Mehr Streams als Bad Bunny, als Karnevalshit auf Platz 13 der Charts, eigener Tanz und Kostümtrend – im Karneval kam dieses Jahr niemand an der „Karnevalsmaus“ vorbei. Der Song der Bonner Band Druckluft ging absolut viral und der Hype ist auch nach Aschermittwoch noch lange nicht vorbei.
Wie GfK Entertainment als Ermittler der Offiziellen Deutschen Charts mitteilte, war „Karnevalsmaus“ am vergangenen Wochenende der insgesamt meistverkaufte Song in Deutschland. Damit verdrängte die Brassband kurzzeitig sogar Superstar Bad Bunny von der Chartspitze. In den Top-100-Singlecharts steht der Song nach Aschermittwoch auf Platz 13 – und machte damit im Vergleich zur letzten Woche 35 Positionen gut.
Auf Spotify kletterte der Track gleichzeitig auf Platz 1 der deutschen Viral Charts und auf Platz 2 der globalen Viral Charts. Auch die Midweek-Charts führte der Song an und Sony Music verkündete auf Instagram, dass die „Karnevalsmaus“ der beliebteste Karnevalshit 2026 war.
Vom Gymnasium auf die Chartspitze
Druckluft rund um Frontmann Florian Hertel startete 2009 als Schülerband am Bonner Kardinal-Frings-Gymnasium, an dem auch die Band Querbeat entstand. Eigene Songs mit Gesang schreibt die Gruppe erst seit drei Jahren, zuvor waren sie mit rein instrumentalen Covern unterwegs und veröffentlichten etwa „Belly ciao“ in Zusammenarbeit mit Frank Rosin und Eko Fresh als Werbesong für die Kabel-Eins-Sendung „Rosins Fettkampf“.
Der Track „Karnevalsmaus“ ist jetzt aber ihr großer Durchbruch. Er erschien am 29. August 2025 und entwickelte sich schnell zum Selbstläufer: Millionen Streams und immer mehr Jecken, die sich als „Karnevalsmäuse“ verkleideten. Dazu gehört ein eigener, viraler Tanz auf Social Media, bei denen die Hände zu Mäuseohren werden.
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Den Erfolg ihres Hits, mit dem sie „das Lebensgefühl des Karnevals in wenigen Minuten punktgenau auf den Punkt“ bringen wollen, kann die Band kaum glauben. „Midweek-Charts Platz 1, ‚Loss mer Singe‘-Toursieger, ‚WDR4 Jeckduell‘ gewonnen… wir brauchen noch etwas Zeit um das alles zu realisieren“, schreiben sie auf Instagram. Mit über 150 Shows rund um die Karnevalszeit gehörten sie zudem zu den meistgespielten Live-Acts der Session.
Neuer Song ist schon fertig
An Rast nach dem Mega-Erfolg denkt die Band allerdings nicht. Nach einer einmonatigen Pause wollen die Musiker mit neuer Energie zurückkehren – und haben offenbar bereits vorgearbeitet. „Wir haben im Hintergrund schon einen neuen Song geschrieben, wir verspüren also keinen Druck nach dem Hit, sondern nur unfassbar viel Bock, neue Musik rauszuhauen“, verriet Hertel gegenüber „t-online“. Noch in diesem Jahr erscheint das erste eigene Album der Band.
Auch live hat die Gruppe Großes vor: 2026 ist Druckluft auf Festivaltour in Deutschland mit über 20 Konzerten, dazu kommt ein eigenes Open-Air am 26. Juni in Köln sowie ein Album-Release-Konzert am 4. Dezember im Brückenforum Bonn.
Karneval war 2026 so musikalisch wie lange nicht
Druckluft stehen mit ihrem Erfolg stellvertretend für eine Session, die musikalisch so stark war wie lange nicht. Gleich 30 Karnevalslieder landeten am Wochenende in den Top 100 – zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 23, im Fünfjahresmittel gerade einmal 18. Auch jenseits der „Karnevalsmaus“ war Partyschlager also gefragt: Die GroßstadtEngel schafften es mit „Gute Laune“ in die Spitzengruppe, Oimaras Dauerbrenner „Wackelkontakt“ hielt sich auf Rang 5, und auch „Rakete“ von Mätropolis & DJ Aaron (Platz 9) sowie „Baby Bell“ von Breitner (Platz 10) mischten vorn mit.
(eyn/spot)
Bild: Die Bonner Band Druckluft hat nach „Karnevalsmaus“ schon den nächsten Hit in der Schublade. / Quelle: wewerekids