Kaum war der letzte Ton von Bad Bunnys (31) Halftime-Show beim Super Bowl LX verklungen, griff US-Präsident Donald Trump (79) zum Smartphone. Auf seiner Plattform Truth Social holte er zum verbalen Rundumschlag gegen den puerto-ricanischen Rapper aus – und ließ dabei kein gutes Haar an dessen Auftritt im Levi’s Stadium in Santa Clara, Kalifornien.

„Die Halbzeit-Show des Super Bowls ist absolut schrecklich, eine der schlechtesten aller Zeiten!“, wetterte Trump. Die Performance ergebe „keinen Sinn“ und sei „eine Beleidigung für die Größe Amerikas“. Besonders die Sprache störte den Präsidenten: „Niemand versteht ein Wort von dem, was dieser Typ sagt.“ Auch die Tanzeinlagen seien „ekelhaft, besonders für kleine Kinder, die in den USA und auf der ganzen Welt zusehen“. Die Show sei ein „Schlag ins Gesicht“ für das Land.

Über 40 Millionen US-Amerikaner sprechen Spanisch

Trumps Kritik an der spanischsprachigen Performance ignoriert eine simple Tatsache: Mehr als 40 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten sprechen Spanisch als Muttersprache. Bad Bunny, einer der derzeit weltweit angesagtesten Musiker, hatte sich bewusst dafür entschieden, seine Kultur zu feiern – ohne dabei auf politische Provokation zu setzen.

Statt Konfrontation lieferte der Künstler eine Show voller Lebensfreude und Zusammenhalt. Arbeiter, Liebespaare und Tänzer zogen durch ein inszeniertes Zuckerrohrfeld, während Bad Bunny die Vielfalt Lateinamerikas feierte. Am Ende ließ er eine Reihe lateinamerikanischer Flaggen einblenden und rief: „Gott schütze Amerika, sei es Chile, Argentinien“ – und schloss mit den USA sowie seiner „Heimat Puerto Rico“ auf Englisch und Spanisch. Auf einer großen Videoleinwand prangte die Botschaft: „Das Einzige, was mächtiger ist als Hass, ist Liebe.“

Donald Trump hatte schon vorab geschimpft

Die Wuttirade kam nicht aus heiterem Himmel. Bereits vor dem Super Bowl hatte Trump in einem Interview mit der „New York Post“ sowohl Bad Bunny als auch Green Day als „schreckliche“ Auswahl bezeichnet. Die politisch links einzuordnende Punkband eröffnete den Abend. „Ich bin gegen die“, sagte der Präsident über beide Acts. „Alles, was das bewirkt, ist Hass zu säen.“

Green Day performte vor dem Kickoff zwischen den New England Patriots und den Seattle Seahawks und spielte dabei unter anderem ihren Kulthit „American Idiot“. Allerdings griff die Regie laut übereinstimmenden Medienberichten an gleich zwei Stellen ein: Die Originalzeile „The subliminal mindfuck America“ (zu Deutsch in etwa „Die unterschwellige Gehirnwäsche Amerikas“) wurde ebenso gestrichen wie die eigens umgedichtete Passage „I’m not part of a MAGA agenda“ (zu Deutsch in etwa: „Ich bin nicht Teil der MAGA-Bewegung“).

(dr/spot)

Bild: Bad Bunny während seines Auftritts beim Super Bowl 2026. / Quelle: Todd Rosenberg/Getty Images