Einen Tag, nachdem Aston Villa am Mittwochabend in Istanbul den Europa-League-Titel gegen den SC Freiburg geholt hatte, stand Prinz William (43) wieder im Dienst. Diesmal als Herzog von Cornwall. Dass sein hellblaues Hemd und die weinrote Krawatte exakt die Farben seines Lieblingsvereins spiegelten, dürfte dabei jedoch kein Zufall gewesen sein. Ein stiller Gruß an die Mannschaft, bevor es an die Arbeit ging.
Am Donnerstag besuchte William laut „Cornish Times“ die Nachhaltigkeitssiedlung Nansledan in Cornwall. Das Projekt ist mehr als nur irgendeine Wohnsiedlung: Es ist so etwas wie ein Versuchslabor dafür, wie das Herzogtum Cornwall – jener traditionsreiche Landbesitz, der seit dem 14. Jahrhundert an den jeweils ältesten Sohn des britischen Monarchen weitergegeben wird und Williams Familie ein jährliches Einkommen von mehr als 20 Millionen Euro einbringt – unter seiner Führung aussehen soll.
Eine Mustersiedlung mit eigenem Charakter
Nansledan ist längst keine reine Baustelle mehr, sondern eine gewachsene Gemeinschaft: rund 900 Wohneinheiten, eine Grundschule, Büroflächen, ein Gemeindezentrum und mehr als 40 lokale Betriebe. Dazu kommen Wildblumenwiesen, Obstgärten, Teiche, Kleingärten, Spielplätze und ein Skatepark – eine Mischung, die bewusst gegen das triste Einheitsgrau vieler britischer Neubausiedlungen gesetzt wird.
William besichtigte bei seinem Besuch konkret die Pläne für die künftige „Market Street“. Eine Einkaufsstraße, die laut dem Herzogtum zu den ersten neu gebauten Haupteinkaufsstraßen seit über einem Jahrhundert zählen soll. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2028 geplant. Zudem traf der Thronfolger Bewohner der ersten Mietshäuser der Siedlung und ließ sich berichten, wie das Zusammenleben dort im Alltag funktioniert.
Im Anschluss steht für Freitag eine Überfahrt nach St. Mary’s auf den Scilly-Inseln auf dem Programm, an Bord des neuen Lotsenboots „John Guy“, das das Herzogtum finanziert und nach einem langjährigen Mitarbeiter benannt hat. Auf den Inseln wartet zunächst ein Besuch im dortigen Krankenhaus: William soll einen neuen Anbau einweihen, der die medizinische Versorgung der Inseln verbessern soll, ebenfalls durch Mittel des Herzogtums finanziert.
Cornwall-Besuch hat größeren Hintergrund
Wie die britische Zeitung „The Times“ vor wenigen Tagen berichtete, plant William den Verkauf von rund einem Fünftel des Herzogtums Cornwall innerhalb der nächsten zehn Jahre. Dabei soll sich die Royal-Family einen Erlös von umgerechnet rund 570 Millionen Euro erhoffen. Das Geld soll in Wohnungsbau, Naturschutz und erneuerbare Energien fließen. Will Bax, Geschäftsführer des Herzogtums, brachte Williams Haltung dabei auf eine klare Formel: Das Herzogtum solle nicht nur Land besitzen, sondern „einen positiven Einfluss auf die Welt haben“.
(dr/spot)
Bild: Prinz William im Gespräch mit Arbeitern in Cornwall. / Quelle: Hugh Hastings/Getty Images