Nach drei erfolgreichen Staffeln der „Star Wars“-Serie „The Mandalorian“ geht es nun auf der großen Kinoleinwand weiter. Mit „The Mandalorian and Grogu“ startet am 20. Mai ein neues Abenteuer des mandalorianischen Kopfgeldjägers Din Djarin (Pedro Pascal, 51) und seines putzigen kleinen Schützlings Grogu in den Kinos – übrigens der erste „Star Wars“-Kinofilm seit „Der Aufstieg Skywalkers“ aus dem Jahr 2019.

Der frühere Einzelgänger und Kopfgeldjäger Din Djarin und Grogu bekommen es dieses Mal mit weiteren Überbleibseln des gefallenen Imperiums zu tun und versuchen im Auftrag der ehemaligen Rebellenpilotin Ward (Sigourney Weaver, 76), die noch fragile Neue Republik vor ihren zahlreichen Feinden zu schützen.

Pedro Pascal und Sigourney Weaver, die Stars des neuen „Star Wars“-Films, sprechen im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news über besondere Erlebnisse am „Star Wars“-Set und das Schauspiel-Charisma von Hauptdarsteller Pascal, das sich sogar von einem Metallhelm nicht aufhalten lässt.

Frau Weaver, wann wussten Sie: Jetzt bin ich wirklich in einem „Star Wars“-Film?

Sigourney Weaver: Schon beim ersten Set. Eine Café-Bar. Überall Piloten, Aliens, Lucasfilm-Leute. Menschen, die von Beginn an bei „Star Wars“ dabei sind. Dann fragte mich ein Produzent: „Was können wir Ihnen schicken?“ Ich verstand es erst nicht. Er meinte Fanartikel. Ich sagte: „Oh, ich will nichts.“ Zu Hause dachte ich: Wie dumm war das denn? Später gab es dann doch noch Fanartikel, die meine Neffen und Nichten sehr glücklich gemacht haben. Sie basteln mir kleine Gouda-Grogus und andere alberne Sachen. „Star Wars“ verbindet. Besonders Grogu.

Herr Pascal, gab es beim Dreh dieses Films mehr Requisiten und echte Kulissen als vorher bei der Streaming-Serie?

Pedro Pascal: Ja. Und zwar deutlich. Viele Zuschauer würden staunen, wie viel real gebaut wurde. „The Mandalorian and Grogu“ ist für die große Leinwand gemacht. Die Sets waren detailreich. Die Kulisse, in der ich am meisten gedreht habe, gehört zu den beeindruckendsten meines Lebens. Ich habe schon auf großen Sets gestanden. Auch die Serie hatte starke Momente. Aber das hier war eine andere Liga. Regisseur Jon Favreau zielte auf IMAX, auf Größe, auf Kino. So fühlten sich die „Star Wars“-Filme unserer Kindheit an.

Frau Weaver, hatten Sie vorher schon einmal mit einer Puppe wie Grogu gespielt?

Weaver: Ich habe schon mit Alien-Köpfen gearbeitet. Aber Grogu ist etwas anderes. Die Puppenspieler standen daneben. Ich habe sie kaum wahrgenommen. So sehr zog er den Blick auf sich. Selbst zwischen den Takes blieb er in Bewegung. Das machte ihn glaubwürdig. Ich versuchte außerdem, Jon Favreau zu verbergen, wie sehr ich mit Grogu spielen wollte. Nicht, dass ich nicht mit Mr. Pascal spielen wollte. Ich spielte also doppelt: meine Figur – und ich habe so getan, als wäre ich cool. Dieser Kleine ist unwiderstehlich.

Pascal: Ein sehr entwaffnendes Wesen.

Weaver: Genau das richtige Wort für ihn.

Herr Pascal, was hat Grogu aus dem Mandalorianer gemacht?

Pascal: Einen Vater. Er hat Grogu adoptiert. Da bleibt kein Interpretationsspielraum. Die beiden sind Vater und Sohn. Seine wichtigste Aufgabe ist jetzt sein Schutz. Grogu soll sicher sein. Er soll lernen, auf sich aufzupassen – und doch in Dins Nähe bleiben. Nur lässt sich nichts wirklich kontrollieren. Schon gar nicht Grogu. Er verfügt über die Macht und sie wird immer stärker in ihm.

Wenn Grogu eines Tages ein richtiger mandalorianischer Krieger wird – trägt er dann einen Helm?

Pascal: Dieses Gesicht kann man nicht verstecken. Das ist kein Gesicht für einen Helm.

Weaver: Vielleicht bekommt er seinen eigenen Helm. Eher eine Mütze. Aber aus Metall.

Frau Weaver, wie spielt man mit Pedro Pascal, wenn man seine Augen unter dem Helm nicht sieht?

Weaver: Das ist interessant. Pedro hat in seiner Arbeit viel Wärme. Viel Menschlichkeit. Sie kommt durch die Rüstung hindurch. Wer die Serie kennt, weiß: Man spürt den Kontakt zu ihm immer. Es ist seltsam. Ein Gesicht unter einem Helm kann sehr viel auslösen. Und wenn er den Helm endlich abnimmt, wartet man fast darauf, dass er ihn wieder aufsetzt. Das ist nicht böse gemeint. Aber man weiß: Diese Figur muss den Helm tragen.

Pascal: Es ist bizarr. Aus dem Inneren des Helms sehe ich selbst nur ein getöntes „T“. Mehr nicht. Eigentlich starrt man dauernd in die eigene Reflexion. Irgendwann beschlägt dann die Scheibe auch noch. Vielleicht sieht auch das Gegenüber vor allem sich selbst. Trotzdem befreit der Helm. Man taucht ganz in die Fantasie ein. Diese Silhouette sagt schon alles: ein Körper in Rüstung, von Kopf bis Fuß. Dann ist egal, welchen Gesichtsausdruck man macht.

Was macht den Mandalorianer so ikonisch?

Pascal: Der Ursprung liegt bei George Lucas. Jon Favreau und Dave Filoni haben diese Welt weitergebaut. „Star Wars“ zeigt einen sehr einfachen, sehr verständlichen Konflikt: Gut gegen Böse. Dazu kommen fantastische Kreaturen, Planeten und Orte. Die Mandalorianer selbst haben zudem ihren Planeten verloren.

Weaver: Sie sind heimatlos.

Pascal: Und genau das macht sie bewegend.

Haben Sie beim Dreh auch „The Bear“-Star Jeremy Allen White gesehen, der im Film einem Alien seine Stimme leiht?

Pascal: Ein paar Szenen konnten wir gemeinsam synchronisieren. Vieles entsteht aber erst in der Postproduktion. Dann arbeitet man immer mit der jeweiligen Person, die gerade Zeit hat.

(lau/spot)

Bild: Machen wieder die weit, weit entfernte Galaxis unsicher: der von Pedro Pascal gespielte Mandalorianer und sein Schützling Grogu in „The Mandalorian and Grogu“. / Quelle: Nicola Goode/Lucasfilm Ltd™. All Rights Reserved.