Es war ein Auftritt, der Mut machte – und zugleich betroffen stimmte. Nur wenige Wochen nachdem der norwegische Königshof die dramatische Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes bestätigt hatte, zeigte sich Kronprinzessin Mette-Marit (52) am Montag in der Öffentlichkeit. Gemeinsam mit Ehemann Kronprinz Haakon (52) nahm sie an einer Gedenkveranstaltung im Osloer Rathaus teil, wie das norwegische Königshaus auf seiner offiziellen Website mitteilte.
Der Anlass: Vor genau 25 Jahren, am 26. Januar 2001, wurde der 15-jährige Benjamin Hermansen Opfer eines rassistisch motivierten Mordes. Ein Verbrechen, das ganz Norwegen erschütterte und bis heute nachwirkt. Das Kronprinzenpaar wollte bei der Gedenkfeier dabei sein – trotz aller privaten Belastungen.
800 Schüler erinnern an Opfer rassistischer Gewalt
Wie der Palast auch auf Instagram mitteilte, waren rund 800 Schülerinnen und Schüler aus ganz Oslo in das Rathaus der norwegischen Hauptstadt eingeladen worden. Auf dem Programm standen musikalische Beiträge von Künstlern wie Maria Mena und Musti sowie eine Podiumsdiskussion mit jungen Stimmen zum Thema „Wir sagen ’nie wieder‘ – aber wie?“.
Neben dem Kronprinzenpaar nahmen auch Parlamentspräsident Masud Gharahkhani, Arbeits- und Inklusionsministerin Kjersti Stenseng sowie Oslos Bürgermeisterin Anne Lindboe an der Veranstaltung teil.
Mette-Marit und Haakon trafen während der Veranstaltung auf die Familien von Benjamin Hermansen und Tamima Tibras Juhar. Letztere war erst im vergangenen Herbst bei einem ebenfalls rassistisch motivierten Angriff an ihrem Arbeitsplatz getötet worden.
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Mette-Marit kämpft an zwei Fronten
Dass Mette-Marit bei diesem Termin erschien, ist alles andere als selbstverständlich. Mitte Dezember hatte der Palast bestätigt, dass sich die Lungenfibrose der Kronprinzessin massiv verschlechtert hat. Professor Are Martin Holm vom Universitätsklinikum Oslo erklärte laut Palastmitteilung: „Wir nähern uns dem Zeitpunkt, an dem eine Lungentransplantation notwendig sein wird.“
Die 52-Jährige selbst äußerte sich gegenüber dem Sender „NRK“ ungewohnt offen: „Der Verlauf war lange Zeit recht langsam, aber jetzt ist er schneller vorangeschritten, als sowohl ich als auch die Ärzte erwartet hatten.“ Ehemann Haakon bestätigte, dass die Familie die Veränderung deutlich spüre: „Wir haben gesehen, dass es ihr schwerer fällt zu atmen.“
Sie will ihre Pflichten weiter erfüllen
Trotz allem habe Mette-Marit laut Palast ein „starkes Interesse daran geäußert, ihre Aufgaben weiterhin wahrzunehmen“. Ihr Auftritt im Osloer Rathaus war der Beweis dafür. Während sie auf eine Lungentransplantation wartet und parallel mit der belastenden Gerichtssituation um ihren Sohn Marius Borg Høiby (29) konfrontiert ist, stellt sie ihre royalen Pflichten nicht hintenan. Am 28. Januar soll beriets der nächste Termin folgen: die Teilnahme am 100. Jubiläum der Bibliothek von Fredrikstad.
(ili/spot)
Bild: Mette-Marit und Kronprinz Haakon im Osloer Rathaus. / Quelle: Det kongelige hoff