Rund 85 Prozent der Erwachsenen in Deutschland schließen die Tür ab, wenn sie das Haus verlassen. Eine Alarmanlage hat dagegen nur etwa jeder Elfte (9 Prozent). Das geht aus einer Umfrage des ADAC hervor, für die gemeinsam mit dem Institut Norstat insgesamt 2.077 Erwachsene befragt wurden.

Die Fenster schließen 78 Prozent, eine Überwachungskamera nutzt jeder Fünfte (20 Prozent). Bei der Videotürklingel sind es elf Prozent. App-basierte Notfall- oder Sicherheitsdienste kommen auf gerade einmal zwei Prozent. Selbst der Hund schlägt die App: Unter „Sonstiges“ gaben fünf Prozent eine weitere Schutzmaßnahme an, überwiegend den (Wach-)Hund.

Fast jeder zweite Einbruch scheitert

Dabei ist das Thema alles andere als abstrakt. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden 2025 bundesweit 82.920 Wohnungseinbrüche einschließlich der Versuche erfasst, 2024 waren es 78.436 Fälle. Zugleich blieben 44,9 Prozent der Taten im Versuch stecken. Die Präventionsinitiative „K-Einbruch“ von Polizei und Wirtschaft führt das nicht zuletzt auf Sicherungstechnik zurück. Viele Einbrüche ließen sich durch richtiges Verhalten und passende Technik verhindern, heißt es dort. Auch aufmerksame Nachbarn zählt die Initiative ausdrücklich dazu.

Ausgerechnet diese Maßnahme, die simpel ist und nichts kostet, verliert an Boden. Nur noch 49 Prozent sagen den Nachbarn laut Umfrage Bescheid, wenn sie länger verreisen. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Frauen sorgen sich häufiger

Dabei wurde bei neun Prozent der Befragten selbst schon einmal eingebrochen. Insgesamt haben laut ADAC-Umfrage 41 Prozent einen Einbruch selbst oder im direkten Umfeld erlebt.

Große oder sehr große Angst vor einem Einbruch haben 22 Prozent. Bei Frauen sind es 28 Prozent, bei Männern 17 Prozent. Am gelassensten zeigen sich die Befragten ab 60 Jahren, von denen nur 19 Prozent große Angst angeben.

Nach dem Einbruch fehlt oft der Nachweis

Wirklich eng wird es häufig, wenn die Täter längst wieder verschwunden sind. 73 Prozent der Befragten halten einen Versicherungsschutz gegen die Folgen eines Einbruchs für wichtig oder sehr wichtig. Eine Liste ihrer Wertsachen, die sie Polizei und Versicherung vorlegen könnten, haben aber nur 16 Prozent angelegt, 79 Prozent besitzen keine solche Aufstellung.

Gegenüber 2025 ist der Anteil der auf Einbruch oder Verlust vorbereiteten Personen sogar von 19 Prozent um drei Punkte gesunken. Bei den 18- bis 39-Jährigen hat nur jeder Achte (12 Prozent) eine Liste, bei den Befragten ab 60 Jahren sind es immerhin 21 Prozent.

Und dabei geht es durchaus um nennenswerte Beträge. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) übernahmen die Versicherer 2025 Einbruchschäden von rund 380 Millionen Euro. Im Schnitt kostete ein Wohnungseinbruch 3.850 Euro, und dieser Wert steigt laut GDV praktisch jedes Jahr.

Doch nach einem Einbruch geht es nicht nur um gestohlene Wertsachen, gibt Sebastian Bader, Experte der ADAC Zuhause Versicherung AG zu bedenken: „Unmittelbar nach einem Einbruch steht zumeist der entstandene Schaden im Fokus. Dann folgt für viele Einbruchsopfer der zweite Schock: Wer sichert die aufgebrochene Tür oder das eingeschlagene Fenster? Woher bekommt man ein Ersatzschloss – und wie hoch sind die Kosten dafür?“

Auch für solche Schäden an Türen und Fenstern und Übergangslösungen kommt in der Regel die Hausratversicherung auf. Um im Schadensfall unnötigen Stress zu vermeiden, rät die Verbraucherzentrale auf jeden Fall, wertvolle Gegenstände und die zugehörigen Rechnungen vorab zu fotografieren. Nach einem Einbruch müsse die sogenannte Stehlgutliste so schnell wie möglich erstellt und nicht nur bei der Polizei, sondern auch beim Versicherer eingereicht werden – zusammen mit sonstigen Schäden.

Guter Schutz beginnt also nicht zwingend mit einer teuren Alarmanlage. Wer konsequent abschließt und den Nachbarn Bescheid gibt, bevor er verreist, macht es Einbrechern schon deutlich schwerer. Und sollte es doch passieren, erspart eine aktuelle Wertsachenliste mit Fotos und Rechnungen zumindest einen Teil des Ärgers danach.

(jmk/spot)

Bild: Gegen Einbruch schützen sich viele Menschen lediglich durch Schließen von Fenstern und Türen. / Quelle: BrianAJackson / iStock via Getty Images