Bei der Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor (66) wurde offenbar nichts dem Zufall überlassen. Wie „The Sun“ berichtet, plante die Polizei von Norfolk die Razzia tagelang im Voraus – und wusste dabei genau, dass sie den ehemaligen Herzog von York ausgerechnet an seinem Geburtstag in Gewahrsam nehmen würde.

Zahlreiche Mitarbeiter des Aylsham Police Investigation Centre, rund 50 Autominuten von Sandringham entfernt, wurden demnach angewiesen, am Donnerstag nicht zum Dienst zu erscheinen. Die übrigen Beamten erfuhren lediglich, dass eine „namhafte Person“ eingeliefert werde. Andrew soll der einzige Verdächtige gewesen sein, der an diesem Morgen dort bearbeitet wurde. Anwohner beschrieben die Polizeistation demnach als „gespenstisch ruhig“ – normalerweise herrscht dort als zentraler Gewahrsamsort von North Norfolk reger Betrieb.

Yorkshire Tea mit royaler Note

Eine Quelle sagte der Zeitung: „Diese Razzia wurde Tage im Voraus geplant, und die Tatsache, dass sie wussten, dass es sein Geburtstag war und trotzdem zuschlugen, zeigt, dass sie ihren Job ordentlich gemacht haben – Polizeiarbeit ohne Angst und ohne Gefälligkeiten.“ Niemand stehe über dem Gesetz.

Während seiner neunstündigen Vernehmung soll Andrew eine Tasse Yorkshire Tea serviert bekommen haben – und zwar jener Marke, die einen königlichen Hoflieferanten-Titel von seinem Bruder König Charles trägt.

IT-Systeme heruntergefahren

Um jede undichte Stelle zu vermeiden, soll die Polizei von Norfolk laut dem Bericht sogar eine landesweite Abschaltung des internen IT-Systems angeordnet haben. So sollte sichergestellt werden, dass keine Details über Zeitpunkt, Ort oder Ablauf der Festnahme des Achten der britischen Thronfolge durchsickerten.

Experten rechnen damit, dass Andrew mindestens ein Jahr warten muss, bis er erfährt, ob Anklage wegen Amtsmissbrauchs erhoben wird. Eine Wartezeit, die den Druck auf den Ex-Prinzen weiter erhöht – bei seiner Abfahrt aus Aylsham am Donnerstagabend wirkte er laut Augenzeugen verstört und fassungslos. Unterdessen wachsen seine juristischen Probleme anderweitig ebenfalls: Die Metropolitan Police prüfe nun auch Vorwürfe, wonach Andrews ehemaliger Bekannter, der tote Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, Londoner Flughäfen für Menschenhandel genutzt haben soll. Epsteins Privatjet soll junge Frauen unter anderem nach Stansted und Luton geflogen haben. Die Polizeibehörden von Essex und Bedfordshire werten derzeit die Flugprotokolle aus.

(stk/spot)

Bild: Andrew Mountbatten-Windsor wurde an seinem 66. Geburtstag kurzzeitig in Gewahrsam genommen. / Quelle: i-Images/Polaris/ddp