte und ihren Lieblingskünstler in der ersten Reihe bewundern wollte, von der eingeschränkten Sicht. „Bereits bei der Vorband dachte ich: Ich kann nichts sehen. Ich sehe nur eine Brücke direkt vor meinem Gesicht. Dieses Ticket ist reine Geldverschwendung.“ Tatsächlich besteht Styles‘ Bühnenaufbau aus mehreren langen Laufstegen, die miteinander verbunden sind und zwischendurch runde Bögen als Brücken eingebaut sind. Styles legt bei einer Show also einige Meter zurück, um vielen Fans nahe zu kommen, doch nicht jeder Konzertbesucher bekommt ihn durch die großen Aufbauten oft zu Gesicht. Plätze in den hinteren Reihen oder auch Sitzplätze werden somit zur begehrten Alternative.
Geteilte Comeback-Meinungen
In den sozialen Medien wurden zudem unter anderem schlechter Sound, ein abruptes Ende der Show, fehlendes Storytelling zum Album und keine dazu passenden visuellen Disco-Elemente als Kritikpunkte zu den bisherigen Amsterdam-Auftritten genannt. Doch Fans und Kritiker zeigen sich auch durchaus positiv gestimmt. Harrys Tanzeinlagen, seine Faninteraktionen oder das Orchester auf der Bühne wurden etwa als lobende Punkte der Shows genannt.
Auch der „Rolling Stone“ hob in seiner Konzert-Review die erweiterte Band und die Live-Qualität der neuen Songs hervor. Der Musiker habe sein Comeback zu einem triumphalen Erfolg gemacht. Von einem „Fest, nach dem sich alle gesehnt hatten“ und einem „Pop-Spektakel“ wurde berichtet. „Die ganze Nacht war sowohl für Harry als auch für seine Leute ein lang ersehntes Comeback. Und beide haben sich mächtig ins Zeug gelegt, damit sich das Warten gelohnt hat.“
Der „London Standard“ zeigte sich ebenso überzeugt: „Man mag zwar Zweifel an dem neuen Album gehabt haben, doch an Styles‘ Bühnenpräsenz gibt es keinen Zweifel. Er ist ein echter Profi auf der Bühne und hat offensichtlich viel Arbeit investiert, um diese Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.“
Ob der Popstar die genannte Kritik in die weiteren Shows einfließen lässt, wird sich zeigen. In Amsterdam warten auf Harry Styles noch Auftritte am 20., 22., 23., 26., 29. und 30. Mai sowie am 4. und 5. Juni. In London tritt er ab 12. Juni an mehreren Abenden im Wembley-Stadion auf. Es folgen São Paulo, Mexico City, New York, Melbourne und Sydney.
(jom/spot)
Bild: Harry Styles am 16. Mai in Amsterdam. / Quelle: Anthony Pham / Getty Images for HS