Endlich! Die Tage werden länger, und in den Blumenläden leuchten uns Tulpen, Ranunkeln und Anemonen in allen Farben entgegen. Doch oft lässt die Pracht schon nach wenigen Tagen den Kopf hängen. Um die Frische der Frühlingsboten über viele Tage hinweg zu bewahren, bedarf es einiger Maßnahmen. So unterstützt man die Vitalität der Blumen und verhindert ein vorzeitiges Welken.

Hygiene der Gefäße

Eine gründliche Reinigung des Gefäßes ist die wichtigste Voraussetzung für langanhaltende Frische. Bakterienreste aus vorangegangenen Arrangements verstopfen die Leitungsbahnen der Stiele und führen zu einem schnellen Verwelken der Blüten. Heißes Wasser und Spülmittel entfernen schädliche Keime zuverlässig vor jedem neuen Gebrauch.

Schnitttechniken je nach Sorte

Die Wahl des Werkzeugs beeinflusst die Lebensdauer der Pflanzen maßgeblich. Ein scharfes, glattes Messer ist einer Schere vorzuziehen, da eine Schere die feinen Gefäße oft quetscht. Bei weichen Stielen, wie sie beispielsweise bei Tulpen vorkommen, stellt ein gerader Schnitt die richtige Wahl dar.

Holzige Stiele, wie sie bei Rosen zu finden sind, benötigen hingegen einen langen, schrägen Anschnitt, um die Oberfläche für die Wasseraufnahme zu vergrößern. Alle Blätter, die sich unterhalb der Wasserlinie befinden, müssen konsequent entfernt werden, um Fäulnisprozesse im Vasenwasser zu unterbinden.

Standort und Umwelt

Die Platzierung der Blumen beeinflusst die Frische der Blüten massiv. Ein kühler Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung erweist sich für die meisten Frühlingsblumen als idealer Platz. Ein ausreichender Abstand zu Obstschalen ist wichtig, da reifende Früchte das Gas Ethylen freisetzen, welches Blumen wesentlich schneller altern lässt.

Wassertemperatur

Unterschiedliche Blumenarten stellen individuelle Ansprüche an die Temperatur und die Zusammensetzung des Vasenwassers. Frühlingszwiebelgewächse wie Tulpen bevorzugen sehr kaltes Wasser in geringer Füllhöhe. Im Gegensatz dazu begünstigt handwarmes Wasser die Aufnahme bei Rosen und anderen holzigen Gewächsen.

Besonderheit bei Narzissen

Eine Besonderheit stellen Narzissen dar, da diese nach dem Anschnitt einen Schleim absondern, welcher die Leitbahnen anderer Blumenarten verstopft. Eine eintägige Quarantäne in einem separaten Gefäß ist daher vor der Zusammenführung mit anderen Blumen ratsam. Nach Ablauf dieser Zeit werden die Stiele abgespült, jedoch nicht erneut angeschnitten, und können anschließend in den Mischstrauß integriert werden.

Hausmittel oft wirkungslos

Oft empfohlene Zusätze wie Zucker oder Kupfermünzen bringen in der Realität keinen messbaren Vorteil für die Haltbarkeit. Zucker fördert unter Umständen sogar das Bakterienwachstum im Wasser und schadet den Pflanzen eher. Ein kompletter Wasserwechsel alle zwei Tage bleibt die verlässlichste Methode für einen gesunden und strahlenden Blumenstrauß.

(ncz/spot)

Bild: Tulpen gehören zu den beliebtesten Frühlingsboten. / Quelle: OKrasyuk/iStock via Getty Images