Brandenburg an der Havel, 30.09.2026 (lifePR) – Brandenburg an der Havel. Es sind die seltensten Abende, an denen das Kino der Stummfilmära wirklich so klingt, wie es 1925 gedacht war: Orchester live, Bild groß, Musik und Film ineinander verwoben. Am Samstag, 10. Oktober 2026, verwandeln die Brandenburger Symphoniker das Audimax der Technischen Hochschule Brandenburg in einen Kinopalast der alten Schule – für eines der am wenigsten gesehenen Meisterwerke der UFA: Arthur von Gerlachs „Zur Chronik von Grieshuus" von 1925.

Nach dem großen Erfolg von Lubitschs „Sumurun" greifen die Symphoniker damit erneut tief in die Filmgeschichte. „Zur Chronik von Grieshuus" gilt als spätes, naturalistisches Meisterwerk des filmischen Expressionismus – gedreht nach Theodor Storms gleichnamiger Novelle, mit dem Drehbuch von Thea von Harbou, in der Kamera von Fritz Arno Wagner und mit den Bauten von Hans Poelzig. Die zeitgenössische Kritik lobte 1925 „Bilder von berückender Schönheit", in denen man die „herbe, schwermütige Luft der Heide fast körperlich einatmet". Es war der letzte Film des früh verstorbenen Regisseurs – und bis heute eine Rarität, die selbst Kenner nur selten auf der Leinwand erleben.

Die Geschichte hat die Wucht einer alten Ballade: Ein Bruderzwist um das Erbe der holsteinischen Burg Grieshuus, eine verbotene Liebe zwischen dem Junker Hinrich und der schönen Bärbe, Verrat, ein Totschlag – und am Ende die Rückkehr eines Vaters, der sein Kind rettet. Mit Lil Dagover, Paul Hartmann und Rudolf Forster standen die Stars der Zeit vor der Kamera.

Live zu erleben ist dabei die Originalfilmmusik von Gottfried Huppertz, dem meisterhaften Komponisten von „Metropolis", in rekonstruierter Fassung. Huppertz, der die Partitur parallel zu seiner „Metropolis"-Musik schrieb, vertont die wechselnden Stimmungen der Heide mit spätromantischer Farbigkeit: eine Filmmusik, die nicht bloß begleitet, sondern die Seele des Films selbst ist. Das Besondere: Erst wenige Male seit der restaurierten Premiere mit dem hr-Sinfonieorchester unter Frank Strobel ist diese Musik überhaupt wieder live zu hören. Am Dirigentenpult steht Burkhard Götze – im Hauptberuf Posaunist der Brandenburger Symphoniker, dazu Dirigent, Komponist, Arrangeur und anerkannter Filmmusik-Spezialist.

Ein Abend für alle, die Kino lieben – und für alle, die Musik lieben: Man braucht keine Vorkenntnisse, nur die Bereitschaft, sich auf Bilder einzulassen, die 100 Jahre alt sind und doch unmittelbar packen.

Ein Film aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (www.murnau-stiftung.de) in Wiesbaden.

In Zusammenarbeit mit der Europäischen Filmphilharmonie.

Stummfilmkonzert „Zur Chronik von Grieshuus“
Samstag, 10. Oktober 2026, 19.30 Uhr
Audimax der Technischen Hochschule Brandenburg
Magdeburger Straße 51, 14770 Brandenburg an der Havel

Musikalische Leitung: Burkhard Götze
Es spielen: Die Brandenburger Symphoniker

Eintrittspreise:
Preiskategorie A
36,- € / ermäßigt: 30,- €