Auf dem Sofa inmitten der Investoren nehmen in der aktuellen Folge von „Die Höhle der Löwen“ (montags, 20:15 Uhr, VOX oder vorab streambar auf RTL+) zwei bekannte Gäste Platz: Anne und Stefan Lemcke pitchten vor zehn Jahren selber als Start-up-Gründer. Ihr Food-Label Ankerkraut lieferte seither die wohl größte Erfolgsgeschichte der Sendung. Aus dem Start-up wurde eine Firma mit 250 Mitarbeitenden um einem jährlichen Umsatz von 50 Millionen Euro. 2022 verkauften die Lemckes ihre Firma und sind seither Multi-Millionäre. Das in einer Villa auf Mallorca lebende Paar hat dadurch jetzt mehr Zeit für die Familie. Und: „Wir haben die letzten zwei Jahre in 30 Start-ups investiert“, so Stefan Lemcke. Bei „DHDL“ wollen sie „so viele Deals wie möglich abschließen“.
Klebendes Messband: „Gibt es das nicht schon?“
Eine erste Investitions-Gelegenheit könnte das Start-up von Vick de Froz Jorge Manuel (31) sein. Für sein selbstklebendes Messband braucht der Betriebswirtschafter und Handwerker eine Investition von 50.000 Euro für 20 Prozent Firmenanteile. Sein hoch gestecktes Ziel: „Jeder Haushalt soll mein Klebeband benutzen“.
„Ich liebe einfache Produkte“, freut sich Tech-Investor Frank Thelen (50). „Aber gibt es das nicht schon?“, fragt er. „Andere haben die Idee vielleicht schon gehabt. Aber keiner hat es geschafft, sie so umzusetzen wie ich“, entgegnet der Start-up-Gründer selbstbewusst und fügt an, sein Klebeband sei „genauer als ein Zollstock“. Thelen findet das Produkt zwar spannend, gibt aber weiter zu bedenken, dass der Baumarkt nicht sein Gebiet sei und springt ab. Aus dem gleichen Grund sagen auch die anderen Löwen ab – bis auf einen: Handelsprofi Ralf Dümmel (59) ist für den Deal genau der Richtige. „Sowas gehört in jeden Haushalt“, findet er und macht das Angebot. „Ich sage ja“.
Gesunder Getränkezusatz: „Ihr seid damit nicht die ersten“
Auch Madlen Baetzgen (46) und Christina Schwörbel (51) kämpfen damit, ihr Produkt gegen den bereits bestehenden Markt durchzusetzen. Die Marketing-Frauen kennen sich aus der Zusammenarbeit bei einem großen Getränkekonzern, wollen sich nun aber selbständig machen. „Menschen sollen mehr Leitungswasser trinken und weniger Flaschen benutzen“, ist die Idee hinter ihren natürlichen Tee-Extrakten zum Mischen mit Leitungswasser. „Ihr seid damit aber nicht die ersten“, bemerkt Frank Thelen und ist wenig später raus.
Die Business-Idee soll auch ein Klima- und Gesundheitsproblem angehen: „16 Milliarden Plastikflaschen mit teils überzuckerten Fertiggetränken werden jedes Jahr durch Deutschland transportiert. Das ist nicht mehr zeitgemäß“, erklärt Schwörbel und will 150.000 Euro für 10 Prozent Firmenanteile. Das Tasting findet Anklang. „Sehr lecker“, kommentiert Beauty-Investorin Judith Williams (54). Und auch der Nachhaltigkeitsgedanke kommt an. „Plastikflaschen sind ein riesen Problem“, so Anne Lemcke. Aber: „Wir haben bereits in ein Start-up investiert, das zu 95 Prozent das gleiche Produkt herstellt“. Damit sind Lemckes genau wie alle weiteren Löwen raus.
Eisbad für die Badewanne
Aurel Hampl (26) und Nicolai Trittmann (26) wollen auf den Trend des Eisbadens aufspringen und ein Kühlgerät für die Badewanne auf den Markt bringen. Denn: „Wer hat schon Platz für eine Eistonne?“ – ihr Gerät soll in jedes Badezimmer passen und das Badewannenwasser auf etwa 6 Grad abkühlen.
„Wer von euch ist ein echter Löwe und traut sich da jetzt rein?“, fordern die Gründer die Löwen heraus, in die aufgebaute Badewanne zu steigen. Es herrscht Zurückhaltung. „Wenn ihr euch alle nicht traut, mach ich das“, sagt Anne Lemcke und steigt mitsamt Kleid ohne mit der Wimper zu zucken in die Eiswanne. Carsten Maschmeyer (66) ist beeindruckt: „Ein Applaus für den Mut.“
„Ich praktiziere das auch“, erzählt Frank Thelen. Nur: „Eure Erfindung ist nicht gigantisch. Das ist einfach ein Wärmetauscher.“ Und dieser werde unweigerlich zu viel warme Luft im Badezimmer produzieren. Außerdem findet er den Preis von knapp 1.500 Euro plus monatliche App-Abokosten von knapp 20 Euro viel zu hoch. Auch diesmal springt ein Löwe nach dem anderen ab, bis am Ende nur noch die Gast-Löwen übrig bleiben, die vom Eisbaden an sich begeistert sind und hin und her überlegen. „Wir könnten eure Kunden sein“, so Anne Lemcke. Und Investoren? „So gerne wir das auch machen möchten. Wir haben nicht die Expertise dafür“.
Alle Löwen lieben Nüsse
Amelie (42) und Timo Sperber (44) leben bereits von ihrem Start-up „Supernutural“, das sie nun mit einer Investition von einer halben Million Euro für 6,25 Prozent Firmenanteile weiterentwickeln wollen. Das Paar entwickelte ein Küchengerät, das auf Knopfdruck aus Nüssen frische Nusscreme macht. Bisher liefern sie an Unternehmer, die Hotellerie und Spitzensportler. Nun wollen sie eine kleinere Version des Geräts für den Privathaushalt auf den Markt bringen.
Zum ersten Mal in der aktuellen Sendung sind alle Löwen begeistert. „Das ist der Hammer“, ruft der sonst stets skeptische Thelen aus. Besonders begeistern die Löwen die wiederkehrenden Umsätze der Nussmischungen im Monatsabo. Die Knacknuss: 1.500 Euro Anschaffungskosten und auch die Abokosten für die Nüsse sind für Privatkunden zu teuer.
Am Ende erhalten Sperbers ein Kombiangebot von Frank Thelen gemeinsam mit Stefan und Anne Lemcke. Sie investieren gemeinsam die halbe Million, wollen aber 10 Prozent Firmenanteile. Ihr Ziel: Sie wollen die Kosten der Nusscreme-Maschine halbieren. Das freut Amelie und Timo Sperber und schlagen ein: „Welcome to the Nut-Club!“
Sportliches Intermezzo für die Investoren
Der letzte Pitch des Abends kommt von Physiotherapeut Daniel Kappacher (51). Der Wirbelsäulenspezialist möchte Rückenbeschwerden bekämpfen und entwickelte darum ein Gymnastikgerät, das die Wirbelsäule stärken soll. Der Gymnastikstab mit Gummiaufsätzen lässt durch sanftes Hin- und Herschwingen die Wirbelsäule rotieren. „Das führt zu Tiefenentspannung“, so der Österreicher. Seine Erfindung soll für mehr Beweglichkeit und Stabilität der Wirbelsäule führen.
„Fühlt sich gut an. Ich will es nicht mehr hergeben“, freut sich Judith Williams beim Ausprobieren. Auch die anderen Löwen scheinen das sportliche Intermezzo zu genießen. Das erste Angebot kommt von Ralf Dümmel: „Ich habe schon so viele Fitnessgeräte verkauft. Ich weiß, welche Hilfe du brauchst“. Allerdings will der Handelsprofi nicht nur 10, sondern 20 Prozent Firmenanteile. Der österreichische Physiotherapeut und Erfinder sagt dazu ja, bevor überhaupt noch jemand anderes ein Angebot machen könnte.
(ero/spot)
Bild: Anne und Stefan Lemcke sind als Gast-Löwen bei „DHDL“. Zehn Jahre zuvor standen sie auf der anderen Seite und bekamen einen Deal, der sie zu Millionären machte. / Quelle: RTL / Bernd-Michael Maurer