Seit dem vergangenen Dezember dürfen Jugendliche und Kinder unter 16 Jahren in Australien kein eigenes Social-Media-Konto mehr auf Plattformen wie TikTok, X und Instagram aber auch auf YouTube und Twitch besitzen. Das Land war damit das erste der Welt, das eine solche Altersbeschränkung eingeführt hat. Überlegungen für eine Sperre nach australischem Vorbild gibt es auch in Deutschland. Der „Bild“-Zeitung liegt aktuell ein entsprechender Antrag des Landesverbands Schleswig-Holstein der CDU für den Parteitag in diesem Februar vor.

Forderung von „klarer Schutzgrenze“ bei Social Media

„Ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für offene Plattformen, flankiert durch verpflichtende Altersverifikation, setzt eine klare Schutzgrenze und trägt den besonderen Entwicklungsbedarfen junger Menschen Rechnung“, heiße es dem Bericht zufolge in dem Antrag. In Theorie würde es somit also erforderlich werden, sein Alter nachzuweisen, bevor entsprechende Plattformen genutzt werden können. Genannt würden Instagram, TikTok und Facebook.

Die Regelung solle junge Menschen „vor den Auswirkungen von Hass und Hetze, vor psychischem Druck, Mobbing oder dem Einfluss schädlicher Inhalte im Netz“ schützen. Das Social-Media-Modell Australiens werde als Vorbild für ein möglicherweise vergleichbares Vorgehen in Deutschland genannt.

Was das für Nutzerinnen und Nutzer hierzulande genau bedeuten würde, ist bislang unklar. So ist etwa noch nicht ersichtlich, wie die Altersbeschränkung genau umgesetzt werden könnte. In Australien werden die Unternehmen hinter den Social-Media-Plattformen in die Verpflichtung genommen und nicht Erziehungsberechtigte. Laut offizieller Angaben wurden auf den dort derzeit zehn betroffenen Plattformen in der ersten Dezemberhälfte rund 4,7 Millionen Accounts von Jugendlichen und Kindern unter 16 Jahren identifiziert und der Zugang dazu eingeschränkt.

Auch Klarnamenpflicht gewünscht

Carsten Linnemann (48) unterstützt den Vorstoß. „Ich bin für Social Media ab 16. Kinder haben ein Recht auf Kindheit“, sagt der Generalsekretär der CDU der Tageszeitung. „Wir müssen Kinder auch in der digitalen Welt vor Hass, Gewalt, Verbrechen und manipulativer Desinformation schützen. In sozialen Netzwerken sind sie Inhalten ausgeliefert, die sie nicht einordnen und verarbeiten können.“

Generell sollen die Anbieter laut des Berichts mehr Verantwortung übernehmen sowie mehr Transparenz bieten. So solle es etwa ersichtlich sein, warum Algorithmen welchen Inhalt der jeweiligen Nutzerinnen oder dem Nutzer zeigen. Daneben sei eine Klarnamenpflicht gefordert. Userinnen und User müssten dann ihren Realnamen nutzen – in welchem Umfang, beziehungsweise auf welchen Plattformen, ist derzeit offen.

(wue/spot)

Bild: In Australien wurde ein Zugang zu Social-Media-Accounts Ende 2025 für Menschen unter 16 Jahren eingeschränkt. / Quelle: iStock via Getty/Marina Demidiuk