Der SC Freiburg hat sich in die Europapokal-Geschichte gespielt. Mit dem 3:1 im Halbfinal-Rückspiel der Europa League gegen Sporting Braga zog der Bundesligist am Donnerstagabend erstmals in ein europäisches Endspiel ein. Am 20. Mai trifft Freiburg im Finale von Istanbul auf Aston Villa – einem Verein, der einen ziemlich prominenten Fan hat: den britischen Thronfolger Prinz William (43).
Der Abend hinterließ Spuren, und zwar sichtbare. Als nach dem Abpfiff die Fans den Rasen des Europa-Park-Stadions friedlich stürmten und Spieler und Anhänger gemeinsam einen Moment feierten, den viele so nicht für möglich gehalten hätten, ließ sich auch RTL-Experte Lothar Matthäus (65) mitreißen. Er kommentierte die überschwängliche Invasion des Rasens mit den Worten: „Die Leute spielen hier verrückt. Und das zurecht.“
Christian Streich auf der Tribüne – mit Tränen in den Augen
Noch bewegender war das, was sich wenige Reihen über dem Spielfeld abspielte. Christian Streich (60), der Mann, der Freiburg über mehr als ein Jahrzehnt als Trainer geprägt und das Fundament für diesen Erfolg mitgelegt hatte, saß auf der Tribüne. Der 60-Jährige, der den Klub 2024 an den jetzigen Trainer Julian Schuster (41) übergab, soll sogar Tränen in den Augen gehabt haben. Auch Schuster selbst würdigte im späteren Interview ausdrücklich, was Vorgänger wie Streich aufgebaut hatten.
Prominent besetzt war der Freiburger Abend ohnehin. Auch Joachim Löw (66) war im Stadion und fieberte mit seinem früheren Verein mit. Der frühere Bundestrainer spielte einst selbst für den SC Freiburg und war lange Jahre dessen Rekordtorschütze. Für Schuster wurde die prominente Kulisse nach dem Abpfiff sogar fast zur Bürde: Neben Fußballgrößen wie Löw und Matthäus zu stehen, fühle sich für ihn an wie für den „kleinen Jungen vom Land“.
Am Ende sorgten ein Doppelpack von Lukas Kübler und ein Treffer von Johan Manzambi dafür, dass Freiburg die 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel noch drehte und mit einem 4:3 nach Hin- und Rückspiel ins Finale einzog. Damit bekommt der SC nun die große internationale Bühne, die dem Verein jahrzehntelang kaum jemand zugetraut hätte.
Prinz William und Aston Villa warten im Finale
Im Finale wartet nun ausgerechnet Aston Villa in Istanbul auf die Freiburger – und damit auf einen Klub mit royaler Strahlkraft. Prinz William gilt seit seiner Kindheit als bekennender Fan des Vereins aus Birmingham. Beim 4:0-Sieg gegen Nottingham Forest, mit dem Villa das Endspiel erreichte, jubelte der britische Thronfolger in der Ehrenloge des Villa Park sichtbar ausgelassen. Bilder zeigen den Prinzen mit geballter Faust und großer Emotion auf der Tribüne.
Für den SC Freiburg bedeutet das: In Istanbul trifft eine Mannschaft aus dem beschaulichen Breisgau, die mit ihren Edelfans wie Streich, Löw und ihrer besonderen Vereinsgeschichte für Bodenhaftung steht, auf den Lieblingsklub des künftigen Königs des Vereinigten Königreichs. Sportlich ist Freiburg ganz klarer Außenseiter. Aber das war der Verein in diesem Wettbewerb eigentlich von Anfang an.
(dr/spot)
Bild: Freiburgs Spieler Igor Matanović (l.) lässt sich von den Fans feiern – Prinz William ballt die Faust nach dem Triumph von Aston Villa. / Quelle: James Gill – Danehouse/Daniela Porcelli/Getty Images