Am 17. Mai wird Udo Lindenberg 80 Jahre alt. Pünktlich zum runden Geburtstag würdigt die ARD den eigenwilligen Freigeist und politischen Musiker mit einer 90-minütigen Dokumentation. „UDO Rebell. Rockstar. Ikone.“ ist bereits ab dem 10. Mai in der ARD-Mediathek abrufbar – die Ausstrahlung im Ersten folgt am Montag, dem 18. Mai, um 20:15 Uhr.
In der Dokumentation sagt Lindenberg über seine jahrzehntelange Karriere: „Das ist der geilste Beruf, den es gibt. Also, Rockstar – einen geileren Beruf gibt es ja nicht. Wenn man jetzt mal bedenkt, fünfzig, sechzig Jahre Karriere – ich bereue keine Sekunde.“ Ausgangspunkt des Films ist das Hotel Atlantic in Hamburg, Lindenbergs langjähriger Lebens- und Rückzugsort. Von dort aus führt die Doku zurück an die Anfänge: ins westfälische Gronau, wo Lindenberg aufwuchs. Autorin Cornelia Quast zeichnet die musikalischen Wurzeln ebenso nach wie prägende Kindheits- und Jugendjahre – ergänzt durch seltene Archivaufnahmen und Konzertbilder.
Dabei geht es nicht nur um die großen Songs und die Höhen und Tiefen einer außergewöhnlichen Karriere. Im Mittelpunkt steht auch Lindenbergs Haltung: Er verband früh deutschsprachige Rockmusik mit politischen Themen und sang von Krieg und Frieden bis hin zu Toleranz und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Seine unverwechselbare Sprache prägt sein Werk bis heute.
Von den Kaulitz-Brüdern bis Apache 207 – so denken Promis über Udo Lindenberg
Neben Lindenberg kommen in der Doku zahlreiche Wegbegleiter und prominente Bewunderer zu Wort: Bill und Tom Kaulitz, Apache 207, Maria Furtwängler, Inga Humpe, Ulla Meinecke, Anna Loos und Jan Josef Liefers. Auch die bekennenden Lindenberg-Fans Jan Delay und Autor Benjamin von Stuckrad-Barre schildern ihre persönliche Sicht auf den Ausnahmekünstler. Hinzu kommen Stimmen aus Gronauer Kindertagen – Freundschaften, die Jahrzehnte überdauert haben.
Besonders persönlich äußern sich die Tokio-Hotel-Zwillinge Bill und Tom Kaulitz: „Unsere Mutter war ein kleiner Rebell. Und Udo war auch ein kleiner Rebell. Der hat natürlich Sachen angesprochen, gesungen und gesagt, die ganz vielen Leuten im Herzen gebrannt haben. Und das war bei unserer Mama natürlich auch so. Für sie war Udo so ein Sprachrohr“, erklären die Brüder in der Doku.
„Tatort“-Star Jan Josef Liefers beschreibt, wie sehr Lindenbergs Erscheinung und Auftreten zu seiner öffentlichen Wirkung beigetragen haben: „Der Hut, die Sonnenbrille, die Zigarre, das ist auch eine Marke. Und da musst du ins kulturelle Gedächtnis eines ganzen Landes einsinken – das machst du nicht mit einem Hit, das machst du auch nicht mit zwei Hits!“
Ergänzender Podcast ab 6. Mai bei ARD Sounds
Parallel zur Fernsehdokumentation erscheint eine sechsteilige Podcast-Serie: „Udo. Ein Leben an der Grenze“ ist ab dem 6. Mai bei ARD Sounds abrufbar. Host Moritz Cassalette begibt sich darin ebenfalls auf Spurensuche durch das außergewöhnliche Künstlerleben von Udo Lindenberg.
(dr/spot)
Bild: Udo Lindenberg im Fahrstuhl des Hotel Atlantic in Hamburg. / Quelle: NDR/ARD/Tine Acke