Herford, 11.05.2026 (lifePR) – Los Angeles, Ende der 1950er Jahre: Mit der legendären Ferus Gallery wird der Grundstein für eine neue, vibrierende Avantgarde Szene gelegt. Hier entstehen ein enges Netzwerk und ein Schmelztiegel künstlerischer Experimentierfreude, inspiriert durch die gegen Konventionen rebellierende Beat-Generation. Unter den Künstler*innen befinden sich zahlreiche Namen der jüngeren Kunstgeschichte, darunter Larry Bell, Wallace Berman, Craig Kauffman, Edward Kienholz und Ed Ruscha – und der junge Architekt Frank Gehry. Gehry, der die Verbindung zwischen Kunst und Architektur bereits seit seinem Studium als Teil seiner DNA beschreibt, wird Teil jener pulsierenden Szene, der so genannten Cool School. Die Offenheit, mit ungewöhnlichen Materialien zu arbeiten, die Hinwendung zu neuen Technologien und die Auseinandersetzung mit Oberflächen, Raum, Licht und der Wahrnehmung spiegeln sich ebenso in Frank Gehrys Werk wie in den Arbeiten der Künstler*innen. Neben der Cool School faszinieren Gehry auch die künstlerischen Entwicklungen in New York, die Ansätze der Minimal Art und Robert Rauschenbergs Assemblagen sowie seine Zusammenarbeit mit Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen. Ein reger Austausch zwischen Kunst und Architektur entsteht.

Mit Mindset Los Angeles – Frank Gehry und die Cool School (27. 6. 2026 – 10. 1. 2027) wirft das Marta Herford einen Blick auf die Anfänge des visionären Architekten Frank Gehry im pulsierenden L.A. der 1950er und 60er Jahre. Die Ausstellung, die in enger Kooperation mit Gehry Partners sowie dem Getty Research Institute entstand, zeigt erstmals frühe Projekte Gehrys im Dialog mit künstlerischen Werken seiner Weggefährt*innen. Rund 130 Werke der amerikanischen Nachkriegsavantgarde und L.A. typischen Strömungen wie Light and Space sowie zahlreiche Projektskizzen und Entwürfe von Frank Gehry spiegeln die damalige Situation in Los Angeles, erzählen vom radikalen Experimentieren mit Gebrauchsmaterialien sowie von der Auseinandersetzung mit räumlichen Gegebenheiten und dem Einfluss von Licht. Das Marta Herford als jüngste von Gehry entworfene Bauskulptur in Deutschland ist dabei selbst Zeugnis seines künstlerischen Denkens: Mit seinen organischen Formen, den geschwungenen und kippenden Wänden, mit der Klinkerverkleidung, seinem bewegten Edelstahldach und den Holzpaneelen, eröffnet das Gebäude unmittelbare Bezüge zu den Themen der Schau. Es ist die erste Ausstellung zum Werk Gehrys nach dessen Tod im Dezember 2025.

Den Bogen ins Heute spannt die zeitgleich eröffnende Ausstellung Mindset Los Angeles – Werke aus der Sammlung Schürmann (27. 6. – 8. 11. 2026), die nicht nur die großformatige Installation The Great See Battles of Wilhelm Schürmann (1994 – 1995) von Jason Rhoades präsentiert, sondern weitere Werke von Künstler*innen versammelt, die an die Auseinandersetzung von Gehry und die frühe Kunstszene von Los Angeles anknüpfen.

Künstler*innen

John Altoon, Carl Andre, Edgar Arceneaux, John Baldessari, Larry Bell, Billy Al Bengston, Wallace Berman, John Chamberlain, Judy Chicago, Meg Cranston / John Baldessari, Ronald Davis, Sean Duffy, Sam Durant, Frank Gehry, Richard Hawkins, David Hockney, Robert Irwin, Donald Judd, Craig Kauffman, Corita Kent, Edward Kienholz, Ed Moses, Claes Oldenburg / Coosje van Bruggen, Ken Price, Robert Rauschenberg, Deborah Remington, Jason Rhoades, Aura Rosenberg, Ed Ruscha, Richard Serra, Pae White