Eine neue Samstagskrimireihe feiert am 28. Februar um 20:15 Uhr im ZDF Premiere. Der Auftaktfall „Der Garmisch-Krimi – Wolfsmord“ präsentiert zwei Frauen, die auf den ersten Blick kaum weniger zusammenpassen könnten: Die junge, ehrgeizige Ermittlerin Daphne Meindl (Philine Schmölzer, 27) und ihre Vorgängerin Ira Zach (Lavinia Wilson, 45), die längst nicht mehr bei der Polizei arbeitet – sondern im Team Gartenteich des örtlichen Baumarkts. In der ZDF-Mediathek ist der 90-minütige Film bereits seit dem 21. Februar abrufbar.

Den Anstoß für die unfreiwillige Zusammenarbeit liefert ein makabrer Fund: Ein abgetrennter Wolfskopf wird per Post an einen Naturschützer geschickt. Kurz darauf wird der Mann tot aufgefunden. Die frischgebackene Ermittlerin Daphne stößt bei ihren Nachforschungen schnell auf Widerstand – im eigenen Kommissariat ebenso wie bei Bauern, Aktivisten und Lokalpolitikern, zwischen denen ein Konflikt um den Wolf brodelt. Als sie nicht weiterkommt, sucht sie Rat bei der Ex-Kommissarin Ira, die hinter der Tat weitaus größere Interessen vermutet.

Lavinia Wilson: „Ich liebe an ihr, dass sie so hart austeilt“

Wilson spielt ihre Figur mit sichtlicher Lust an den Ecken und Kanten. Im Interview verriet die Schauspielerin, was sie an Ira fasziniert: „Ich liebe an ihr, dass sie so hart austeilt – aber immer nur nach oben tritt, niemals nach unten. Und sie ist grundehrlich. Und wenn das bedeutet, dass man die Leute davon abhält, Schrott zu kaufen, dann ist das eben so.“ Die Rolle habe ihr auch deshalb Spaß gemacht, weil Ira fernab vom Präsidiumsalltag agiere – unabhängig und auf eigene Faust.

Dass sie dabei die meiste Zeit ungeschminkt vor der Kamera stand, war für Wilson ungewohnt, aber gewollt: „Sie ist so kratzbürstig und trägt diese toughe Attitüde vor sich her mit dem Ledermantel und der Sonnenbrille und ist irgendwie in den 90ern hängengeblieben“, erklärte sie. „Klassisch hübsche Schminke hätte das verraten.“ Auch persönlich kann Wilson dem herrschenden Beauty-Diktat wenig abgewinnen: „Ich finde das Überschminkte, die bei allen gleichen aufgeplusterten Lippen und absurden Augenbrauen unattraktiv, und es wirkt auf mich immer eher etwas traurig und verzweifelt.“

Philine Schmölzer über Daphnes inneren Konflikt

Einen spannenden Gegenpart bietet Philine Schmölzer als Daphne, die zwischen Pflichtbewusstsein und Intuition hin- und hergerissen ist. „Daphne hat ihre Prinzipien. Sie hält sich an Vorschriften und glaubt daran, mit ehrlicher Ermittlungsarbeit weiterzukommen“, schilderte die Schauspielerin ihren Zugang zur Figur. „Als sie damit aber gegen Wände läuft, begibt sie sich widerwillig aufs Glatteis.“ Besonders reizvoll sei es gewesen, eine Figur zu spielen, die sich gegen ihre eigenen Vorsätze stellt: „Da entsteht eine große Spannung.“

Dass im Zentrum der neuen ZDF-Krimireihe zwei Frauen stehen, die sich ergänzen, ist das Verdienst des Autorenduos Leona Stahlmann und Niklas Hoffmann. Regisseurin Saralisa Volm, die die Gegend rund um Garmisch-Partenkirchen aus eigener Erfahrung kennt, sieht genau darin den besonderen Reiz: „Der Garmisch-Krimi lebt davon, dass eine der Ermittlerinnen eigentlich gar nicht mehr ermitteln darf. Dadurch kann sie sich viel mehr erlauben und geht andere Wege als ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen.“

Ein Krimi mit politischer Dimension

Hinter dem konkreten Mordfall verbirgt sich eine gesellschaftlich relevante Debatte: Die Frage nach dem Umgang mit dem Wolf spaltet in dem Film nicht nur eine Dorfgemeinschaft, sondern spiegelt einen Konflikt wider, der weit über die bayerisch-österreichische Grenzregion hinausreicht. Produzent Karsten Günther betonte, man habe bewusst „einen hoch emotionalen Konflikt“ aufgegriffen, „der die Region bewegt und exemplarisch für größere gesellschaftliche Spannungen steht“. Der Krimi wolle keine eindeutigen Antworten vorgeben, „sondern unterschiedliche Perspektiven“ zulassen.

Wilson selbst wünschte sich als gebürtige Bayerin schon lange eine solche Reihe: „Bei dem Titel erwartet man eher einen konventionellen Regionalkrimi. Davon gibt’s aber schon genügend. Ich habe mir immer gewünscht, dass es auch in der bayerischen Provinz eine Reihe gibt, die die Region ernst nimmt und trotzdem cool und spannend ist und Überraschungen bereithält.“ Einen persönlichen Bezug hat sie obendrein: „Ich habe in meiner Kindheit viel Zeit in Garmisch verbracht, meine Großeltern haben dort gelebt.“

In weiteren Rollen sind unter anderem Max von Thun, Marcel Mohab, Michael Kranz, Harald Windisch, Johanna Bittenbinder, Sophie Stockinger und Ben Münchow zu sehen. „Der Garmisch-Krimi – Wolfsmord“ ist eine Koproduktion von Bavaria Fiction und Satel Film für ZDF und Servus TV.

(ili/spot)

Bild: „Der Garmisch-Krimi – Wolfsmord“: Ira Zach (Lavinia Wilson, r.) möchte in die Ermittlungen involviert werden. Riskiert Daphne Meindl (Philine Schmölzer) ihren Job für die Unterstützung der erfahrenen, ehemaligen Kommissarin. / Quelle: ZDF / Linda Gschwentner