Karlsruhe, 13.04.2026 (lifePR) – Die diesjährigen INDEPENDENT DAYS|25. Internationale Filmfestspiele Karlsruhe erhalten in ihrem Jubiläumsjahr eine spannende Programmerweiterung. Bereits vom 13. April 2026 lädt die XR-Area im Foyer der Badischen Landesbibliothek dazu ein, verschiedene VR-Filme zu erleben. „Im vergangenen Jahr hatten wir bereits testweise zwei XR-Produktionen im Programm. Da diese Technologie neue Erzählweisen ermöglicht, hatten wir in diesem Jahr bei unserer Film-Ausschreibung einen gezielten weltweiten Aufruf gestartet. Insgesamt 35 Filme wurden eingereicht, aus denen unser Programmkomitee zwölf ausgewählt hat“, erklärt Festivalleiter Dr. Oliver Langewitz. „Diese neue Area passt hervorragend zu unserem eigenen VR-Projekt, welches im Rahmen der Innovationsfonds Kunst des Landes Baden-Württemberg gefördert wird“, so Langewitz weiter.

Im Rahmen der XR-Area feiert die neue Episode des immersiven VR-Jugendprojekts „Im Labyrinth der Demokratie: Finde Deinen Weg!“ seine Weltpremiere. Der interaktive Kurzfilm „Hans im Glück“ beschäftigt sich mit §1 des Grundgesetzes, die Würde des Menschen ist unantastbar. Erzählt wird die Geschichte eines obdachlosen Flaschensammlers, der in einem Park von zwei Halbstarken angegriffen wird. Eine junge Mutter muss entscheiden, ob und wie sie in der Szenerie eingreifen soll. Partner dieses Projektes sind das Filmboard Karlsruhe, der Lions-Club Karlsruhe-Mitte sowie das Institut für Institut für Intelligente Interaktion und Immersive Erfahrung an der HKA – Hochschule Karlsruhe.

„Die Erweiterung des Filmfestivalprogramms mit XR-Filmen passt hervorragend zu Karlsruhe – UNESCO City of Media Arts. So öffnen sich die INDEPENDENT DAYS mit diesem XR-Programm dieser verhältnismäßig neuen Technologie, deren Potenziale derzeit auch von Filmemacherseite aus noch ausgelotet werden. Und ich freue mich, dass die XR-Area im Foyer der Badischen Landesbibliothek eine solch prominente Ausstellungsfläche erhalten hat, die sicherlich von vielen Menschen in den nächsten Tagen entdeckt werden wird“, betonte Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein bei der Eröffnung der XR-Area.

Die zwölf Produktionen der XR-Area sind für die BLB-Besucher täglich von 10 bis 18 Uhr erlebbar. Die Themen sind kreativ und vielfältig: das Publikum kann bei „Ad Sidera. Once upon a Sky“ (Italien 2025) den nächtlichen Sternenhimmel erkunden, in der 360° Grad-Tanzperformance „Lychgate“ (USA 2025) wird der Betrachter Teil des Ensembles. Nichts für schwache Nerven ist das Einstellungsgespräch „Perforance Improvement Plan“ (USA 2025), das bei den INDEPENDENT DAYS seine Weltpremiere feiert. Die „VR-Installation „Rapture II – Portal“ (Frankreich 2024) dreht sich um den ukrainischen Vogue-Tänzer Marko, seine verlassene und unzugängliche Wohnung in der seit zehn Jahren vom Krieg gezeichneten Donbass-Region und seine Auseinandersetzung mit seinem Zuhause im digitalen Raum. Auch ein interaktives XR-Spiel ist im Programm: „Lichtung“ (Deutschland 2025) lädt dazu ein, eine solche mit einer virtuellen Taschenlampe zu entdecken.

XR-Award würdigt die beste VR-Experience

Das Filmfestival möchte hierbei die beste VR-Experience würdigen. Die XR-Festival-Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Matthias Wölfel hat aus den zwölf kuratierten Produktionen fünf XR-Filme nominiert. Diese sind: „Deepcore – When Cave Breath“ (China 2025), „Flucht in die Wälder“ (Deutschland 2023), „Himmelfahrt – and the world keeps spinning.“ (Deutschland 2024), „Lychgate“ (USA 2025) sowie „Performance Improvement Plan“ (USA 2025). Welcher Beitrag den Award „Best XR-Experience 2026“ gewinnen wird, wird im Rahmen des CineMeet-Empfangs am Freitag, 17. April 2026, um 15 Uhr in der Filmmakers` Lounge in der SCHAUBURG bekannt gegeben. Preisstifter sind die BrightVox Studios.

„Seit dem Release der HTC Vive im Jahre 2016 können wir auf eine bedeutsame zehnjährige Entwicklung innerhalb dieser Technologie blicken. Durch persönliche Berührungspunkte mit erweiterter- und virtueller Realität, ist der XR-Award für mich daher ein Statement, um hervorragende technische Leistungen zu honorieren – mit der Hoffnung, dass in Zukunft mehr Menschen den Fokus auf die erweiterte Realität legen“, so Preisstifter Johannes Riedl, Composer und Mixing Engineer.

XR-Hub in der Lernwerkstatt

Ein besonderer Höhepunkt ist ein spezieller XR-Workshop in der BLB-Lernwerkstatt. Das von XR-Regisseur Andreas Dahn moderierte Panel eröffnet einen vertieften Diskursraum zur IDIF-XR-Area und ausgewählten XR-Projekten z. B. der Filmakademie Baden-Württemberg sowie des SWR. Ausgehend von konkreten Einblicken in die präsentierten VR-, 180°- und 360°-Arbeiten werden ästhetische, narrative und technologische Strategien immersiven Erzählens ebenso diskutiert wie deren gesellschaftliche, politische und ethische Implikationen.

Game Director Christoph Rasulis zeigt die Ideen, die Philosophie und den Denkprozess um Games und Narrative mit Kultur und Bildung zu verbinden, wie in seinen XR-Games „Green Guardians VR“, „Carbon Dream$ Land“, „Blautopf VR“ oder „Midnight Theater“. Rasulis entwickelt preisgekrönte Lernspiele und -erlebnisse, unter anderem in Zusammenarbeit mit Partnern wie der Filmproduktionsfirma Tellux und pixelcloud, für Fernsehsender wie den SWR und Kika sowie für kulturelle Einrichtungen wie die Bayerische Staatsoper, das Landestheater Tübingen und „Schlösser und Gärten Baden-Württemberg“.

Die vorgestellten Werke des XR-Hubs eröffnen Erfahrungsräume, in denen Zeit, Raum, Erinnerung und Verantwortung neu verhandelt werden – zwischen Kontemplation und Konfrontation, zwischen individueller Erfahrung und kollektiver Dimension. Im Zentrum stehen Fragen nach Würde, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit sowie dem Verhältnis von Mensch, Technologie und Natur. Das Panel versteht sich dabei nicht nur als Präsentationsformat, sondern als Einladung zum offenen Austausch über die Zukunft immersiver Medien als künstlerische, pädagogische und gesellschaftliche Praxis.