St. Pauli, Anfang der 1960er Jahre: In den verrauchten Clubs des Hamburger Kiezes spielt eine unbekannte Band aus Liverpool – roh, laut, hungrig nach Erfolg. Dass aus diesen Nächten eine der folgenreichsten Karrieren der Musikgeschichte erwachsen würde, ahnte damals niemand. Genau diese Zeit steht im Mittelpunkt von „Hamburg Days“, der sechsteiligen Dramaserie, die ZDF und BBC gemeinsam produzieren lassen. Gedreht wird seit Kurzem – in Hamburg, München und Liverpool.

Mit dem Drehstart ist nun auch eine der meistgestellten Fragen seit der Serienankündigung beantwortet: Wer gibt den Beatles ein Gesicht? Den wohl schwierigsten Part übernimmt Rhys Mannion, der John Lennon spielt. Der irische Schauspieler war zuletzt in „Freud’s Last Session“ zu sehen. Die Rolle von Paul McCartney ging an Ellis Murphy – einen Singer-Songwriter, der aus Liverpool stammt, also aus derselben Stadt wie der Originalmusiker. George Harrison wird von Harvey Brett dargestellt.

Pete Best, Stu Sutcliffe – und die Deutschen

Daneben gehören zwei weitere Figuren zur frühen Beatles-Besetzung, die die Serie ebenfalls zeigt: Louis Landau spielt Stu Sutcliffe, den Bassisten, der die Band noch in Hamburg verließ und nie zurückkehrte. Patrick „Paddy“ Gilmore übernimmt die Rolle von Pete Best, dem Schlagzeuger, der kurz vor dem weltweiten Durchbruch der Beatles durch Ringo Starr ersetzt wurde – eine der bekanntesten Fußnoten der Popgeschichte.

Mindestens ebenso viel Gewicht legt die Serie auf die deutsche Seite der Geschichte. Casper von Bülow, dem deutschen Publikum durch die Jugendserie „Druck“ bekannt, spielt Klaus Voormann – jenen Hamburger Künstler, dessen Autobiografie als Vorlage für „Hamburg Days“ dient und der die Produktion heute als Berater begleitet. An seiner Seite: Luna Jordan als Fotografin Astrid Kirchherr, deren Einfluss auf Stil und Auftreten der Beatles bis heute sichtbar ist. Laura Tonke spielt Astrids Mutter Nielsa Kirchherr, Trystan Pütter und Max von der Groeben sind in weiteren Rollen zu sehen.

Schwochow, Holmes, Lamm – prominente Namen hinter der Kamera

Auf der Regieseite verantwortet Christian Schwochow, dessen Arbeiten für „The Crown“ ihm internationales Renommee eingebracht haben, gemeinsam mit Laura Lackmann die Inszenierung. Die Drehbücher stammen von Jamie Carragher, der bei „Succession“ zum Serienhandwerk gefunden hat. Den Soundtrack gestaltet David Holmes, BAFTA-Preisträger und als Komponist für „Killing Eve“ bekannt. Frank Lamm, der zuletzt bei „Andor“ die Kamera führte, übernimmt die Bildgestaltung.

Einen Ausstrahlungstermin gibt es bislang nicht.

(ili/spot)

Bild: „Hamburg Days“ (v.l.) Paul McCartney (Ellis Murphy), Pete Best (Paddy Gilmore), George Harrison (Harvey Brett), John Lennon (Rhys Mannion) und Stuart Sutcliffe (Louis Landau). / Quelle: ZDF / Gordon Timpen