Wenn man an Thüringen denkt, kommen einem vermutlich solche Dinge wie die Wartburg, die Weimarer Klassik und Thüringer Klöße beziehungsweise Rostbratwurst in den Sinn. Doch der Freistaat hat noch eine ganz andere, sehr grüne Seite: weitläufige Buchenwälder, romantische Landschaftsparks und ein neues Garten-Highlight. Hier drei Parks, die Lust auf einen Ausflug ins Grüne machen.
Nationalpark Hainich: Urwald mitten in Deutschland
Weit im Westen Thüringens, im Dreieck zwischen Mühlhausen, Bad Langensalza und Eisenach, liegt Thüringens einziger Nationalpark Hainich. Der Hainich besitzt laut seiner Verwaltung mit gut 130 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet von Deutschland. Über mehrere Jahrzehnte konnten sich demzufolge auf ehemals militärischem Sperrgebiet Buchenwälder entwickeln, wie es sie heute in Mitteleuropa weitflächig geben würde, gäbe es da nicht den Menschen.
Geschützt wird etwa die Rotbuche, die in weiten Teilen Deutschlands das Landschaftsbild prägen würde. Hier darf die Natur atmen, der Mensch greift nicht groß ein. Das ist für die rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wacht und der Verwaltung aber teils harte Arbeit. Im Hainich gibt es etwa Ranger, die auf regelmäßige Führungen mitnehmen, Besucherinnen und Besucher betreuen oder auch kontrollieren, ob Schutzbestimmungen eingehalten werden.
Der Hainich gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“, das aus mehr als 90 Waldgebieten verteilt auf 18 Länder, besteht. Der hiesige deutsche Urwald ist den Schätzungen von Experten zufolge Heimat für etwa 10.000 Pflanzen-, Pilz- und Tierarten, darunter Wildkatzen, Fledermäuse und sieben Spechtarten.
Schloss und Park Altenstein: Das Gartenkunstwerk
In unmittelbarer Nähe des Kurorts Bad Liebenstein, am Rand des Thüringer Waldes, liegt eines der wohl schönsten Gartendenkmäler Mitteldeutschlands: Schloss Altenstein mit seinem Landschaftspark, der sich über rund 160 Hektar erstreckt und als größter des Freistaats gilt. Die Ursprünge des Parks reichen bis ins Jahr 1798 zurück. Auf einem Spaziergang entdecken Besucherinnen und Besucher Architekturen wie das Chinesische Häuschen, den Blumenkorbfelsen und die Teufelsbrücke oder genießen den Blick ins Werratal.
Jedes Jahr setzen Gärtnerinnen und Gärtner den Angaben des Kurorts nach aus rund 4.600 Pflanzen ein florales Kunstwerk nach historischen Vorlagen zusammen, das am Fuße des Schlosses zu finden ist. Das Schloss selbst kann derzeit leider nicht besichtigt werden. Laut Angaben der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten bleibt es bis Ende dieses Jahres wegen Baumaßnahmen geschlossen. Der Schlosspark ist jedoch geöffnet.
Dort, wo etwa schon Johannes Brahms, Franz Liszt und Clara Schumann Zeit genossen haben sollen, können auch kulturinteressierte Personen besondere Momente bei Konzerten erleben. Seit April – und noch bis in den Oktober – werden auch Führungen angeboten.
172 Tage Blütenzauber bei der Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis
Auch im Eichsfeld weht seit April ein frischer Wind. Noch bis zum 11. Oktober 2026 richtet Leinefelde-Worbis die fünfte Thüringer Landesgartenschau aus. Über eine Laufzeit von 172 Tagen erwartet Gäste laut offizieller Homepage ein reichhaltiges Programm mit insgesamt fast 1.700 Veranstaltungen. Das Motto „Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“ soll dabei mehr als nur ein Slogan sein: Eine einst von einer Garagensiedlung geprägte Gegend soll sich etwa nachhaltig zur „lebenswerten Gartenstadt“ entwickeln.
Im Lunapark, dem grünen Zentrum der Stadt, erwartet Besucherinnen und Besucher ein modernisiertes Areal auf einer Fläche von etwa 3,8 Hektar. Hier gibt es etwa einen Waldspielplatz, einen Rundweg mit Sportgeräten und Bienen- sowie Insektenhotels. In Tüffers Garten wird mit einem neuen Bau Platz für Gastronomie und kleine Kulturveranstaltungen geschaffen. Und auch das Wiesentheater soll Raum bieten für Konzerte und allerhand weitere Veranstaltungen.
Eine Tageskarte für Erwachsene ab 25 Jahren kostet 22 Euro, für Kinder, Jugendliche und jüngere Erwachsene gelten je nach Alter gestaffelte Preise zwischen acht und 20 Euro. Kinder bis fünf Jahre erhalten an der Seite ihrer Eltern kostenlosen Eintritt. Hunde sind willkommen, kosten aber sieben Euro extra. Wer über einen mehrmaligen Besuch nachdenkt, kann zur Dauerkarte greifen. Diese liegt zwischen 40 Euro für Kinder bis 14 Jahre und 150 Euro für Erwachsene ab 25 Jahren.
(wue/spot)
Bild: Grün, so weit das Auge reicht, im Nationalpark Hainich. / Quelle: iStock via Getty/zrfphoto