In seiner MagentaTV-Talkreihe „Bestbesetzung“ hat Johannes B. Kerner (61) diesmal einen besonders interessanten – und normalerweise in Hinblick auf sein Privatleben verschwiegeneren – Gast. Im Münchner Rathaus, auf dessen Balkon sein Gesprächspartner etliche deutsche Meisterschaften mit dem FC Bayern feierte, traf er sich mit Thomas Müller (36). Im Gespräch reflektiert der Fußballer über seinen Weg in den Sport, den Abschied aus München und das neue Leben in Kanada, wo er seit Sommer bei den Vancouver Whitecaps unter Vertrag steht. Das Interview ist ab dem 26. März 2026 exklusiv bei MagentaTV+ abrufbar.

Müller erzählt Kerner unter anderem, wie früh er sich nur auf den Fußball fokussiert hat. „Ich hatte keinen Plan B. Dafür war meine Perspektive im Hinblick auf Profifußball schon ab dem Alter von sagen wir mal 16 Jahren zu gut“, sagt er. Er sei immer bereit gewesen, Risiken einzugehen und für den Traum auch zu verzichten. „Aber ich war nie ein Riesentalent“, stellt er klar.

„Habe mich für den Fußball entschieden“

Und der Fußball steht für ihn auch heute noch an erster Stelle, wie er deutlich macht. Müller macht keinen Hehl daraus, dass die Entscheidung für seinen Wechsel nach Kanada nicht ganz reibungslos über die Bühne gegangen ist. Immerhin ist seine Ehefrau Lisa Müller (36) wegen ihrer Karriere im Reitsport und des gemeinsamen Gestüts in der Heimat geblieben. „Diskussion“ habe es gegeben, räumt er ein. „Am Ende des Tages habe ich mich für den Sport entschieden.“ Wer übrigens denkt, Müller telefoniere abends noch ausgiebig mit der Heimat, liegt falsch. Um 22:30 Uhr Ortszeit ist das Handy aus – Zeitverschiebung hin oder her. „Das habe ich schon nach der ersten Woche gelernt: Flugmodus.“

In Vancouver hat er sich nach eigenem Bekunden gut eingelebt. Die Whitecaps seien in der Stadt zwar nur „das zweitwichtigste Sportteam – nach den Eishockey-Jungs“. Doch die Begeisterung der Fans überrasche ihn positiv: „Ich genieße es schon sehr, dass wir die Menschen dort in den vergangenen Monaten mitnehmen konnten. Die sind jetzt richtig heiß auf Fußball.“

Wieder zurück zu den Bayern?

Den Abgang aus München spricht Thomas Müller bei Kerner ebenfalls direkt an. Er hätte seinen Vertrag gerne verlängert – die Vereinsführung sah das anders, ohne ihn nach seinem Empfinden ausreichend einzubeziehen. Zugleich ist er versöhnlich: „Der Abschied selbst war dann aber eigentlich schon sehr harmonisch. Ich habe die Wertschätzung von allen Beteiligten gespürt.“

Ob er eines Tages als Funktionär zurückkehrt – womöglich als Sportdirektor? Müller hält sich alle Türen offen: „Ich bin ein Nichts-Ausschließer. In meinem Leben habe ich es immer mal wieder hinbekommen, durch eine Tür zu gehen, wenn ich das wollte – auch wenn sie nur einen Spalt offen war.“

Das gilt allerdings nicht für die Nationalmannschaft, da ist eine Rückkehr ins Team von Julian Nagelsmann völlig ausgeschlossen. „Also, wenn er mich anruft, dann hat er eine Meise. Dann hat er wirklich ein Problem. Wie viele müssten denn da ausfallen? 15?“, witzelt Müller. Als WM-Experte für MagentaTV wird er bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko aber ohnehin vor Ort sein.

(eyn/spot)

Bild: Thomas Müller (li.) und Johannes B. Kerner trafen sich im Münchner Rathaus. / Quelle: MagentaTV/Marco J. Drews.