Nach diversen Flip-Modellen steigt Motorola nun mit dem Razr Fold auch in die Foldable-Liga im Buchformat ein. Ein erster Test zeigt, dass der Hersteller damit durchaus mit den bisherigen Platzhirschen Samsung und Google mithalten kann. Für Fußball-Fans hat Motorola rechtzeitig zum Verkaufsstart auch eine besondere Variante im Angebot.

Kompakte Maße, große Displays

Auf den ersten Blick angenehm – und durchaus ein wichtiges Verkaufsargument: Das Gerät ist wie die Foldable-Konkurrenz kaum größer und schwerer als die aktuellen nicht klappbaren Top-Smartphones der Hersteller. Mit 72 x 157 x 9,9 Millimetern Größe im geschlossenen Zustand und 243 Gramm Gewicht ist der Umfang kleiner als beim iPhone 17 Pro Max oder dem Samsung Galaxy S26 Ultra – nur trägt es knapp 1,5 Millimeter dicker auf und wiegt rund 10 bis 15 Gramm mehr, was dem Faltmechanismus und dem doppelten Display geschuldet ist.

Außen bietet das Motorola Razr Fold 6,56 Zoll mit 1.080 x 2.520 Pixel und damit fast so viel wie die normalen Smartphone-Topmodelle. Nach dem Aufklappen breiten sich 8,09 Zoll mit 2.232 x 2.484 Pixel vor dem User aus. Zum Vergleich: 8,3 Zoll sind es beim aktuellen iPad Mini. Die leichte senkrechte Welle in der Bildschirmmitte mag für Tablet- und Smartphone-User gleichermaßen erstmal irritierend wirken, fällt aber beim täglichen Surfen, Zocken, Streamen oder Lesen überhaupt nicht auf.

Starker Akku, schnelles Laden

Mit den Display-Eckdaten liegt das Razr Fold knapp, aber doch vor den aktuellen Wettbewerbern wie Samsung Galaxy Z Fold 7, Google Pixel 10 Pro Fold oder Honor Magic V5. In puncto Helligkeit bietet das Gerät allerdings mit 6.200 (innen) bzw. 6.200 Nits (außen) gut und gerne das Doppelte der Konkurrenz, was gerade beim längeren Benutzen hilfreich sein kann. Einen ebenfalls großen Vorsprung hat das Gerät auch bei Akkukapazität und Ladegeschwindigkeit. Die 6.000 mAh fassende Batterie wird mit maximal 80 Watt via Kabel geladen – das bietet bisher kein anderer Hersteller. Entsprechend selten muss das Gerät an die Steckdose, und kann ebenso schnell wieder davon entfernt werden.

Minimale Abstriche müssen die Nutzerinnen und Nutzer indes beim Prozessor machen. Im Motorola Razr Fold arbeitet der Snapdragon 8 Gen 5, während bei der Konkurrenz von Samsung oder Honor schon der Snapdragon 8 Elite im Einsatz ist. Im täglichen Betrieb merkt man davon aber nichts. Ob innen oder außen – alle Vorgänge laufen flüssig, auch der Wechsel vom großen auf das kleine Display und zurück funktioniert störungsfrei.

Flexible Nutzung, prämierte Kamera

Der Zeltmodus, also das Smartphone schräg aufgestellt mit quergelegtem Außendisplay, und der Landscape-Modus, also halb aufgeklappt, mit z. B. Tastatur oder „Touchpad“ im unteren Teil des inneren Bildschirms, ermöglichen je nach App die optimale Nutzung. Noch einfacher wird es mit dem beigelegten Moto Pen Ultra, dem digitalen Stift, der per Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt wird und verzögerungsfrei Informationen ans Gerät weitergibt. Selbst krakelige Handschrift wird dabei sehr zuverlässig erkannt und in getippten Text umgewandelt. Einzig den perfekten Aufklappwinkel (Tipp: Er liegt bei etwa 100 Grad) zu finden, damit das Gerät nicht durch das Gewicht der Kamera nach hinten wegkippt, ist anfangs etwas lästig.

Die Kamera selbst bzw. die fünf verbauten Kameras können sich ebenfalls sehen lassen. Auf der Rückseite sind Modelle mit dreimal 50 Megapixel verbaut, die gemeinsam Ultraweitwinkel, Makro und bis zu dreifachen Zoom bieten. Die beiden Frontkameras bieten 20 Megapixel (innen) und 32 Megapixel (außen). Sowohl Bilder als auch Videos geraten scharf und realitätsnah, selbst gezoomte Fotos sind bei schwierigeren Lichtverhältnissen noch sehr detailreich. Im Ranking der Kameratester von DXOMARK landet das Razr Fold auch auf dem geteilten Rang 8 – weit vor allen anderen Foldables.

Stolzer Preis – wahlweise mit WM-Goodie

In Deutschland ist die Telekom exklusiver Vertriebspartner für das Modell Motorola Razr Fold in der FIFA-Edition. Fans erhalten neben dem Gerät – mit lederartiger Rückseite und 24-karätig vergoldetem FIFA-Logo – auch noch eine Eintrittskarte für das WM-Spiel Deutschland gegen Curacao in Houston (USA). Stolze 2.399 Euro werden dafür fällig; je nach Tarif und Laufzeit sind aber noch Cashback und Geräterabatt von einigen hundert Euro möglich. Baugleich, jedoch im schlichteren Blauschwarz oder Weißgrau und ohne WM-Karte verkauft Motorola das Gerät online direkt für 1.999 Euro. Bezogen auf die UVP bei 512 Gigabyte Speicher liegt das Gerät damit leicht unter den Alternativen von Google für 2.029 und Samsung für 2.069 Euro. Die aktuellen Online-Preise der schon älteren Geräte liegen aber natürlich niedriger. Das Honor Magic V5 (UVP 1.449 Euro) ist zum Beispiel aktuell für knapp 1.200 Euro zu haben.

Fazit: Tablet im Smartphone-Gewand

Mit dem Razr Fold verbindet Motorola die Vorteile aus der Smartphone- und der Tablet-Welt. Vor allem beim Gaming, Streamen, Lesen, Surfen im Web oder Tippen von längeren Texten spielt es diese Verbindung gekonnt aus. Das hat es natürlich mit anderen Foldables gemeinsam. Zusätzlich punkten kann es jedoch vor allem beim Display, dem starken Akku und auch der sehr guten Kamera. Ob das den stolzen Preis von 1.999 in der Standard- bzw. 2.399 in der Telekom-exklusiven FIFA-Version wert ist, muss jeder User selbst entscheiden. Wer aber sowieso darüber nachdenkt, sich eines der generell nicht günstigen Foldables im Buchformat zu kaufen, der macht beim Razr Fold definitiv nichts falsch.

(jmk/spot)

Bild: Foldables wie das Motorola Razr Fold weichen die Grenzen zwischen Smartphone und Tablet auf. / Quelle: Motorola