Für viele war klar: Die Rolle des Jon Schnee würde Kit Harington (39) auch nach „Game of Thrones“ alle Türen öffnen. Und in der Tat ergatterte Harington während der Laufzeit der Serie bereits einige vielversprechende Kinorollen. Zunächst in der – leider weder von Glück noch von Qualität geküssten – Fortsetzung „Silent Hill: Revelation“, 2014 im historischen Katastrophenfilm „Pompeii“ und noch im selben Jahr in der Romanverfilmung „Testament of Youth“ an der Seite von Alicia Vikander (37).

Doch wie die genannten Beispiele sorgten auch die weiteren Kinoprojekte für wenig bis gar keine Aufmerksamkeit. Selbst Filmfans werden sich wohl nur sehr vage an Werke wie „The Death and Life of John F. Donovan“ oder „Blood for Dust“ erinnern. War seine Heldenreise vom abgeschobenen Bastard zum „König des Nordens“ in „Game of Thrones“ womöglich Fluch und Segen zugleich – und Jon zu untrennbar mit Kit verbunden?

Marvel-Flop und eingestampftes Spin-off

Der zwischenzeitliche Supergau, für den Harington so gar nichts konnte: Selbst das für gewöhnlich boomende Marvel-Universum hat ihm kein Glück gebracht. Der 2021 erschienene Superheldenfilm „Eternals“ sollte eigentlich die Initialzündung für seine zukünftigen Heldentaten als Dane Whitman alias Black Knight sein. Doch bekanntlich floppte der Film von Oscarpreisträgerin Chloé Zhao (43) so massiv, dass weitere Pläne, darunter auch für Haringtons Charakter, auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt wurden.

Einen ähnlich herben Dämpfer musste er danach sogar in seiner zweiten Heimat Westeros hinnehmen. Nicht zuletzt „Das Lied von Eis und Feuer“-Autor George R. R. Martin (77) ist sich lange Zeit sicher gewesen, dass von allen Sequel-Ideen zu „Game of Thrones“ ein Ableger über Jon Schnee die sicherste Wette wäre. Schließlich wurde der am Ende der Hauptserie in die harsche Region jenseits der Mauer verbannt – ein spannendes Setting für neue Abenteuer. Aber auch aus dieser Idee wurde bis heute nichts, aller Voraussicht nach wird das auch so bleiben.

Harington startet in der Serie „Industry“ durch

Bevor nun aber der Eindruck entsteht, dass Kit Harington seit des „GoT“-Endes beruflich vom Pech verfolgt wird: Seit 2024 ist er Teil der erfolgreichen Fernsehserie „Industry“, in der er ab Staffel drei (und ausgesprochen stark) den depressiven und drogenabhängigen Gründer eines Start-ups spielt.

Und auch mit seiner „Game of Thrones“-Familie konnte und wollte er nicht völlig brechen. Im Horrorstreifen „The Dreadful“, der erst im Februar dieses Jahres erschienen ist, wirkt er an der Seite von Sophie Turner (30), also seiner Serienschwester Sansa Stark, mit.

Bald im Dickens-Klassiker zu sehen

Ganz frisch sind derweil erste Bilder, die Harington in einer neuen, vierteiligen BBC-Adaption des Klassikers „Eine Geschichte aus zwei Städten“ von Charles Dickens zeigen. Unter der Leitung von „Outlander“-Regisseur Richard Clark schlüpft er darin in die Rolle des jungen Anwalts Sydney Carton, der von einer Frau namens Lucie Manette (Mirren Mack, 28) engagiert wird.

Sie hatte kurz zuvor eine Nachricht aus Paris erhalten, die ihr Leben auf den Kopf stellt: Ihr Vater, der seit fast 20 Jahren als tot gilt, könnte noch am Leben sein. Der Bote des Briefs – der idealistische französische Emigrant Charles Darnay (François Civil, 36) – wird daraufhin verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt. Im Laufe der Geschichte bildet sich ein komplexes Liebesdreieck zwischen den Protagonisten.

Ob ihm diese Rolle hilft, sich ein Stück weiter von Westeros und Jon Schnee zu lösen? Zumindest optisch bleibt eine gewisse Ähnlichkeit bestehen: Auch hier trägt Kit Harington längeres dunkles Haar und Dreitagebart. Mit Drachen und Eiszombies wird er es in dem in London des 18. Jahrhunderts angesiedelten Drama aber definitiv nicht zu tun bekommen.

(stk/spot)

Bild: Statt in Westeros findet sich Kit Harington in seinem nächsten Projekt in einem verzwickten Liebesdreieck wieder. / Quelle: Sthanlee B. Mirador/ddp/Sipa USA