Am Sonntag läuft der neuen Bremer „Tatort: Wenn man nur einen retten könnte“ (25. Januar um 20:15 Uhr in der ARD). In ihrem achten Fall bekommt Kommissarin Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer, 36) Verstärkung, nachdem ihre Kollegin Linda Selb (Luise Wolfram, 38) verletzt ins Krankenhaus muss. Ab dann an ihrer Seite: Tijan Njie (33) als charmanter KDD-Beamter Patrice Schipper, genannt „Prince“. Da kommt sogar die sonst so kühle Moormann ins Flirten.
Nije dürfte dem TV-Publikum vor allem aus seiner Zeit bei „Alles was zählt“ bestens vertraut sein, wo er von 2018 bis 2021 die Rolle des Moritz „Mo“ Brunner verkörperte. 2020 tanzte er sich bei „Let’s Dance“ mit Partnerin Kathrin Menzinger auf den vierten Platz. Seinen bisherigen Karrierehöhepunkt stellte 2023 das Milli-Vanilli-Biopic „Girl You Know It’s True“ dar, in dem er die Hauptrolle als 1998 verstorbener Bühnenkünstler Rob Pilatus spielte.
Zum ersten Mal im Sonntagskrimi…
Für den Wahl-Kölner ist es sein erster Einsatz in einem „Tatort“. „Das ist in der deutschen Fernsehkultur ein sehr traditionsreiches Format und jeder Schauspieler ist glücklich darüber, wenn er bei so einem TV-Krimi eine Rolle bekommt“, verriet er im Gespräch mit der „Westdeutschen Zeitung“. Zwar stand er bereits für „SOKO München“ und „SOKO Köln“ vor der Kamera, doch der „Tatort“ sei eben etwas Besonderes.
Deshalb stürzte sich Nije auch tief in die Vorbereitung auf seine Rolle. Dazu schaute er sich diverse Krimis an und traf sich mit einem echten Kommissar, um dessen Berufsalltag kennenzulernen. „Da geht es dann auch um ganz kleine Dinge, wie das Duzen oder Siezen unter Kollegen bei der Polizei, das Verhalten vor Ort am Tatort oder die Befragung von Zeugen“, so der Schauspieler. Der Kommissar war auch während der Dreharbeiten am Set dabei und beriet das Team.
… und ein einmaliger Einsatz beim „Tatort“
Der Fall selbst führt die Ermittler in die Bremer Studentenwelt. Eine junge Jurastudentin wird ermordet an einem Nachtclub aufgefunden. Hinter ihrem Tod verbirgt sich eine Abwärtsspirale aus Leistungsdruck, finanziellen Nöten, Drogen und Partys sowie ein Beziehungs- und Familiendrama.
Bei dieser schweren Kost sorgt besonders Tijan Nijes Rolle für Auflockerung. Seinen Charakter Patrice beschreibt er gegenüber Radio Bremen als Ermittler, der „Sensibilität mit einer natürlichen, sympathischen Leichtigkeit“ verbindet, „die selbst in angespannten Situationen für eine entspannte Atmosphäre sorgt und dem Team kurze Momente zum Durchatmen ermöglicht. Dabei überschreitet er niemals Grenzen und ordnet sich mühelos unter.“ Umso enttäuschender, dass es für seine Figur bei einer einmaligen Episodenhauptrolle bleibt.
Am Ende des Films eröffnet Patrice Kommissarin Moormann: „Mordermittlung ist nichts für mich. Das ganze Rumlaufen, Fragenstellen – also da bin ich lieber beim KDD. Da wo’s abgeht auf der Straße, wo es einfach real ist, wo ich gebraucht werde.“ Moormanns nüchternes Fazit, dem viele Fans zustimmen dürften: „Schade, hast es eigentlich ganz gut gemacht.“
Wann es mit Moormann und Selb indes weitergeht, steht noch nicht fest. Seit Radio Bremen aufgrund von Sparmaßnahmen nur noch einen „Tatort“ pro Jahr produziert, müssen sich Fans gedulden. Der nächste Fall wird voraussichtlich ab Juni 2026 gedreht – einen Arbeitstitel gibt es noch nicht.
(eyn/spot)
Bild: Tijan Nije spielt im „Tatort“ einen Ermittler vom Kriminaldauerdienst. / Quelle: Radio Bremen/Magdalena Stengel