Der Februar ist für viele deutsche Urlauber eine Zeit der Gegensätze. Während zu Hause oft grauer Winter und kurze Tage dominieren, locken weltweit Reiseziele alternativ mit Sonne und Wärme oder mit intensiven Natur- und Kulturerlebnissen. Gerade abseits der klassischen Hochsaison bietet der Februar besondere Chancen: weniger Besucher, häufig attraktivere Preise und ein authentischerer Zugang zu Land und Leuten. Wer jetzt reist, kann den Winter bewusst verlängern – oder ihm konsequent entfliehen. Diese fünf Reiseziele zeigen, wie vielseitig der Februar sein kann.

Japan im Winter: Hokkaidō zwischen Schnee, Kultur und Onsen

Hokkaidō, die nördlichste der japanischen Hauptinseln, präsentiert sich im Februar in klassischer Winterform. Dicker Pulverschnee bedeckt Städte und Landschaften, die Temperaturen bleiben frostig, aber meist klar, und das Licht verleiht der Umgebung eine ruhige, fast meditative Stimmung. In Sapporo findet alljährlich das international bekannte Snow Festival statt, bei dem monumentale Schnee- und Eisskulpturen ganze Straßenzüge prägen und zahlreiche Besucher anziehen. Trotz des Andrangs wirkt der Ablauf organisiert und strukturiert – ganz im Sinne der japanischen Winterkultur.

Abseits der Städte ist der Februar Hochsaison für Wintersport und Naturerlebnisse. Skigebiete wie Niseko genießen weltweit einen exzellenten Ruf, vor allem wegen des konstanten Schneefalls und der sehr guten Infrastruktur. Entsprechend hoch ist jedoch auch die Nachfrage, was sich in Preisen und Besucherzahlen widerspiegelt. Nach aktiven Tagen im Schnee gehören Onsen-Besuche fest zum Erlebnis: In heißen Thermalquellen, umgeben von verschneiter Landschaft, entfaltet der japanische Winter seine besondere Intensität. Hokkaidō eignet sich besonders für Reisende, die Winter nicht meiden, sondern bewusst erleben möchten.

Namibia: Grüne Weiten und wilde Tierwelt im südlichen Afrika

Namibia wird häufig mit trockenen Wüstenlandschaften und staubigen Pisten assoziiert, doch im Februar zeigt sich das Land von einer anderen, überraschend grünen Seite. Die Regenzeit bringt frisches Leben in Savannen und Halbwüsten, Flüsse führen wieder Wasser, und die Landschaft wirkt deutlich abwechslungsreicher als in der Trockenzeit. Besonders für Fotografen ergeben sich eindrucksvolle Kontraste aus Wolkenhimmeln, satten Farben und weiten Ebenen.

Auch Tierbeobachtungen haben in dieser sogenannten Green Season ihren Reiz. Im Etosha-Nationalpark verteilen sich die Tiere zwar stärker, was Sichtungen weniger planbar macht, dafür lassen sich viele Jungtiere sowie eine große Vielfalt an Vogelarten beobachten. Die Temperaturen sind hoch und können feucht wirken, Regenfälle können zudem einzelne Straßen zeitweise beeinträchtigen. Namibia ist daher im Februar weniger ein Ziel für schnelle Safaris, sondern für Reisende, die flexibel sind und die Weite, Ruhe und natürliche Dynamik des Landes bewusst schätzen.

La Réunion: Vulkaninsel voller Kontraste im Indischen Ozean

La Réunion gilt als eine der vielseitigsten Inseln im Indischen Ozean. Als französisches Überseegebiet verbindet sie europäische Infrastruktur mit tropischer Natur und kultureller Vielfalt. Im Februar herrscht Hochsommer: Die Temperaturen sind warm, die Vegetation üppig, und Wasserfälle zeigen sich besonders eindrucksvoll. Von den Küstenregionen bis in die zerklüfteten Berglandschaften im Inselinneren wirkt die Insel intensiv und lebendig.

Der Februar fällt allerdings in die Regen- und Zyklonsaison, weshalb mit kräftigen Schauern, hoher Luftfeuchtigkeit und zeitweisen Einschränkungen gerechnet werden muss. Wanderungen in Talkesseln wie Mafate oder Salazie führen durch dichten Regenwald und spektakuläre Landschaften, sind aber wetterabhängig. An der Küste laden Lagunen und geschützte Strände zur Erholung ein, während der aktive Vulkan Piton de la Fournaise ein faszinierendes, jedoch stets zu beobachtendes Naturphänomen bleibt. La Réunion richtet sich im Februar vor allem an flexible Reisende, die Naturerlebnisse und Bewegung schätzen und kurzfristige Plananpassungen als Teil ihrer Reise erleben möchten.

Philippinen: Inselträume und tropische Leichtigkeit

Der Februar zählt zu den beliebtesten Reisemonaten für die Philippinen. Die Trockenzeit bringt viel Sonne, angenehme Temperaturen und meist ruhige See, ideale Bedingungen für Strandurlaub, Inselhopping und Wassersport. Regionen wie Palawan präsentieren sich mit türkisfarbenem Wasser, Kalksteinfelsen und weißen Stränden von ihrer besten Seite. In vielen Gegenden ist der Tourismus gut etabliert, gleichzeitig gibt es abseits bekannter Hotspots noch ruhige Inseln mit authentischem Charakter.

Taucher und Schnorchler profitieren im Februar von klarer Sicht und stabilen Bedingungen. Die Hitze bleibt moderat, die Luftfeuchtigkeit vergleichsweise angenehm. In stark frequentierten Regionen kann es allerdings auch in dieser Zeit belebt werden. Insgesamt eignen sich die Philippinen im Februar besonders für Reisende, die klassische Tropenlandschaften erleben möchten, ohne extreme Wetterbedingungen in Kauf zu nehmen.

Andalusiens Atlantikküste: Mildes Europa mit Weitblick

Wer im Februar lieber in Europa bleibt, findet an der andalusischen Atlantikküste eine vielseitige und entspannte Alternative. Städte wie Cádiz verbinden lange Geschichte mit maritimem Flair, während die Costa de la Luz mit weiten Stränden, Dünenlandschaften und offenen Horizonten überzeugt. Die Temperaturen bewegen sich meist im milden Bereich und eignen sich gut für Stadtbesichtigungen, Spaziergänge und Naturerkundungen.

Gerade in den Wintermonaten zeigt sich die Region von ihrer ruhigen Seite. Lokale Märkte, Tapasbars und der Alltag der Einheimischen prägen das Bild, während Surfer die verlässlichen Atlantikwellen schätzen. Das Meer bleibt kühl, klassische Badetage sind eher selten, dafür lassen sich Naturparks, historische Orte und Küstenlandschaften ohne sommerlichen Trubel erkunden. Die andalusische Atlantikküste ist im Februar ideal für Reisende, die Kultur, Kulinarik und Natur verbinden möchten – und dabei bewusst in Europa bleiben wollen.

(elm/spot)

Bild: Sonne tanken an Traumstränden? Auf den Philippinen kein Problem! / Quelle: istock/Wirestock