Sobald die Temperaturen um den Gefrierpunkt schwanken, verwandeln sich Gehwege oft über Nacht in gefährliche Rutschbahnen. Besonders tückisch ist das sogenannte „Blitzeis“, bei dem Regen auf dem gefrorenen Boden sofort gefriert. Stürze auf Eis und Schnee führen jedes Jahr zu tausenden Knochenbrüchen und Bänderrissen. Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln und dem richtigen Schuhwerk lässt sich das Risiko erheblich senken.
Gehen wie ein Pinguin
Es klingt amüsant, ist aber die effektivste Methode der Sturzprävention: der Pinguin-Gang. Das Problem beim normalen Gehen: Wir verteilen das Körpergewicht fast gleichmäßig auf beide Beine. Wenn wir auf Eis auftreten, wirkt die Kraft schräg nach unten, und das Bein rutscht weg.
Beim Pinguin-Gang wird der Oberkörper leicht nach vorn geneigt. Den Fuß mit der ganzen Sohle aufsetzen und den Körperschwerpunkt direkt über das vordere Bein verlagern; so tritt der Fuß senkrecht auf den Boden auf und hat maximalen Halt. Am besten sind kleine, langsame Schritte – je kürzer, desto geringer die Hebelwirkung beim Ausrutschen.
Das richtige Schuhwerk
Bei Glätte sollte man konsequent auf Schuhe mit glatten Ledersohlen oder Absätzen verzichten. Ideal sind weiche Gummisohlen mit einem tiefen, ausgeprägten Profil. Für extreme Glätte gibt es elastische Überzieher mit kleinen Metallspikes oder Stahlfedern. Diese lassen sich einfach über die normalen Schuhe ziehen und bieten auf Eis exzellenten Halt.
Gute Vorbereitung
Oft stürzen wir, weil wir es eilig haben. Zeitdruck ist der größte Feind der Trittsicherheit. Im Winter am besten fünf bis zehn Minuten früher aus dem Haus gehen. Wer rennt, rutscht.
Die Hände aus den Jackentaschen nehmen! Die Arme sind wichtig für das Gleichgewicht. Zudem lässt sich ein Sturz so mit den Händen abfangen (idealerweise mit Handschuhen). Eine dicke Winterjacke und eine Mütze dienen im Ernstfall als Polster.
Richtig fallen
Wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt, kann die Art des Fallens über die Schwere der Verletzung entscheiden. Besonders wichtig: Den Kopf schützen! Beim Fallen das Kinn zur Brust ziehen, um ein Aufschlagen des Hinterkopfes zu verhindern. Nicht versteifen, versuchen locker zu bleiben und eher abrollen, als den Sturz starr mit den Handgelenken abzufangen.
(ncz/spot)
Bild: Schnee, Eis, Matsch: Vielerorts sieht es aktuell so aus. / Quelle: iStock via Getty Images/Chris Bucanac