Frischer Bob, frischer Wind: Im neuen Ludwigshafen-„Tatort: Sashimi Spezial“ (1. März, 20:15 Uhr, das Erste) ermittelt Schauspielerin Lisa Bitter als Kommissarin Johanna Stern so prominent wie selten zuvor. An der Seite der dienstältesten Kult-Ermittlerin Lena Odenthal – seit 1989 von Ulrike Folkerts (64) verkörpert – könnte die Schauspielerin nun endgültig aus deren Schatten treten. Grund genug, sich nochmal die Eckdaten ihrer Karriere in den Kopf zu rufen.

Lisa Bitter kam 1984 in Erlangen zur Welt und wuchs im fränkischen Herzogenaurach auf. Schon als Jugendliche zog es sie in zwei ganz unterschiedliche Richtungen: Auf der einen Seite betrieb sie Leichtathletik als Leistungssport, auf der anderen entdeckte sie in der Theater-AG ihrer Schule die Liebe zur Bühne. Nach dem Abitur schlug sie zunächst einen akademischen Weg ein und schrieb sich für Biologie in Düsseldorf ein, ehe sie zu Kulturwissenschaften und Journalistik nach Leipzig wechselte.

Die Initialzündung in Leipzig

Dort kam alles anders: Die Schauspielstudenten der renommierten Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ begeisterten Bitter so sehr, dass sie sich kurzerhand bewarb – und angenommen wurde. Von 2004 bis 2009 absolvierte sie ihr Schauspieldiplom. Schon während der Ausbildung stand sie 2007/2008 am Neuen Theater Halle in Produktionen wie „Das Haus in Montevideo“ und „Feuchtgebiete“ auf der Bühne.

Von 2009 bis 2013 gehörte Bitter dann zum festen Ensemble des Staatstheaters Stuttgart. Dort übernahm sie anspruchsvolle Partien wie die Ophelia in „Hamlet“ und die Kriemhild in „Die Nibelungen“. Gastspiele am Schauspielhaus Hamburg („Der Sturm“, 2013) und am Schauspielhaus Zürich („Schuld und Sühne“, 2014) folgten.

Der Sprung ins Fernsehen

Ihren Durchbruch vor der Kamera feierte Bitter laut Agentur bereits 2009 bis 2010 als Hauptfigur Ina Frisch in der SWR-Serie „Laible und Frisch“ – sie spielte die rebellische, umweltbewusste Tochter eines Konzernchefs. Ab 2013/2014 übernahm sie dann die Rolle, die sie bis heute prägt: Als Johanna Stern, Spezialistin für operative Fallanalyse, ermittelt sie zunächst im Ludwigshafener „Tatort“ an der Seite von Ulrike Folkerts. Als Kommissar Mario Kopper (65) 2018 aus der Reihe ausstieg, wuchs ihre Figur zur zweiten Hauptermittlerin heran.

Auch jenseits des Sonntagskrimis ist Bitter gefragt: 2020 bis 2021 brillierte sie in der Amazon-Serie „Der Beischläfer“ als Berufsrichterin Dr. Julia Kellermann neben Markus Stoll (46) alias Harry G. Im Kino startete sie 2012 mit der Hauptrolle in Sönke Wortmanns (66) Komödie „Das Hochzeitsvideo“ und landete 2017 mit „Dieses bescheuerte Herz“ an der Seite von Elyas M’Barek (43) einen Publikumserfolg. Weitere Filme wie „Conni & Co.“ (2016), „Rate your Date“ (2019) und „Die Goldfische“ (2019) ergänzen ihre Filmografie.

Sportlich auch abseits der Kamera

Dass Bitter im Fahrradkurier-Krimi „Sashimi Spezial“ den sportlichen Part übernimmt, kommt nicht von ungefähr. Rennradfahren gehört tatsächlich zu ihren Leidenschaften, wie sie spot on news einmal in einem Interview verriet: „Ich treibe viel und regelmäßig Sport […] Ich habe ein Rennrad, ich gehe viel joggen, schwimmen, ich nehme Reitstunden und bin Alpenvereinsmitglied und dementsprechend viel im Gebirge unterwegs.“

Darüber hinaus beherrscht Bitter laut Agentur Dialekte wie Bayerisch, Fränkisch und Berlinerisch. Und sie weiß mit Gegenwind umzugehen. Auf den Umgang mit Kritik angesprochen, sagte sie bereits in einem frühen Interview mit „Academicworld.net“: „Von Regisseuren und geschätzten Kollegen bedeutet sie mir viel […] Ich denke, ich bin glücklicherweise recht robust.“ Eine Eigenschaft, die im harten TV-Geschäft sicher nicht schadet.

(ili/spot)

Bild: Lisa Bitter (l.) spielt seit 2014 Johanna Stern an der Seite von Ulrike Folkerts als Lena Odenthal in den Ludwigshafener „Tatort“-Krimis. / Quelle: SWR/Benoît Linder