Wenn es draußen kühler wird und die ersten Blätter von den Bäumen fallen, verändert sich auch der Geruch der Umgebung. Die Luft riecht erdig, feucht und manchmal ein wenig modrig. Viele verbinden diesen Duft sofort mit Herbst und Waldspaziergängen. Doch was steckt dahinter?

Feuchtes Laub und Erde

Eine wichtige Rolle spielt das Laub, das auf dem Boden liegen bleibt. Bakterien und Pilze zersetzen die Blätter und setzen dabei verschiedene Duftstoffe frei. Zusammen mit feuchter Erde entsteht so der typische Geruch, der besonders nach einem Regenschauer auffällt.

Auch Mikroorganismen im Boden tragen dazu bei. Sie produzieren unter anderem Geosmin, einen Stoff, der für den charakteristischen erdigen Geruch verantwortlich ist. Schon in sehr geringen Mengen lässt er sich wahrnehmen.

Warum Regen den Geruch verstärkt

Nach längeren trockenen Phasen kann Regen Duftstoffe vom Boden lösen und winzige Partikel in die Luft schleudern. Dadurch gelangen die Gerüche leichter in die Nase. Der charakteristische Duft, der entsteht, wenn Regen auf trockenen Boden trifft, wird als Petrichor bezeichnet.

Im Herbst kommen weitere Geruchsquellen hinzu: feuchte Blätter, Pilze und die Zersetzung abgestorbener Pflanzenteile. So entsteht eine Duftmischung, die sich von der warmen Jahreszeit unterscheidet.

Auch die Temperaturen spielen eine Rolle

Mit sinkenden Temperaturen verändert sich, wie sich Duftstoffe in der Luft verteilen. Viele von ihnen verdampfen bei Kälte langsamer als bei Wärme. Feuchtigkeit, Wind und Temperaturunterschiede beeinflussen zusätzlich, wie intensiv Gerüche wahrgenommen werden.

Darum weckt der Herbstgeruch Erinnerungen

Dass der Duft von feuchtem Laub oder Waldboden bei vielen Menschen bestimmte Gefühle auslöst, hat auch mit dem Gehirn zu tun. Die Verarbeitung von Gerüchen ist eng mit Bereichen verbunden, die an Erinnerungen und Emotionen beteiligt sind. Deshalb kann der typische Herbstgeruch Erinnerungen an Spaziergänge, die Kindheit oder vertraute Orte hervorrufen.

Der besondere Duft der Jahreszeit entsteht somit durch das Zusammenspiel von feuchtem Laub, Mikroorganismen und veränderten Wetterbedingungen. Wie intensiv er wahrgenommen wird, hängt auch von der Umgebung und der individuellen Geruchswahrnehmung ab.

(ncz/spot)

Bild: Im Herbst riecht es draußen in der Natur plötzlich anders. / Quelle: CentralITAlliance/iStock via Getty Images