Charlotte Casiraghi (40) hat im italienischen Fernsehen über ihre Großmutter Grace Kelly (1929-1982) gesprochen. Viel erzählen konnte sie allerdings nicht.
„Ich habe alle Filme meiner Großmutter gesehen, aber ich kann nicht über sie sprechen, weil ich sie leider nie kennengelernt habe“, sagte die Tochter von Caroline von Monaco (69) am Sonntagabend in der Talkshow „Che tempo che fa“ bei Moderator Fabio Fazio. Darüber berichtet das italienische Magazin „Gente“. Die einstige Hollywood-Schauspielerin und Fürstin von Monaco starb 1982.
Ein Gespräch auf Italienisch
Das Interview führte Casiraghi teils auf Italienisch, und das mit sichtlicher Freude. „Ich bin sehr glücklich, für die Promotion meines Buches in Italien zu sein“, sagte sie gleich zu Beginn. „Italienisch ist die Sprache meines Papas und meiner Familie, deshalb freue ich mich sehr.“
Auch über ihre Rolle als Mitglied einer Fürstenfamilie sprach Casiraghi erstaunlich bodenständig. Daran denke sie nicht jeden Tag, erklärte sie. „Ich glaube, ich bin in einer ganz normalen Familie aufgewachsen.“ Allerdings gebe es da eine Verbindung zu einer Geschichte und einem Erbe, das sie stolz mache.
Für ihren Fernsehauftritt setzte Casiraghi auf einen stylischen Look. Sie wählte einen grauen Oversize-Blazer, ein schwarzes Oberteil und eine schwarze Hose. Dazu kombinierte sie hellroten Lippenstift und passend rot lackierte Nägel. Bei der Frisur setzte sie auf einen nur leicht aus der Mitte versetzten Seitenscheitel. Die Haare fielen dabei offen in sanften Wellen über die Schultern.
Leidenschaft für Philosophie
Anlass für den Besuch war ihr Buch „La fêlure“ („Der Riss“). Darin geht es auch um die Kluft zwischen ihrem öffentlichen Image und ihrem Selbstverständnis. „Ich habe viel Zeit mit Lesen und Studieren verbracht, aber das interessiert niemanden, weil es nicht zu meinem Image passt“, sagte Casiraghi. Ihre Leidenschaft für Philosophie erklärt sie mit dem frühen Wunsch, den Sinn der Dinge zu verstehen. Wer als Kind einen Elternteil verliere, spüre dieses Bedürfnis womöglich stärker. Ihr eigener Vater Stefano Casiraghi starb 1990 nach einem Motorbootunfall.
Ein Riss sei kein vollständiger Bruch, erläuterte sie den Titel. Man könne lange damit leben, doch ohne Achtsamkeit könne er irgendwann zum Einsturz führen. Seit vier Jahren leitet Casiraghi eine therapeutische Gruppe in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtung. Mithilfe von Literatur und Philosophie unterstütze sie dort junge Patientinnen dabei, ein neues Verhältnis zu ihrem Körper und ihrer Weiblichkeit aufzubauen. Ihr Appell zum Schluss: „Wagt es zu leben. Gerade wegen unserer Zerbrechlichkeit haben wir die Möglichkeit, etwas Bedeutendes zu schaffen.“
(jom/spot)
Bild: Charlotte Casiraghi bei „Che tempo che fa“. / Quelle: imago images/Italy Photo Press / R4924_italyphotopress