Das bevorstehende Pfingstwochenende dürfte Autofahrerinnen und Autofahrern in Deutschland viel Geduld abverlangen. Der ADAC rechnet rund um die Feiertage mit einer der höchsten Verkehrsbelastungen des Jahres. Der Automobilclub prognostiziert, wo das Risiko für Staus und Behinderungen auf dem Weg in den Urlaub besonders hoch ist.
Besonders betroffen sind laut ADAC die klassischen Reiserouten in Richtung Alpen, Nord- und Ostsee sowie die Ballungsräume rund um die großen Städte. Zusätzlich verschärfen zahlreiche Baustellen und Ferienstarts in mehreren Bundesländern die Lage auf den Autobahnen.
In Bayern und Baden-Württemberg beginnen die Pfingstferien am 26. Mai und dauern bis 5. Juni. Sachsen-Anhalt startet ebenfalls am 26. Mai in die Ferien, hier dauern sie aber nur bis 29. Mai. In Mecklenburg-Vorpommern setzt der Unterricht vom 22. bis 26. Mai aus. In Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist nur Dienstag, der 26. Mai schulfrei. Grundsätzlich ist aber in allen Bundesländern Montag, der 25. Mai ein Feiertag und damit das Wochenende ein langes. Besonders gefragt sind laut ADAC in dieser Zeit Reiseziele in Österreich, Italien und Kroatien, aber auch die Küstenregionen an Nord- und Ostsee.
Freitag und Samstag gelten als kritisch
Die größten Probleme erwarten Verkehrsexperten am Freitagmittag und -nachmittag (22. Mai). Bundesweit dürfte sich der Reiseverkehr auf vielen Fernstraßen zwischen 11 und 19 Uhr massiv verdichten. In Nordrhein-Westfalen liegt die Stausspitze nach ADAC-Einschätzung etwas enger: Dort treffen Berufs- und Reiseverkehr vor allem zwischen 13 und 18 Uhr aufeinander. Auch der Samstagvormittag dürfte stauanfällig sein: Zwischen 10 und 15 Uhr treffen Urlauber, Wochenendausflügler und Transitverkehr aufeinander.
Als vergleichsweise ruhig gilt dagegen der Pfingstsonntag. Bereits am Pfingstmontag (25. Mai) setzt jedoch ab Mittag die erste Rückreisewelle ein. Der ADAC erwartet dann erhöhtes Verkehrsaufkommen zwischen 13 und 18 Uhr. Auch der Dienstag nach Pfingsten (26. Mai) dürfte laut ADAC problematisch werden: In Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist dieser Tag schulfrei, weshalb sich Rückreiseverkehr mit dem Berufsverkehr mischt. Der ADAC nennt für den Dienstag eine erhöhte Staugefahr zwischen 7 und 18 Uhr.
Diese Autobahnen sind besonders betroffen
Mit langen Staus ist insbesondere auf den Nord-Süd-Verbindungen zu rechnen. Dazu zählen unter anderem die A1 zwischen Fehmarn, Lübeck, Hamburg, Bremen und Köln, die A3 im Bereich Oberhausen, Frankfurt und Passau, die A5 zwischen Karlsruhe und Basel sowie die A7 und A8 in Richtung Süden. Auch die A9 Richtung München und die A99 rund um die bayerische Landeshauptstadt gelten als besonders staugefährdet.
Im Norden Deutschlands dürften die Routen zur Nord- und Ostsee stark ausgelastet sein. Auf der A23 gilt zwischen dem Dreieck Hamburg-Nordwest und Pinneberg-Süd in Richtung Heide vom 21. Mai, 19 Uhr, bis 25. Mai, 20 Uhr, eine Richtungsfahrbahn-Vollsperrung. Zusätzlich beeinträchtigen Baustellen auf der A7 sowie rund um den Elbtunnel die Verkehrslage.
Auch in Nordrhein-Westfalen wird mit dichtem Verkehr gerechnet. Besonders staugefährdet sind dort die A1, A2 und A3 sowie bekannte Engpässe wie das Kamener Kreuz oder das Kreuz Kaiserberg. Rund um Köln dürfte sich der Rückreiseverkehr am Pfingstmontag deutlich bemerkbar machen.
Baustellen und Sperrungen verschärfen die Lage
Nach Angaben des ADAC sorgen bundesweit zahlreiche Baustellen auf Autobahnen für zusätzliche Engpässe. Autofahrer müssen deshalb vielerorts mit stockendem Verkehr und längeren Fahrzeiten rechnen.
Auch im benachbarten Ausland dürfte es voll werden. Auf der Brennerautobahn, der Tauernroute und der Gotthard-Strecke erwartet der ADAC erhebliche Behinderungen. In Tirol gelten zudem Abfahrtssperren, um Ausweichverkehr durch kleinere Gemeinden zu verhindern.
Besonders zu beachten: Am Samstag, den 30. Mai, dem ersten großen Reisewochenende nach Pfingsten, wenn in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt die Pfingstferien laufen, wird die Brennerautobahn A13 aufgrund einer angemeldeten Demonstration von 11 bis 19 Uhr in beiden Fahrtrichtungen vollständig gesperrt. Betroffen ist der Abschnitt zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brennerpass. Auch alle parallel verlaufenden Ausweichstrecken sind für den Durchgangsverkehr gesperrt, eine lokale Umfahrung ist damit nicht möglich. Das Land Tirol empfiehlt, den Brennerraum an diesem Tag weiträumig zu umfahren oder nicht notwendige Fahrten zu verschieben.
ADAC empfiehlt flexible Reisezeiten
Wer Staus möglichst vermeiden möchte, sollte seine Fahrt außerhalb der Hauptverkehrszeiten planen. Der ADAC empfiehlt insbesondere, den Freitagnachmittag sowie den Samstagvormittag des Pfingstwochenendes zu meiden. Frühmorgendliche oder späte Abfahrten können die Reise deutlich entspannter machen. Von Ausweichrouten über Landstraßen raten Verkehrsexperten hingegen eher ab, da auch dort vielerorts mit Überlastung gerechnet wird.
(elm/jmk/spot)
Bild: Am Pfingstwochenende kann es auf vielen Autobahnen zu Staus und Behinderungen kommen. / Quelle: Cars and Travels/Shutterstock.com