Jenna Ortega (24) spielt in ihrem nächsten Kinofilm keinen Menschen. In Taika Waititis (51) Adaption von Kazuo Ishiguros (71) Roman „Klara und die Sonne“ verkörpert die Schauspielerin eine sogenannte Künstliche Freundin, im Original Artificial Friend oder kurz AF. Solche Roboter sollen in einer nahen Zukunft die Einsamkeit der Menschen lindern. Doch wie geht es dabei eigentlich der KI? Am 29. Oktober kommt der Sci-Fi-Film in die deutschen Kinos.

Ein älteres Modell findet ein Zuhause

Die Geschichte beginnt in einem Geschäft. Dort wartet die solarbetriebene Klara darauf, dass eine Familie sie endlich aussucht. Ihre Chance kommt mit Josie (Mia Tharia), einem Teenager mit einer rätselhaften Krankheit. Josie entscheidet sich für Klara, obwohl diese längst nicht mehr das neueste Modell ist.

Im neuen Zuhause durchschaut Klara nach und nach die verworrenen Beziehungen in der Familie und schließt Josie tief ins Herz. Mit großer Neugier und unerschütterlicher Treue tastet sie sich an die Frage heran, was es bedeutet, für einen anderen Menschen da zu sein. Konfliktpotenzial bietet Josies Mutter, gespielt von Amy Adams (52), die Klara aus unerfindlichen Gründen nicht zu leiden scheint.

Jenna Ortega wollte raus aus der Schublade

Für Ortega bedeutet die Rolle einen Bruch mit dem Image, das ihr bislang anhaftet. „Ich glaube nicht, dass es in dem Moment Absicht war“, so die Schauspielerin in einem Interview mit „Vanity Fair“. „Aber im Nachhinein wollte ich vielleicht eine Pause von der Kategorie der aufgewühlten Teenager und jungen Erwachsenen, in der ich mich manchmal ein bisschen festgefahren gefühlt habe.“

Neben Ortega, Adams und Tharia gehören Natasha Lyonne, Steve Buscemi, und Aran Murphy zum Ensemble.

Taika Waititi schlägt ernste Töne an

Filmemacher Taika Waititi ist eigentlich dafür bekannt, Komik und Gefühl zu verbinden. Im selben Interview räumte er ein, dass sich das Projekt als ganz andere Herausforderung entpuppt habe als erwartet. „Das ist vielleicht sogar mein dramatischster Film“, sagte er.

Die Zukunft, die er zeigt, sollte vertraut und zugleich etwas überraschend wirken. „Ich wollte subtil andeuten, dass wir irgendwie alles versaut haben und sie uns das Internet weggenommen haben“, erklärte Waititi. Die Vorstellung, dass die Menschheit einen großen Schritt zurückgemacht habe, sei für ihn die spannendere und womöglich sogar realistischere Version der Zukunft.

Emotionaler Rückschritt durch technischen Fortschritt also? Die Buchvorlage vermochte gekonnt das Gefühl zu erzeugen, dass die KI in Person von Klara das Leben mehr zu schätzen gelernt hat, als manch Mensch aus Fleisch und Blut.

Romanautor Ishiguro produziert mit

Die Romanvorlage erschien 2021 und landete auf der Bestsellerliste der „New York Times“. Erzählt wird aus der Sicht Klaras, die in einem Amerika der nahen Zukunft mit infantiler Neugier die Menschen um sie herum genau beobachtet. Der Autor ist als ausführender Produzent an der Verfilmung beteiligt.

Schon 2010 kam mit „Alles, was wir geben mussten“ (Originaltitel: „Never Let Me Go“) ein Werk des Schriftstellers ins Kino, damals mit Carey Mulligan, Andrew Garfield und Keira Knightley.

(stk/spot)

Bild: Jenna Ortega in „Klara und die Sonne“. / Quelle: © 2026 CTMG, Inc. All Rights Reserved