Zu Beginn seiner Karriere wurde er als neuer James Dean bezeichnet, kurz vor seinem Tod stand er vor einem vielversprechenden Comeback: Luke Perry wäre am 11. Oktober 60 Jahre alt geworden. Der Schauspieler starb am 4. März 2019 mit nur 52 Jahren an den Folgen eines schweren Schlaganfalls. Sechs Fakten über den unvergessenen Star aus „Beverly Hills, 90210“ und „Riverdale“.

Über 250 Vorsprechen vor seiner ersten Rolle

1984 zog der aus Ohio stammende Luke Perry kurz nach seinem Schulabschluss nach Los Angeles, um seinen Traum von einer Schauspielkarriere zu verwirklichen. Doch der Weg zum Erfolg war steinig. Zunächst hielt er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, unter anderem bei einer Asphaltierungsfirma und in einer Türklinkenfabrik. Ganze 256 Mal sprach Perry vergeblich für eine Rolle vor, ehe er 1988 seine erste Zusage erhielt. Seine ersten Auftritte hatte er in Seifenopern.

Luke Perry mochte den Vergleich mit James Dean nie

Dann kam der Durchbruch: Mit seiner Rolle als wohlhabender Rebell Dylan McKay in „Beverly Hills, 90210“ wurde Luke Perry im Alter von 23 Jahren schlagartig bekannt. Schnell galt er als „der neue James Dean“ – ein Vergleich, mit dem sich der Schauspieler allerdings nie anfreunden konnte. Wie Margaret Wappler, Autorin von „A Good Bad Boy“ bei „Fox News Digital“, erzählte, habe Perry die Parallele zu dem früh verstorbenen Hollywoodstar sogar beunruhigt. „Ich bin nicht wie er. Ich bin nicht er“, habe Perry betont. James Dean sei jung gestorben, er selbst hingegen wolle lange leben, weiterarbeiten und auf eine abwechslungsreiche Karriere zurückblicken können.

Der Vergleich habe Perry zu Beginn seiner „Beverly Hills, 90210“-Karriere regelrecht „erschreckt“, so Wappler. „Es war so eine Art Fluch“, erklärte die Autorin. Zwar habe die Ähnlichkeit mit James Dean auch zur Bekanntheit der Serie beigetragen, doch Perry habe sich dadurch zunehmend auf ein bestimmtes Image festgelegt gefühlt.

In einem Interview mit „Today“ aus dem Jahr 1992 ging Perry selbst darauf ein. „Ich glaube, wenn ich diese James-Dean-Fantasie für sie nicht mehr erfüllen kann, werden sie sich jemand anderen suchen, und ich werde weg sein“, erklärte er über den Druck.

Luke Perry wird zum Teenie-Idol

Druck verspürte er aber auch von anderer Seite. Mit seiner Rolle in „Beverly Hills, 90210“ wurde Luke Perry zu einem beliebten Teenie-Idol. Als im August 1991 10.000 Fans zu einer Autogrammstunde erschienen, kam es zu Tumulten. Der Serienstar musste den Ort bereits nach 90 Sekunden wieder verlassen. Auch andere Eskalationen bei Fan-Events sollen in den ersten Jahren seines Ruhms eine abschreckende Wirkung auf ihn gehabt haben.

Darum feierte er sein Comeback in der Serie

Perry verließ „Beverly Hills, 90210“ 1995. Nachdem er fünf Staffeln lang Dylan McKay gespielt hatte, wollte er sich erwachseneren Rollen zuwenden. In einem Interview mit „Entertainment Weekly“ aus dem Jahr 1994 sagte er, dass er hoffe, nach der Serie „als Schauspieler wieder bei null anfangen zu können“.

In den Jahren nach seinem Abschied spielte er etwa in „Normal Life – Tödliche Illusion“, „Pulp Highway“ sowie als Nebendarsteller in „Das fünfte Element“ mit. Die Rolle, nach der er suchte, war aber offenbar nicht darunter. Schließlich kehrte er 1998 als Gaststar zu „Beverly Hills, 90210“ zurück und blieb der Serie bis zum Ende im Jahr 2000 treu.

Neuauflage ohne Luke Perry

Im Anschluss kamen auch die reiferen Figuren für Luke Perry. Er war etwa in zehn Folgen der HBO-Gefängnis-Serie „Oz“ als Jeremiah Cloutier sowie als gescheiterter Ex-Musiker an der Seite von Nicholas Galitzine in dem britischen Indie-Film „The Beat Beneath My Feet“ aus dem Jahr 2014 zu sehen.

Dass Perry mit dem Stand seiner Karriere damals zufrieden war, zeigte sich wohl daran, dass er es ablehnte, in der Neuauflage „90210“ dabei zu sein, die von 2008 bis 2013 lief. Er sagte damals, er habe seinen Frieden mit seiner ikonischen Rolle geschlossen: „Ich werde bis zu meinem Tod mit ihm in Verbindung gebracht werden, aber das ist eigentlich völlig in Ordnung. Ich habe Dylan McKay erschaffen. Er gehört mir.“

„Riverdale“ war der Beginn seines Comebacks

Im Jahr 2017 konnte Luke Perry dann einen weiteren Karriere-Höhepunkt feiern. Er übernahm die Rolle von Archies Vater Fred Andrews in der Serie „Riverdale“. Diese Hauptrolle rückte ihn wieder ins Rampenlicht und führte zu weiteren Angeboten – darunter ein Auftritt in Quentin Tarantinos Film „Once Upon a Time… in Hollywood“.

Trotz seines Erfolgs stand die Familie für Luke Perry aber stets an erster Stelle. Er bekam zwei Kinder mit seiner Ex-Frau Minnie Sharp, die heute 29 und 26 Jahre alt sind. Sharp hatte der Schauspieler 1993 geheiratet, das Paar trennte sich 2003. Zum Zeitpunkt seines Todes war er mit Wendy Madison Bauer verlobt.

Und auch beruflich hatte er laut Margaret Wappler noch große Ziele: Er habe sich darauf vorbereitet, wieder mehr zu arbeiten, wenn seine Kinder älter sind, erzählte die Autorin „Fox News“. Er soll zu Freunden gesagt haben: „Wenn meine Kinder bereit sind, wenn meine Kinder auf dem College sind, werde ich wieder richtig durchstarten und viel arbeiten. Ich werde ein Comeback feiern.“ Wappler erklärte weiter: „Er steckte mitten darin. Es war gerade dabei, zu klappen. Er stand noch ganz am Anfang seines Comebacks. Hätte er weitergelebt, glaube ich, wäre er wirklich durchgestartet.“

(hub/spot)

Bild: Luke Perry: Die Serie „Beverly Hills, 90210“ machte ihn ab 1990 zum Teenie-Idol. / Quelle: imago/Everett Collection