Auch dieses Jahr bietet sich eine besondere Gelegenheit zur inneren Einkehr. Am 18. Februar beginnt mit dem Aschermittwoch nicht nur die 40-tägige christliche Fastenzeit, sondern zeitgleich auch der muslimische Fastenmonat Ramadan. Eines der beliebtesten Fastenvorhaben ist der Verzicht auf Alkohol. Doch was passiert eigentlich genau in unserem Körper, wenn wir Alkohol weglassen? Wer die Reise antritt, wird mit einer biologischen Regenerationskur belohnt, die weit über das bloße Einsparen von Kalorien hinausgeht.

Die erste Woche: Schlaf wird zur echten Erholung

In den ersten Tagen vermissen viele lediglich das gewohnte Feierabendbier oder das Glas Wein zur Entspannung. Doch im Inneren beginnt bereits der Umbau. Alkohol ist ein bekannter Schlafkiller: Er hilft zwar beim Einschlafen, sabotiert aber die wichtigen Tiefschlaf- und REM-Phasen. Ohne Promille im Blut stabilisiert sich der Schlafrhythmus meist schon nach sieben Tagen. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führt dies dazu, dass man morgens deutlich erholter aufwacht, die Konzentrationsfähigkeit steigt und das berüchtigte „Nachmittagstief“ schwächer ausfällt.

Nach zwei Wochen: Das Hautbild klärt sich auf

Alkohol entzieht dem Körper Wasser und weitet die Gefäße. Wer zwei Wochen konsequent verzichtet, sieht das oft zuerst im Spiegel. Die Haut wirkt praller und besser durchblutet, Schwellungen im Gesicht (besonders unter den Augen) gehen zurück und Unreinheiten heilen schneller ab. Gleichzeitig freut sich die Waage: Alkohol ist mit etwa 7 Kalorien pro Gramm fast so energiereich wie reines Fett. Da zudem der alkoholbedingte Heißhunger auf Salziges und Fettiges ausbleibt, schmelzen in dieser Phase oft die ersten Pfunde ganz nebenbei.

Nach drei bis vier Wochen: Die Leber atmet auf

Nach rund einem Monat erreicht das Fastenprojekt seinen gesundheitlichen Höhepunkt. Die Leber, unser zentrales Entgiftungsorgan, ist ein Meister der Regeneration. Einer Studie im Journal of Hepatology zufolge kann eine vierwöchige Abstinenz die Leberverfettung bei moderaten Trinkern um durchschnittlich 15 bis 20 % reduzieren. Parallel dazu sinkt oft der Blutdruck. Laut der Deutschen Herzstiftung ist der Verzicht auf Alkohol eine der effektivsten nicht-medikamentösen Maßnahmen, um das Herz-Kreislauf-System massiv zu entlasten und Langzeitschäden vorzubeugen.

Das Ziel vor Augen

Gegen Ende der 40 Tage, wenn das Osterfest im April näher rückt, bemerken viele eine psychische Veränderung. Die Chemie im Gehirn pendelt sich neu ein: Der Serotonin- und Dopaminhaushalt stabilisiert sich, was zu einer ausgeglicheneren Stimmung und höherer Stressresistenz führt. Man lernt, dass Entspannung und soziale Geselligkeit auch ohne „flüssiges Glück“ funktionieren.

(ncz/spot)

Bild: Der Verzicht auf Alkohol lohnt sich. / Quelle: iStock via Getty Images/cagkansayin