Dass es Hollywood mit der Realität und den Gesetzen der Physik nicht immer ganz genau nimmt, dafür gibt es unzählige Beispiele – spezielle Grüße an dieser Stelle etwa an die „Fast & Furious“-Reihe.
Der neue Survival-Thriller „Whalefall“, der auf dem gleichnamigen Buch von Daniel Kraus (51) basiert und am 15. Oktober in den deutschen Kinos anläuft, hat derweil eine Prämisse, die im ersten Moment durchaus plausibel erscheint: Ein Taucher, gespielt von „Resident Evil“-Star Austin Abrams (30), wird von einem gigantischen Pottwal verschluckt und muss sich irgendwie aus dem Magen des Meeressäugers befreien, ehe ihm die Luft ausgeht. Quasi Prophet Jona mit Sauerstoffflasche, für alle bibeltreuen Kinogänger.
Die Frage, die sich viele Zuschauer angesichts dieser Story stellen: Kann so ein Tauchunfall wirklich geschehen, oder entspringt „Whalefall“ der reinen Fantasie der Drehbuchautoren?
Nur ein Wal kommt theoretisch in Frage
Die vergleichende Anatomin und Professorin Joy S. Reidenberg, die sich bestens mit dem Körperbau von Walen auskennt und als Beraterin für den Film diente, schränkte die Wahrscheinlichkeit laut „Science News“ stark ein. Lediglich „ein sehr großer erwachsener Pottwal“ wäre rein theoretisch in der Lage, einen kompletten Menschen zu verschlucken – so, wie es im Film passiert.
Bei den deutlich größeren Finn- und Blauwalen sei das sogar völlig unmöglich. Trotz ihrer Größe besitzen sie einen extrem engen Rachen. Reidenberg hierzu: „Ich bekomme meinen Arm kaum in den Schlund. Es ist völlig ausgeschlossen, dass ein Mensch verschluckt werden könnte.“
Sofort wieder ausgespuckt
In einigen wenigen dokumentierten Fällen gerieten Menschen zwar versehentlich in den Fangbereich von Walen, die gerade auf Beutejagd waren; so erfasste beispielsweise 2019 vor der Küste Südafrikas ein Brydewal kurzzeitig einen Tierfotografen in seinem Mund. Er spuckte ihn aber beinahe unverzüglich und ohne Verletzungen wieder aus. Das machen Wale grundsätzlich mit allem, was ungewollt in ihrem Maul landet.
Noch ein Faktor spricht gegen einen derartigen Unfall: Pottwale jagen in der Regel in einer Tiefe von 400 bis 1.000 Metern, mitunter sogar bis zu 3.000 Metern, nach ihrer Beute. Das liegt daran, dass zu ihrer Hauptspeise große Tiefsee-Tintenfische wie der Riesenkalmar und der Koloss-Kalmar zählen. Mit Taucherausrüstung liegt der Rekord für einen Menschen bei lediglich rund 330 Metern Tiefe.
Also: Der bereits gebuchte Tauchkurs im nächsten Sommerurlaub muss nach „Whalefall“ nicht abgesagt werden. Wie Jonathan Frakes in „X-Factor: Das Unfassbare“ sagen würde: „Da haben wir Ihnen einen walgroßen Bären aufgebunden.“
(stk/spot)
Bild: Nachdem es Austin Abrams in „Resident Evil“ zuletzt mit gefräßigen Zombies zu tun bekam, hat ihn in „Whalefall“ nun ein Wal zum Fressen gerne. / Quelle: © 2026 20th Century Studios. All Rights Reserved