„Michael“ pulverisiert zum Start Rekorde für Musik-Biopics. Der Film über die frühen Jahre von Michael Jackson (1958-2009) spielte an seinem ersten Wochenende weltweit 217,4 Millionen US-Dollar ein. Damit landete „Michael“ den erfolgreichsten globalen Start einer Musikerbiografie überhaupt. Den Rekord hatte „Bohemian Rhapsody“ gehalten. Der Film über Queen und vor allem deren Sänger Freddie Mercury (1946-1991) war 2018 mit 122 Mio. US-Dollar gestartet.
In seinem Heimatmarkt Nordamerika stellte „Michael“ ebenfalls einen Startrekord auf. Mit einem Einspielergebnis von 97 Millionen US-Dollar stellte der Film von Antoine Fuqua (60, „The Equalizer“) „Straight Outta Compton“ in den Schatten. Das Porträt der Gangsta-Rapper N.W.A war 2015 in den USA mit 60,2 Mio. Dollar angelaufen.
Erwartungen trotz schlechter Kritiken übertroffen
Wie das US-Branchenmagazin „Variety“ berichtet, visierte die Produktionsfirma Lionsgate einen US-Auftakt zwischen 65 und 70 Millionen Dollar an. Dies wäre also auch ein Rekord gewesen. Doch mit diesen Zahlen war nicht zu rechnen.
Der Traumstart von „Michael“ ist umso beachtlicher, da die professionellen Kritiken im Vorfeld vernichtend ausfielen. Auf der Sammelseite „Rotten Tomatoes“ werden nur 38 Prozent aller Rezensionen als positiv bewertet. In starkem Kontrast dazu stehen die Bewertungen von Zuschauern. Sie fallen zu 97 Prozent positiv aus.
Kontroverse um „Michael“
Die meisten Rezensionen warfen dem Film das Glattbügeln von Michael Jacksons Image vor. Die Vorwürfe des Kindesmissbrauchs, die ab 1993 gegen ihn laut wurden, werden ausgeblendet. „Michael“ endet im Jahr 1988, nach der Veröffentlichung von Jackos Album „Bad“.
Ursprünglich sollte „Michael“ auch von den Missbrauchsvorwürfen handeln. Zu diesem Themenkomplex hatte Antoine Fuqua bereits Material gedreht. Doch dann kam durch einen Bericht der „Financial Times“ eine Klausel in einem außergerichtlichen Vergleich ans Licht. Darin heißt es, dass der Fall nicht fiktional verarbeitet werden dürfe.
Im Gespräch ist bereits ein zweiter Teil von „Michael“. Der würde um die Anschuldigungen gegen den King of Pop nicht mehr herumkommen. Nach dem Erfolg des Biopics dürfte eine Fortsetzung nur noch Formsache sein.
(smi/spot)
Bild: Allen Grund zu strahlen: Jaafar Jackson verkörpert in „Michael“ seinen Onkel MJ. / Quelle: Glen Wilson/Lionsgate