Große Trauer in der TV-Welt: Der ehemalige ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser (1936-2026) ist tot. Laut dem Sender ist er am 7. Oktober im Alter von 90 Jahren in Berlin gestorben.
Bresser war neben seinem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Soziologie in Köln bereits freier Mitarbeiter und ab 1958 Volontär beim „Kölner Stadt-Anzeiger“. Dort wurde er später auch Chefreporter, bevor er zum Fernsehen wechselte. 1965 ging er zum WDR, wo er unter anderem als Redaktionsleiter des Magazins „Monitor“ tätig war und die Sendung „Tagesthema“, den Vorläufer der „Tagesthemen“, mitentwickelte.
Seine ZDF-Laufbahn begann 1977. Er hat dort das „heute journal“ mitkonzipiert, moderiert und geleitet sowie die politische Interviewreihe „Was nun, …?“ etabliert. Als ZDF-Chefredakteur – den Posten übernahm er 1988 als Nachfolger von Reinhard Appel – schärfte er mit der Einführung von Sendereihen wie „ZDF spezial“ (1988), „ZDF-Morgenmagazin“ (1992) und „frontal“ (1993) weiter das Informationsprofil des Senders.
„Damit hat er das Fernsehen geprägt“
ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler (55) erklärte in einer Pressemitteilung: „Wir trauern um einen entschiedenen Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags. Klaus Bresser hat das journalistische Profil des ZDF nachhaltig geprägt und stand stets für Unabhängigkeit und fairen Umgang.“
ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten (61) fügte hinzu, Bresser stehe „für präzises journalistisches Handwerk. Sendungen wie das ‚heute journal‘ und ‚Was nun, …?‘ wirken bis heute nach. Damit hat er das Fernsehen geprägt und eine Generation von Journalistinnen und Journalisten, die ihm nachfolgten“.
Klaus Bresser wurde mehrfach geehrt, unter anderem mit der Goldenen Kamera (1987), dem Herbert-Quandt-Medien-Preis (1989) und dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz (2000).
(hub/spot)
Bild: Das ZDF trauert um seinen ehemaligen Chefredakteur Klaus Bresser. / Quelle: ZDF/Carmen Sauerbrei