Ben Affleck (54) bezeichnet die Dreharbeiten zu „Justice League“ als „Karriere-Tiefpunkt“. Im Podcast „Happy Sad Confused“ erklärte der Schauspieler gegenüber Moderator Josh Horowitz, warum die Arbeit an dem Superheldenfilm aus dem Jahr 2017 für ihn zu einer so negativen Erfahrung wurde. Affleck verkörperte darin Batman, das Alter Ego von Bruce Wayne.
„Die Wahrheit ist, dass die Erfahrung mit ‚Justice League‘ für mich aus vielen verschiedenen Gründen so, so negativ war“, sagte er. „Einiges davon hatte mit meiner persönlichen Situation zu tun, einiges mit der Tragödie, die sich in dieser Zeit ereignete, und auch mit der Tatsache, dass ich wirklich gesehen habe, wie man einen solchen Film nicht machen sollte, wenn das Studio und der Filmemacher im Streit liegen. Da macht man wirklich einen Fehler. Das war es, was das Projekt letztendlich zum Scheitern gebracht hat.“
Konflikt zwischen Regisseur und Studio
Der Hintergrund: Nach dem kritischen Misserfolg von „Batman v Superman: Dawn of Justice“ und dem enttäuschenden Einspielergebnis sollte „Justice League“ von Regisseur Zack Snyder (60) auf Wunsch von Warner Bros. weniger düster ausfallen.
Das kollidierte jedoch mit Snyders kreativer Vision für den Film. Snyder verließ das Projekt nach dem Tod seiner Tochter. Warner Bros. engagierte daraufhin Joss Whedon (62), der umfangreiche Nachdreharbeiten durchführte und den Ton des Films schließlich auflockerte.
„Es war so widerlich“
Für Affleck war die gesamte Situation kaum zu ertragen. „Mann, das war echt beschissen“, sagte er. „Dass er aus dem Film rausgenommen wurde und die Nachdreharbeiten, die wir gemacht haben – wenn du den Tiefpunkt meiner Karriere wissen willst, dann war es genau das.“
Horowitz wollte zudem wissen, ob Affleck während der Arbeit an „Justice League“ eine Art „Erleuchtung“ gehabt habe, als er miterlebte, wie „der Film quasi vor seinen Augen zusammenbrach“. Der Tod eines Menschen durch Suizid habe für Affleck alles andere in den Schatten gestellt.
Besonders entsetzt habe ihn der Eindruck, dass dieses Ereignis als Vorwand missbraucht worden sei, um Snyder zu ersetzen. „Ich fand einfach, das war eines der beschissensten Dinge, die ich je gesehen habe. Es war so widerlich“, sagte er. Auch über das Umfeld am Set und die Stimmung dort äußerte er sich kritisch. Zwar habe er selbst nur wenig direkt mitbekommen, habe aber durch Ray Fisher (39), Gal Gadot (41) und die Berichte anderer Beteiligter davon erfahren. „Ich dachte mir einfach: ‚Wow, ekelhafter geht’s kaum.'“
Der Snyder-Cut
Jahre später bekamen die Fans schließlich die Möglichkeit, Snyders Fassung des Films zu sehen. Der Director’s Cut von „Justice League“ erschien 2021 nach einer internationalen Fan-Kampagne auf HBO Max. Das Studio investierte zusätzliche 70 Millionen Dollar, um die visuellen Effekte zu verbessern.
„Ich war wirklich froh und dankbar, dass Zack seinen Schnitt veröffentlichen konnte, und er hat das auf eine sehr clevere Art und Weise geschafft. Ich habe mich wirklich für ihn gefreut“, sagte Affleck.
(des/spot)
Bild: Ben Affleck spricht über seinen Karriere-Tiefpunkt. / Quelle: IMAGO/Image Press Agency