Das erste Kinderfoto, Aufnahmen des vergangenen Urlaubs, Videos von einem besonderen Geburtstag: Auf dem Smartphone vieler Menschen sammeln sich häufig besondere Erinnerungen, aber auch wichtige Dokumente. Geht das Handy verloren, wird gestohlen oder ist plötzlich defekt, sind die Aufnahmen bei fehlendem Backup verschwunden.
Daher sollten Bilder, Videos und Co. unbedingt auch an anderer Stelle gespeichert werden. Doch selbst eine zusätzliche Festplatte oder ein USB-Stick bieten keinen vollständigen Schutz. Entscheidend ist vor allem, wichtige Dateien mehrfach und an unterschiedlichen Orten aufzubewahren.
Die 3-2-1-Regel befolgen
Unter anderem die Verbraucherzentrale empfiehlt bei der Datensicherung die sogenannte 3-2-1-Methode. Von wichtigen Fotos und anderen Dateien sollten laut dieser Regel mindestens drei Exemplare existieren, also zumindest das Original und zwei Sicherungskopien. Die Aufnahmen sollten auf mindestens zwei unterschiedliche Arten gespeichert werden und mindestens eine Kopie sollte sich außerhalb der eigenen vier Wände befinden.
Ein Beispiel: Die Fotos liegen auf dem Smartphone, zusätzlich auf einer externen Festplatte und außerdem in der Cloud. So gehen nicht alle Aufnahmen verloren, falls das Handy gestohlen wird oder es in der Wohnung zu einem Brand kommt.
Die Cloud: Praktisch, aber nicht unfehlbar
Die für Smartphone-Nutzer wohl einfachste Methode, um Daten zu sichern, ist die Cloud. Mit Lösungen wie iCloud Fotos oder Google Fotos können geknipste Bilder zum Beispiel auch automatisch hochgeladen werden. Der größte Vorteil: Es ist äußerst bequem.
Wichtig ist allerdings, regelmäßig zu prüfen, ob die Sicherung auch aktiviert ist und alle Bilder übertragen wurden. Auch sollten User nachschauen, ob genügend Speicherplatz in der Cloud vorhanden ist, und falls nötig neuen Speicher hinzubuchen.
Aber Vorsicht: Diese Lösung ist in vielen Fällen keine klassische Sicherheitskopie. Werden die Fotos in der Cloud und auf dem verknüpften Gerät beidseitig synchronisiert, bedeutet das, dass auf dem Smartphone gelöschte Fotos auch in der Cloud verschwinden – und umgekehrt. Dies kann je nach Anbieter durch entsprechende Einstellungen teilweise verhindert werden. Daneben gilt es zu beachten, dass der Zugang ausreichend sicher sein sollte. Ein starkes Passwort und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung schützen etwa vor unbefugtem Zugriff durch Dritte.
Externe Festplatten, USB-Sticks und Netzwerkspeicher
Eine nicht ganz so bequeme, aber immer noch komfortable Lösung sind externe Festplatten, die allerdings gerade bei älteren Smartphone-Modellen nicht direkt, sondern an den Laptop oder Desktop-PC angeschlossen werden. Große Vorteile sind, dass sie viel Platz für Fotos, Videos und Dokumente bieten, trotzdem transportabel sind und nach der Anschaffung keine laufenden Kosten entstehen, während beim Cloud-Speicher in der Regel monatliche Abogebühren anfallen. Außerdem können sie verschlüsselt und ohne Probleme bei Angehörigen oder Freunden gelagert werden.
Herkömmliche portable Festplatten (HDD) mit beispielsweise einem Terabyte an Speicherkapazität sind aktuell oft unter 100 Euro zu bekommen und bieten mehr als genügend Platz für zahlreiche Handy-Fotos und -Videos. Modernere SSDs sind weniger anfällig gegen Stöße und ermöglichen einen schnelleren Zugriff, kosten aber oft mehr als das Doppelte. USB-Sticks sind deutlich kompakter, aber auch nicht günstiger als SSDs – hier droht eher die Gefahr, sie aufgrund der geringen Größe zu verlieren.
In jedem Fall müssen die Fotos entweder händisch auf die Festplatte oder den Stick kopiert werden oder mit spezieller Backup-Software. Eine noch aufwendigere Alternative sind Netzwerkspeicher (NAS). Einmal eingerichtet, dienen sie als zentraler Datenspeicher im Haushalt, auf den alle Geräte der Familie zugreifen können. Einfach nur als Speicherplatz für Fotos dürfte das aber für die meisten Nutzer zu aufwendig sein.
Ausdrucke und M-DISC für besonders wertvolle Bilder
Eine der naheliegendsten Alternativen bei Fotos ist natürlich das analoge Fotoalbum, hier gibt es mittlerweile zahlreiche (Online-)Anbieter. So bleiben die Erinnerungen auch ohne Computer oder Smartphone ganz einfach zugänglich. Das ist allerdings nur für wirklich wichtige Fotos zu empfehlen – viele Fotos würden entsprechend viel Platz und viel Geld kosten.
Außerdem ist diese Variante kein klassisches Backup an sich. Die ausgedruckten Bilder besitzen nicht die Qualität der digitalen Bilddatei; auch Metadaten wie Aufnahmeort und -zeitpunkt gehen dadurch verloren.
Von der Variante, Bilder und Daten auf klassische CDs, DVDs oder Blu-rays zu brennen, wird abgeraten, da die Lebensdauer je nach Qualität und Lagerung oft nur wenige Jahre bis Jahrzehnte beträgt. Sogenannte M-Discs – das M steht für Millennial – besitzen zwar eine deutlich längere Lebenszeit und werden mit Datensicherheit von über 1.000 Jahren beworben. Allerdings sind die Datenträger relativ teuer und auch Abspielgeräte werden tendenziell eher seltener.
Am realistischsten und komfortabelsten für die meisten Menschen dürfte somit wohl eine Kombination aus automatischer Cloud-Sicherung, externer Festplatte und dem guten alten Fotoalbum sein. So hängen wertvolle Erinnerungen nicht am Schicksal eines einzigen Geräts.
(wue/jmk/spot)
Bild: Unter anderem die Cloud ist eine Möglichkeit, um Fotos und andere Dateien zusätzlich zu sichern und damit einem Verlust vorzubeugen. / Quelle: iStock via Getty/hanieriani