Der Fall um den gewaltsamen Tod von Regisseur Rob Reiner (1947-2925) und Ehefrau Michele Singer Reiner (1955-2025) nimmt eine neue tragische Wendung. Eine Recherche der „New York Times“ zeigt nun das Ausmaß der psychischen Instabilität ihres Sohnes Nick (32). Im Zentrum steht ein juristisches Instrument, das ihn eigentlich schützen sollte, und ein Medikamentenwechsel, der am Ende möglicherweise alles zum Einsturz brachte.
Nick Reiner befand sich in Vormundschaft
Wie nun bekannt wurde, befand sich Nick Reiner im Jahr 2020 in einer sogenannten L.P.S.-Vormundschaft. Dies ist eine der strengsten Formen der rechtlichen Betreuung in Kalifornien.
Im Gegensatz zur bekannten Vormundschaft von Britney Spears wird eine L.P.S.-Vormundschaft nur dann angeordnet, wenn eine Person aufgrund einer psychischen Störung „schwer behindert“ ist – also unfähig, sich selbst mit Nahrung, Kleidung oder einer Unterkunft zu versorgen. Laut medizinischen Unterlagen litt er an Schizophrenie und einer schizoaffektiven Störung.
Nebenwirkungen mit fatalen Folgen
Obwohl die Medikation für seine psychischen Erkrankungen laut Insidern jahrelang wirksam war, kämpfte Nick Reiner mit schweren Nebenwirkungen. Antipsychotika blockieren Dopamin-Rezeptoren im Gehirn, was zwar Halluzinationen lindert, aber oft zu Trägheit, massiver Gewichtszunahme und Herzproblemen führt.
Etwa einen Monat vor der Tat am 14. Dezember soll er das Präparat gewechselt haben – ein kritischer Moment, den Psychiater als „Hochrisiko-Phase“ beschreiben. Ein zu schneller Wechsel kann zu einem biochemischen Ungleichgewicht führen, das Paranoia und Halluzinationen nicht nur zurückkehren lässt, sondern oft massiv verstärkt.
Nick Reiner war bereits im Alter von 15 Jahren heroinabhängig, besuchte als Jugendlicher knapp 20 Entzugskliniken. Mit seinem Vater Rob verarbeitete er diese schmerzhafte Zeit 2015 im gemeinsamen Film „Being Charlie“.
„Nicht schuldig“ trotz Geständnis?
Nick Reiner droht bei einer Verurteilung wegen zweifachen Mordes lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe. Die juristische Strategie wird sich zweifellos auf seinen mentalen Zustand konzentrieren. Hierbei stehen zwei Wege offen: Zunächst muss geklärt werden, ob Nick überhaupt verhandlungsfähig ist – ob er den Prozess versteht und seine Verteidigung unterstützen kann. Ist dies nicht der Fall, würde er zunächst in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Schuldunfähigkeit wegen Geisteskrankheit. Hierbei muss die Verteidigung beweisen, dass Nick Reiner zum Zeitpunkt der Tat nicht fähig war, Recht von Unrecht zu unterscheiden.
(ncz/spot)
Bild: Nick Reiner im September 2025. / Quelle: Michael Buckner / Variety via Getty Images